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Buchstabentiere

Rezension von Janett Cernohuby | 19. Juni 2026

Die Kleinsten sind fasziniert von Büchern. Nicht nur von ihren Geschichten, auch von den geschriebenen Worten, die wie Magie auf sie wirken; eine Welt, die für sie noch verschlossen ist, aber die wir Großen beherrschen. „Ich möchte auch lesen können“, wird so manches Kind denken und sagen. Können sie ja auch, wie ihnen Maria Vohn mit ihrem Buch antwortet.

Bilder lesen

Denn hierin vereint sie Motive mit Worten; ergänzt beides zu einer Einheit, denn der Begriff steht direkt im Bild. Tiere, die auf ihrem Fell, ihrem Schneckenhaus, ihren Schuppen, ja auf dem ganzen Körper ihren Namen stehen haben. Eine originelle und witzige Idee, dank der Kinder sehen können, wie dieses Tier (und vereinzelt auch andere Gegenstände) als Worte aussehen. Zusätzlich zu diesen Tier-Wort-Illustrationen findet sich auf jeder Doppelseite auch ein witziger Mehrzeiler in Reimform. Diese sind für uns Erwachsene zum Vorlesen gedacht und erzählen von dem gezeigten Tier. Diese lustigen, nicht immer perfekt gereimten Verse stehen für sich alleine und bilden keine zusammenhängende, durchgehende Handlung. Das ist aber völlig okay, da so viel mehr Reimspaß möglich ist, als wenn man versucht hätte, eine Geschichte zu erzählen.

Maria Vohn: Buchstabentiere

Originelle Idee zum Spiel mit der Sprache

Mit Worten und Sprache spielen, das ist in Maria Vohns Pappbilderbuch Programm. Buchstaben werden zum Teil der Bilder. Die Worte formen sich zu humorvollen, manchmal auch komischen Reimen. Nicht immer überzeugen sie völlig, manchmal ist der Witz hinter ihnen auch nur uns Erwachsenen vorbehalten. Etwa, wenn die ältere Dame griesgrämig zum nicht minder griesgrämigen Herren sagt, dass es Bielefeld gar nicht gäbe. Aber gerade diese albernen Zeilen sind es, die das Buch anders machen. Es muss nicht immer bierernst sein, es darf auch einfach mal nur Quatsch sein. Denn letztendlich geht es auch darum Kindern zu zeigen, was Sprache alles vermag, wozu Buchstaben verwendet werden können und wie leicht es manchmal sein kann, ein Wort zu lesen. Genau das gelingt Maria Vohn mit diesem Pappbilderbuch. Kleinkinder werden mit ihm weder schreiben noch lesen lernen, doch sie werden mit Worten und Buchstaben vertraut, sehen sie und können zumindest einmal so tun, als könnten sie lesen. Können sie ja letztendlich auch, und zwar in den Bildern.

Maria Vohn: Buchstabentiere

„Buchstabentiere“ von Maria Vohn ist ein lustiges und charmantes kleines Pappbilderbuch, das mit humorvollen, manchmal albernen Versen von Tieren erzählt, die groß und klein, langsam und lustig sind und deren Namen man in den drum herum gemalten Bildern doch eigentlich ganz einfach lesen kann.

Details

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