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Lior und die Lichternacht

von Hilda Gardner, Sophie Lucie Herken (Illustrator*in)
Rezension von Janett Cernohuby | 24. Juni 2026
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In jedem von uns steckt ein Licht, das uns strahlen lässt. Doch nicht bei jedem sieht es gleich aus. Manch ein Licht ist hell, andere nicht sofort zu sehen. Von einem besonderen Leuchten erzählen Hilda Gardner und Sophie Lucie Herken in diesem wunderschönen Bilderbuch.

Kleiner Leuchtkäfer - großer Mut

Es ist kein Geheimnis, dass in den Kleinsten oft die größte Kraft steckt. Denken wir nur an Ameisen, die ein Vielfaches ihres Körpergewichts tragen können. Oder an Leuchtkäfer, deren Licht in Sommernächten funkelt. Um genau solch ein Käferchen geht es auch in diesem Buch. Lior heißt es und ist schon ganz aufgeregt. Endlich ist die Lichternacht gekommen, in der die Leuchtkäferkinder zum ersten Mal am Abendhimmel mit ihren Popos glühen. Auch Lior. Er reibt seine Beinchen an seinem Hinterteil, spürt das Kribbeln aufsteigen und …. Nichts. Absolut nichts. Kein Leuchten, ja nicht einmal ein Funkeln! Alle geben ihm gutgemeinte Tipps und Ratschläge, doch nichts hilft. Je mehr Lior sich bemüht, desto betrübter wird er. Bis er schließlich ganz geknickt in die dunkle Nacht hinausfliegt. Die Nacht ist stürmisch und in der Ferne sieht Lior den Leuchtturm. Aber seltsam, warum leuchtet dieser nicht? Als dann auch noch ein Schiff in die Nähe der Küste steuert und droht, an den Felsen zu zerschellen, fasst Lior einen Plan. Er trommelt alle Leuchtkäferkinder zusammen und gemeinsam lassen sie den Leuchtturm erstrahlen. Lior lernt, dass er zwar selber nicht leuchten kann, doch dafür andere gut lotsen - wie ein richtiger Lichtlotsenkapitän.

Hilda Gardner & Sophie Lucie Herken: Lior und diel Lchternacht

Das innere Leuchten

Jeder strahlt auf seine eigene Weise - ein Satz, der für diese Geschichte so zutreffend wie kein anderer ist. Denn auch wenn Lior nicht wie die anderen Leuchtkäfer leuchtet, so besitzt er dennoch ein inneres Strahlen, das im richtigen Moment zum Vorschein kommt. Ein solcher Moment lässt in diesem Buch nicht lange auf sich warten und zeigt uns, was wirklich wichtig ist: Nicht die Äußerlichkeiten, sondern das, was in uns schlummert. Lior ist nämlich nicht wie die andere Leuchtkäferkinder. Er kann nicht wie sie strahlen. Stattdessen besitzt er aber Mut und Voraussicht und weiß in brenzligen Situationen die richtigen Handlungen zu setzen. Statt wegzuschauen oder sich resigniert abzuwenden, weil ein kleiner Käfer nicht viel auszurichten vermag, nutzt er sein Köpfchen und mobilisiert seine Freunde. Schließlich ist man im Team viel stärker und wenn alle mit anpacken, kann auch das Unmögliche gelingen. Genau darum geht es in diesem Bilderbuch. Es erzählt wie Mut, Hoffnung und Vertrauen durch unsichere Zeiten tragen und Kraft geben, weiterzumachen. Mit diesem sympathischen kleinen Käferchen kann sich so manches Kind identifizieren, das schon selbst einmal vor einer Aufgabe stand, die nicht gelingen wollte.
Hilda Gardner verpackt ihre Botschaft in einer wunderschönen Geschichte, die leicht wie ein Leuchtkäfer dahinfliegt, ihre Höhen und Tiefen hat und die es versteht, zu fesseln. Passend dazu schuf Sophie Lucie Herken wundervolle Bilder, in denen vor dunklem Nachthimmel die zahlreichen kleinen Käferpopos leuchten. Es sind zauberhafte Illustrationen, die verspielt, humorvoll, aber auch dramatisch die große Welt der kleinen Käfer zeigen. Pilze sind dort riesig wie ein Haus, Bäume unendlich hoch und ein Sturm noch viel tosender. Ein Eyecatcher ist auch das Vorsatzpapier, das in Neongelb mehr als nur ein Blickfang ist.

Hilda Gardner & Sophie Lucie Herken: Lior und diel Lchternacht

„Lior und die Lichternacht“ ist ein wunderschönes Buch, das von einem Leuchtkäferkind erzählt, dessen größter Traum, in den lauen Sommernächten leuchten zu können, nicht wahr wird. Doch er findet auf andere Weise zu seinem Leuchten, das tief in ihm wohnt und gemeinsam mit seinen Freunden zu Tage, äh Nacht, tritt. Ein wunderschön erzähltes und illustriertes Kinderbuch.

Details

Bewertung

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