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Yay!There

Yay!There: Comeback

von S. Rayker, Sonja Rüther (Hrsg.)
Rezension von Stefan Cernohuby | 19. Mai 2026

Manche Worte haben unterschiedliche Bedeutungen, bei denen man unwillkürlich an die gängigste denkt. Im Fall von „Comeback“ hat sich mittlerweile schon so sehr in den Köpfen festgesetzt, dass Bands oder Stars, die man lange nicht mehr auf dem Schirm hatte, eine triumphale Rückkehr feiern. Dabei steckt in diesem Begriff auch einfach die Wortkombination für „zurückkommen“. Und auch damit kann ein Roman beginnen.

YayThere! kehrt zurück von der großen Tour und alle sind komplett erschöpft. Vereinbart waren eine ausgiebige Erholungsphase und ausreichende Schlafzeiten. Doch dann ist alles anders. Das Sicherheitsteam wurde ausgetauscht, überall wurden Kameras installiert und eine neue Kampagne, um in sozialen Netzwerken noch schneller die Fanbase zu erreichen, wird exzessiv verfolgt. Doch das ist noch gar nicht das Schlimmste. Ihr Ex-Manager hat noch aus dem Gefängnis heraus an Strippen gezogen und damit begonnen, Mitglieder der Band in Misskredit zu bringen. Allen voran Bandleader Suho, von dem Fotos mit einer großen Narbe am Rücken im Internet kursieren – genauso wie Gerüchte die Runde machen, er hätte gegen das Datingverbot der Bandmitglieder verstoßen. Etwas, was dazu führt, dass der jüngere und hitzigere Blake das Kommando übernehmen muss. Die Wahrheit ist jedoch viel komplexer und weitaus problematischer. Es kommen Themen auf, die den Zusammenhalt in der Band auf eine harte Probe stellen. Doch auch Jay macht eine schwierige Phase durch. Die (ebenfalls eigentlich verbotene) Beziehung mit Yi-Jun gibt viel neue Kraft und Zuversicht, aber noch nicht genug, um die Entscheidung, sich als Frau zu identifizieren auch öffentlich zu leben. Zum Glück ist nun auch Yi-Juns Schwester Mi Cha als neue Marketing-Fachfrau vor Ort. Sie schließt Jay ins Herz und macht es so möglich, sich inmitten des Chaos und der Gefahren noch willkommener zu fühlen. Aber viele Herausforderungen liegen noch vor der Band.

Der erste Band rund um die Band YayThere! war voller Auftritte, Action und Drama. Immer auf Tour, unterwegs von einer Stadt zur anderen. Das ist hier ganz anders. Thema ist die Rückkehr der Band in ihr Promi-Zuhause, wo alle wissen, wo sie sind. Und das soll sich noch zum Negativen ändern, mit Kameras, die ihren ganzen Alltag filmen – obwohl, nicht immer, hat man zumindest versprochen. Insgeheim geht es aber nicht nur um das Leben von K-Pop-Stars, sondern auch um die eigene Identität und wie man diese im Mittelpunkt eines intoleranten Systems findet und lebt. Gerade bei Jay ist es doppelt schwierig, da Amerika jegliche Existenz von Transpersonen leugnet und aus dem Alltag tilgt. Auch die koreanische Gesellschaft ist diesbezüglich nicht sonderlich zugänglich, doch Jays neue Familie ist in dieser Hinsicht sehr offen und er erfährt viel mehr Unterstützung als bisher. Wenngleich die Ereignisse um die Band zu großen Problemen führen, in deren Mitte sich Jay selbst befindet, scheint die eigene Liebe als einziges nicht auf dem Spiel zu stehen. Thematisiert wird aber auch, wie kurzlebig die Welt der K-Pop-Stars potenziell ist, wie sie bis zum letzten ausgenutzt und fallengelassen werden, wenn sie sich nicht mehr als profitabel oder imageschädigend erweisen. Dass dahinter auch Menschen stehen, scheint nicht allen klar oder vielleicht sogar egal zu sein.

„YayThere!: Comeback“ ist kein triumphales Rückkehr-Werk, sondern eine Geschichte über das Zurückkommen und das Finden des eigenen Platzes in der Welt. Sowohl als Band, als auch in Beziehungen und als Mensch selbst. Es gibt keine großen Auftritte und Tours, aber viel Gelegenheit über Gesellschaft, Medien und die eigene Rolle als Person nachzudenken. Alle, die die Charaktere im ersten Band liebgewonnen haben, werden in diesem Werk noch viel mehr Tiefe finden.

Details

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gewalt:
  • Gefühl:

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