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DunkelZone

von Vojtěch Matocha, Karel Osoha (Illustrator*in)
Rezension von Stefan Cernohuby | 24. September 2026

Viele alte Städte haben einen Kern, der noch viel älter ist als der Rest und der zum Teil die Stimmung und das Lebensgefühl seiner Entstehungszeit einfangen kann. Der tschechische Autor Vojtěch Matocha ist in seinem Roman „DunkelZone“ jedoch noch einen Schritt weitergegangen. Denn in ihm gibt es einen Stadtteil in Prag, der sich jeglicher Technologie widersetzt. Und die Menschen in seiner Umgebung befinden sich in großer Gefahr.

Die Dunkelheit hat einen Namen

Prag ist eine Stadt, die Tradition und Moderne beherbergt und auch mit den Widersprüchen gut zurechtkommt. Bis auf einen Teil, denn im Viertel Prašina funktionieren weder Strom noch Mobilfunk. Es fahren keine Straßenbahnen und Autos. Jirka und seine Freunde En und Tonda haben mit diesem Viertel nur wenig zu tun, abgesehen davon, dass Jirkas Großvater in selbigem lebt. Doch dann geschehen seltsame Dinge. Das Viertel scheint sich auszubreiten. In immer mehr Straßenzügen erlischt das elektrische Licht und Prašina breitet sich aus. Die Dunkelheit greift um sich. Da findet Jirka heraus, dass sein Großvater irgendwie in die Sache verwickelt ist.

Ein großer Wissenschaftler und ein noch größeres Geheimnis

Als einer der Freunde seines Großvaters auf der Flucht vor Schlägern tödlich verletzt wird, übergibt er Jirka und seinen Freunden seine letzten Hinterlassenschaften. Und plötzlich befinden sie sich auf einer abenteuerlichen Jagd nach Informationen. Nach Bauteilen. Sie erfahren etwas über den beinahe vergessenen Wissenschaftler Hanuš Nápravník und seinen Tod. Sie finden heraus, dass es einen mächtigen Mann gibt, der sich nicht nur an der Vergangenheit rächen will, sondern das ganze Viertel Prašina, so wie es jetzt ist, auslöschen will. Dabei schreckt er vor absolut nichts zurück. Und obwohl sie so gut wie gar nichts wissen, geraten Jirka und seine Freunde in große Gefahr.

Der Protagonist Jirka ist absolut kein Held, dem alles gelingt. Er stolpert in ein Abenteuer und weiß nicht, wie ihm geschieht. Zum Glück hat er seine Freundin En mit dabei. Sie, die eigentlich Anastasia heißt, aber nichts an diesem Namen mag, löst Probleme, bei denen es auf Kopfarbeit ankommt. Mehr als nur einmal schafft sie es, Jirka aus den brenzligsten Situationen herauszuholen, in dem sie einmal mehr nachdenkt als ihr Freund. Trotzdem wird die Lage immer schlimmer und letzten Endes läuft alles auf einen Countdown hinaus – was dieser genau bedeutet ist nicht klar. Zu befürchten ist allerdings, dass es sich um das Ende Prags handelt, zumindest so wie sie es kennen. Oder schaffen es die Freunde rechtzeitig, das Übel abzuwenden?
Das im Original 2018 erschienene Werk ist nicht nur spannend, es enthält auch passende Kapitelillustrationen von Karel Osoha, welche Details der einzelnen Kapitel aufgreifen. Auch wenn das Werk für Elfjährige vielleicht noch etwas düster ist, kann man es für jugendliche Lesende durchaus empfehlen. Denn hier taucht auch die spannende Frage auf, wie Probleme ohne Hochtechnologie gelöst werden könnten.

„DunkelZone“ ist ein Jugendroman von Vojtěch Matocha, der in einem gegenwärtigen Prag mit einem phantastischen Einschlag spielt. Denn ein Bereich, in dem keinerlei Technologie funktioniert, breitet sich immer weiter aus. Der Roman ist spannend, abenteuerlich, aber mitunter auch düster und schockierend. Darauf muss man achten, wenn man zu diesem Werk greift, das in Tschechien zurecht für unterschiedliche Literaturpreise nominiert war.

Details

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gewalt:
  • Atmosphäre:
  • Illustration: