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Gespensterzentrale

Das Rätsel der Zeitreise

Rezension von Janett Cernohuby | 22. April 2026

Ein Umzug bedeutet einen Neuanfang, doch für Kinder bedeutet er vor allem, aus einer vertrauten Umgebung herausgerissen zu werden. Yunis ist mit seinen Eltern gleich mehrere Kilometer weit nach Berlin gezogen und seine Begeisterung für einen Neuanfang hält sich stark in Grenzen.

Neuanfang mit Gespenst

Da hilft auch das größere Zimmer nicht, das er in der neuen Wohnung bekommen hat. Er würde viel lieber wieder in sein kleines Zimmer und zurück zu seinen Freunden ziehen. Hier in Berlin gefällt es ihm gar nicht und er hat auch keine Lust daran, die Nachbarschaft kennenzulernen. Egal wie oft das Mädchen von gegenüber noch bei ihm an der Tür klingelt und nach ihm fragt, Yunis bleibt in seinem Zimmer.
Blöd nur, dass er dort nicht allein ist. Seitdem sie in die Wohnung gezogen sind, gehen merkwürdige Dinge vor sich. Plötzlich sind Schlammspuren auf dem Boden, obwohl es draußen nur Straßenpflaster gibt. Die frisch gestrichenen Wände haben braune Flecken und Gewürzdosen fallen einfach aus dem Regal. Als Yunis dann auch noch ein durchscheinendes Mädchen auf seinem Bett sitzen sieht, ist er endgültig sprachlos. Das Mädchen allerdings nicht. Sie stellt sich als Lotte vor, die vor über 100 Jahren bei einem Unfall gestorben ist. Nun will sie zurück in die Vergangenheit, um einen Diebstahl aufzuklären, der zu ihrem Tod geführt hat. Doch wie? Sie weiß, dass es bereits Geistern gelungen ist, zurückzureisen und nun hofft sie, dass Yunis ihr dabei helfen kann.

Einen Diebstahl verhindern

Das kann er auch, wenngleich er sich zunächst noch sträubt. Denn genauso wenig wie er Lust hat, sich in seinem neuen Zuhause einzuleben, hat er keine Lust, einem Gespenst zu helfen. Doch er muss, denn Lotte kann ziemlich hartnäckig sein und seine Eltern sind schon reichlich sauer auf ihn, da sie glauben, er wäre für all den Dreck und das Durcheinander verantwortlich. Also geht er dem Geheimnis der Zeitreise auf den Grund und landet mit Lotte schon bald im Jahr 1897 - kurz bevor Lotte des Diebstahls bezichtigt wird und wenig später durch einen tragischen Unfall sterben wird. Doch können Yunis und Lotte den Diebstahl aufklären und das Unglück somit verhindern?
Um nicht als Zeitreisender aufzufallen, schlüpft Yunis kurzerhand in die Dienerkleidung und nimmt bei der Familie, bei der auch Lotte als Dienstmädchen arbeitet, eine Stellung an.

Wiebke Nieland, Anne-Dore Krohn: Gespensterzentrale - Das Rätsel der Zeitreise

Mischung aus Geister-, Zeitreise und Kriminalgeschichte

Vor dem Setting des historischen Berlins taucht die Hörerschaft in ein spannendes Abenteuer ein, das eine Mischung aus Gespensterroman, Zeitreiseabenteuer und Kriminalfall ist. Während Yunis und Lotte sich auf die Lauer legen, erfahren wir eine Menge über das Leben von vor über 100 Jahren, vor allem über das von Dienstboten. Wie haben sie gelebt? Wie sah ihr Alltag aus? Welche Arbeiten mussten sie verrichten? Yunis ist ganz dicht am Geschehen und damit auch die Hörerschaft. Sie erleben alles hautnah mit und können dabei zusammen mit Yunis überlegen, wer Lotte einen Diebstahl unterjubeln wollte. Oder war es am Ende ganz anders?
Meisterhaft liest Anna Thalbach dieses Abenteuer. Ihre leicht kratzige Stimme passt einfach wunderbar und lässt sowohl die Gegenwart als auch das Berlin um die Jahrhundertwende zum Leben erwachen. Die Figuren sind sympathisch und ergänzen sich perfekt. Während Yunis eher ruhig und vor allem durch die Veränderungen in seinem Leben wenig unternehmungslustig scheint, ist Lotte das ganze Gegenteil. Sie hat sprichwörtlich Hummeln im Hintern, kann niemals lange ruhig sein und bringt mit ihrer Berliner Schnauze viel Charme und Witz in das Abenteuer. Natürlich reist Yunis am Ende wieder in seine Zeit zurück, doch die Geisterabenteuer sind damit nicht vorbei. Im Gegenteil, sie beginnen erst. Denn es hat sich bereits herumgesprochen, dass er das Rätsel der Zeitreise geknackt hat und das nächste Gespenst sitzt schon in einer anderen Wohnung und wartet darauf, dass ihm geholfen wird. Es bleibt also spannend, in welches Jahr das nächste Abenteuer führen wird.

„Gespensterzentrale: Das Rätsel der Zeitreise“ ist ein spannender Auftakt zu einer tollen Kinderhörbuchreihe, in der Gespenster mit Kriminalgeschichte und historischem Berlin vermischt werden. Lustig, turbulent und spannend nimmt das Abenteuer seinen Lauf und macht neugierig auf mehr.

Details

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Audio:
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