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Iggy und das T-Shirt des Schreckens

von Julia Blesken, Olivia Vieweg (Illustrator*in)
Rezension von Janett Cernohuby | 23. September 2026

Berlin ist eine bunte und lebendige Stadt, voller Kultur, Geschichten und vor allem Überraschungen. Iggy lebt in Berlin und mag es eigentlich eher ruhig und vorhersehbar. Doch als eines Abends ein Katzenmädchen auf seinem Fensterbrett sitzt, wirbelt das sein Leben ganz schön durcheinander.

Normal braucht keiner

Obwohl, Iggy eigentlich schon. Er mag es ordentlich, vorhersehbar und vor allem ruhig. Dann fühlt er sich am wohlsten und kann in Ruhe seinen Gedanken nachgehen. Über Andy, seinen Vater mit dem Irokesenschnitt, und über die nächste Monatsfeier. Iggy besucht nämlich eine Waldorfschule und dort wird regelmäßig eine solche Feier veranstaltet, bei der Kinder ihren Eltern ihre Talente zeigen. Sie singen, musizieren, führen Theaterstücke und andere kleine Showeinlagen vor. Morgen ist wieder so eine Monatsfeier und Iggy fühlt sich überhaupt nicht wohl bei dem Gedanken daran. Zum einen steht er nicht gerne auf der Bühne und wird von zig Leuten angestarrt, zum anderen sollen alle Kinder bei der Aufführung ein weißes T-Shirt tragen. Iggy hat zwar eines, doch das ist schmutzig und die Waschmaschine ist schon seit einer ganzen Weile kaputt. Während Iggy also in seinem Zimmer sitzt und über die kommende Monatsfeier grübelt, bemerkt er im Augenwinkel etwas vor seinem Fenster. Bei näherem Hinsehen entdeckt er ein Katzenmädchen, das auf seinem Fensterbrett sitzt. Sie stellt sich als Yumiko vor, die mit einem magischen Spiegel aus Japan nach Berlin gereist ist. Eigentlich war ihr Yumiko ein kleiner Pechvogel und alles, was sie angreift, geht schief. So ist ihr der magische Spiegel aus der Hand gefallen und in zahlreiche Scherben zerbrochen. Ihre Großmutter wird drüber alles andere als erfreut sein. Iggy weiß die Lösung: Sie kleben den Spiegel. Dann kann Yumiko nach Hause zurückreisen und er sich ganz in Ruhe mit dem T-Shirt-Problem für die Monatsfeier beschäftigen.
Doch so einfach ist das nicht. Denn eine Scherbe des Spiegels fehlt und die muss erst gefunden werden. Außerdem beschließt Yumiko, Iggy bei der Reinigung seines T-Shirts zu helfen. Und das alles in einer Nacht. Ob das gut geht?

Iggy und das T-Shirt des Schreckens

Über sich hinauswachsen

Iggy ist kein gewöhnlicher Junge. Nicht nur, weil er seinen Vater nur mit Vornamen anreden darf, dieser einen Irokesenschnitt trägt und von der Mutter im Roman absolut keine Rede ist; Iggy quält sich zudem auch mit anderen Dingen. Da wären seine Schüchternheit und die Abneigung, im Mittelpunkt zu stehen. Die hat ihren Grund, denn Iggy leidet unter bestimmten Ticks. Davon erzählt er uns im Laufe der Handlung. Zaghaft und vorsichtig, denn die Ticks sind ein Teil von ihm, aber für das eigentliche Abenteuer nicht relevant. Genau diese behutsame Art zur erzählen ist es, die einen fesselt. Sie schlägt einen feinen, unaufgeregten Ton an, wenn sie von einem Jungen erzählt, in dem Mut steckt, der diesen aber erst noch finden muss. Dafür hat er das Katzenmädchen Yumiko, die bisweilen chaotisch ist, aber dennoch sehr liebenswürdig. Iggy würde sie am liebsten sofort loswerden, doch als am Ende die Zeit des Abschieds gekommen ist, löst das dann doch Traurigkeit in ihm aus. Bis dahin liegt aber noch eine turbulente Nacht vor ihm, in der er lernt, über sich hinauszuwachsen, hinter Fassaden zu blicken und zu erkennen, dass Dinge und vor allem Menschen nicht immer das sind, was man auf den ersten Blick sieht. Denn hinter jedem steckt eine Geschichte, die ihn formt und zu dem oder der gemacht hat, die diese Person nun ist. Das ist die Botschaft, die Julia Blesken ihrer jungen Leserschaft mitgeben will, wenn sie Iggy und Yumiko eine Nacht lang durch das wilde Leben Berlins jagt.

Iggy und das T-Shirt des Schreckens

Feinfühlig, unaufgeregt und voller mutmachender Momente, so präsentiert sich Julia Bleskens Kinderbuch „Iggy und das T-Shrit des Schreckens“. Es gibt uns Einblick in die Gefühlswelt eines besonderen Jungen, der manchmal am Straucheln ist, sich wünscht, sich vor lauter Angst und Peinlichkeit verstecken zu können, aber stattdessen lernt, über sich hinauszuwachsen.

Details

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Illustration:

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