Stachel und Stunk: Bei drei gibt's Geschrei
Gegensätze ziehen sich nicht nur an, sie ergänzen sich vor allem gut. Man kann sich gegenseitig unterstützen und auch ermutigen. Das bringt nicht nur Spaß, das kann mitunter auch zu ganz besonderen und vor allem unerwarteten Gruppendynamiken führen.
Stunk im Kindergarten
An diesem Morgen kommt Frau Bär mit einer tollen Neuigkeit zu den Tierkindern der Wurzelzwerge-Kita. Sie stellt ihnen Krähe, ein neues Kind vor. Krähe lässt nichts anbrennen, sondern stürzt sich mit Krakele und frechen Sprüchen auf die Kinder, bewirft sie mit Sand und fängt zu jeder Gelegenheit Streit an. Ziemlich gestresst gehen die Kinder an diesem Tag nach Hause. Der nächste Morgen beginnt zunächst recht friedlich, bis Stachel bemerkt, dass sein Lieblingsstein verschwunden ist. Den Tierkindern ist klar, Krähe hat ihn stibitzt. Sofort begeben sich Stachel und Stunk auf den Weg zu ihr, um sich den Stein zurückzuholen. Dabei machen sie eine unerwartete Entdeckung, die ihnen zeigt, dass hinter der frechen und vorlauten Krähe eigentlich eine ziemlich mutige und coole Freundin rsteckt.

Der Schein trügt manchmal
Zu einer bestehenden Gruppe als Neuling dazuzukommen, ist für Kinder schwer. Sie werden von allen neugierig betrachtet, ausgefragt und haben nicht selten das Gefühl, sich in dieser Gruppe behaupten zu müssen, um den eigenen Platz zu finden. Auch Krähe geht es so. Sie ist neu und platzt mit lautem Gekrächze und manch provokanter Aktion dazwischen. Das macht sie nicht sonderlich sympathisch - weder bei den anderen Tierkindern noch bei der Leserschaft. Doch Krähes Verhalten ist nur Show, denn unter ihrem schwarzen Federkleid steckt ein ziemlich netter Kern. Den erkennen Stunk und Stachel, als sie sich auf die Suche nach dem gestohlenen Glitzerstein machen.
Neu ankommen, seinen Platz finden, Gruppendynamik - dies sind die wesentlichen Inhalte, um die sich die turbulente und unterhaltsame Geschichte dreht. Kinder können sich gut in die Tierkinder hineinversetzen. Teilweise, weil sie Stunk und Stachel schon aus dem Vorgängerbuch kennen, überwiegend aber, weil der hier dargestellte Waldkindergarten sehr nah an ihrer Erlebniswelt angesiedelt ist. Damit gelingt auch all jenen der Einstieg, die Stunk und Stachel noch gar nicht kennen. Der Fokus liegt nämlich auf Krähe, ihrer Art und wie die anderen Tierkinder darauf reagieren. Geduld und Ideen haben sie reichlich, aber irgendwann ist auch der entspannteste Charakter an seine Grenzen geraten und hat einfach keine Lust mehr. Doch der Schein trügt, denn in Krähe steckt nicht nur ein guter Kern, ihr Verhalten ist auch nicht ganz unbegründet.
Von all dem erzählt Juli Wind lebendig und auf Augenhöhe ihres Publikums. Ulrike Königs Illustrationen greifen diesen Ton auf humorvolle und freche Weise auf. Sie erzählen die Geschichte auf ihre eigene Art, ergänzen sich wunderbar mit dem Text, laden aber auch ein, der Handlung zu folgen, ohne dass vorgelesen werden muss.

So präsentiert sich die zweite Geschichte des sehr gegensätzlichen Freundesgespann Stunk und Stachel auf humorvolle und unterhaltsame Weise. Sie erzählt von Gruppendynamik, von Neuankömmlingen und davon, dass der erste Eindruck manchmal nicht dem entspricht, was man glaubt. Ein wunderbares Bilderbuch zum immer wieder Vorlesen.
Details
-
Erschienen:03/2026
-
Umfang:32 Seiten
-
Typ:Hardcover
-
Alter:4 Jahre
-
ISBN 13:9783737374415
-
Preis (D):15,00