Theo. Ein Löwe setzt Grenzen
Eigene Grenzen setzen und die der anderen nicht zu überschreiten, das sind wichtige Schritte in der emotionalen Entwicklung. Das stärkt das eigene Körperbewusstsein, aber auch das Selbstvertrauen. Was genau darunter zu verstehen ist, erzählt dieses Bilderbuch.
STOPP!
Ein kleines Wort mit großer Wirkung. Das erfährt auch der kleine Löwe Theo im Kindergarten. Die Kinder wollen Wiese spielen und jeder verkleidet sich dafür. Theo würde gerne einen Hasen spielen, doch dieses Kostüm hat sich bereits Ingo ausgesucht. Als er Theo vorschlägt, ein Maulwurfshügel zu sein und ihm einfach ein Kostüm über den Kopf stülpt, wird Theo richtig sauer. Er möchte das nicht! Um Ingo das auch deutlich zu zeigen, schubst er ihn. Erzieher Mukki findet das nicht toll. Er erklärt den Kindern, dass es sichtbare und unsichtbare Grenzen gibt und beide eingehalten werden müssen. Unsichtbare Grenzen kann man durch das Wort Stopp aufzeigen, ebenso, dass diese nicht übertreten werden sollen. Theo ist begeistert und am Nachmittag bietet sich ihm eine Gelegenheit, das auszuprobieren. Oma kommt nämlich zu Besuch und freut sich so sehr, Theo zu sehen, dass sie ihn mit Küssen und Umarmungen überhäuft. Theo ist das zu viel und er ruft lauthals Stopp. Ob Oma ihn jetzt noch mag?

Grenzen setzen und respektieren
Anhand zweier typischer Alltagssituationen zeigen Valentina Brüning und Fee Krämer, was es bedeutet, Grenzen einzufordern, aber auch die der anderen zu wahren. Gebraucht wird das sehr oft im Leben; beispielhaft erzählen die beiden Autorinnen hier eine Szene aus dem Kindergarten und eine von zuhause. In beiden geht es darum, dass es manchmal Tage oder Momente gibt, in denen einem alles zu viel wird. In denen man mehr Ruhe braucht oder etwas mehr Abstand zu den anderen. Egal ob es sich dabei um Freunde oder Verwandte handelt. Abstand bedeutet aber nicht, dass man diese Personen weniger mag. Man spürt eher bei sich selbst, dass man nicht so ist, wie sonst. Für unser Gegenüber ist das natürlich schwer zu erkennen, umso wichtiger ,durch klare Sätze zu zeigen, wann man seine Ruhe möchte. Theo lernt im Kindergarten, dass Stopp ein sehr gutes Wort dafür ist. Doch wie sagt man dieses Wort? Laut brüllend? Oder lieber leise und behutsam? Beides funktioniert nicht gut. Beim ersten erschreckt man sein Gegenüber, beim zweiten wird man überhört. Es braucht also eine Lautstärke dazwischen. - Alles das vermittelt diese Geschichte und versucht sich auf Augenhöhe seines Zielpublikums zu bewegen. Sie zeigt, wie man Grenzen sichtbar macht, aber auch, dass man selbst andere respektieren muss. Nicht durch erste Impulsreaktionen, sondern durch Worte.
Valentina Brüning und Fee Krämer erzählen Theos Weg mit kindlichen Worten. Dennoch fehlt ihr etwas. Ein Funke, der mit dem kleinen Protagonisten mitfühlen und sich in ihn hineinversetzen lässt. Dieses gewisse Etwas, das einer Handlung das Gefühl nimmt, konstruiert zu sein. Was der Text hier nicht recht vermag, gelingt dafür den Illustrationen von Nadine Y. Resch. Mit leuchtenden Farben und ihrer eigenen Dynamik erzählen sie die Geschichte nach. Mal großflächig über ganze Seiten, dann in mehreren kleinen Episoden kommen kindliche Alltagssituationen und vor allem die dabei durchlebten Gefühle gut rüber. Oft bringen kleine Detail einen feinen Witz mit oder erzählen, was im Text nicht explizit angeführt ist.

„Theo - Ein Löwe setzt Grenzen“ erzählt eine Geschichte über das vom Setzen von Grenzen, ihrem Einhalten und diesen Tagen, an denen einem alles zu viel ist, erzählt. Anhand zweier typischer Situationen aus dem Kinderalltag geben die Autorinnen ihrer jungen Leserschaft eine wichtige Botschaft mit, die von lebendigen Illustrationen getragen wird.
Details
-
Erschienen:07/2026
-
Umfang:32 Seiten
-
Typ:Hardcover
-
Alter:3 Jahre
-
ISBN 13:9783734821745
-
Preis (D):16,00