Wild, wilder Wilda!
Bereit für ein niedliches Abenteuer im Wald? Mit ganz wilden Wildtieren und mutigen Heldinnen? Dann ist Lissa Lehmenkühlers und Laura Bednarskis herziges Bilderbuch „Wild, wilder, Wilda!“ genau das richtige, denn hier sind alle diese Dinge vertreten.
Von kleinen Wildtieren mit großem Mut
Mitten im Wald lebt Familie Wildschwein mit ihren Wildschweinkindern, von denen Wilda die allerkleinste, aber dafür auch allerwildeste ist. Wenn sie irgendwo auftaucht, grunzt sie ein lautes „Ich bin wild, wilder, Wilda!“ und alle wissen Bescheid. Wilda tollt quietschlebendig zwischen den Bäumen umher und pustet wilder als der Wind. Nur vor einem fürchtet sie sich, vor der finsteren Nacht. Denn dann schallt das schaurige Huuu-u-huuu des u-uhuuu-nheimlichen Huuus durch die Dunkelheit. Den Huuu hat noch kein Wildschwein gesehen, aber Wilda ist sich sicher, dass er gru-huuu-selige Augen und fu-huuu-rchtbar scharfe Krallen hat. Ihre Brüder lachen sie deswegen aus und so beschließt Wilda, noch wildere Abenteuer zu erleben. Dabei lernt sie Pünktchen kennen, ein Rehkitz, das genauso wild und aufgeweckt wie Wilda ist. Schnell freunden sie sich an und tollen vergnügt durch den Wald. Dabei vergessen sie die Zeit. Die Dunkelheit bricht herein und mit ihr erwacht das schaurige Hu-huuu. Wilda beginnt zu zittern, doch dann wird ihr klar, gemeinsam mit Pünktchen ist sie doppelt so wild wie der unheimliche Huuu. Also brüllen sie in die Nacht hinein - und machen dabei eine erstaunliche Entdeckung.

Von der Angst vor dem Unbekannten
Was wir nicht kennen, was wir nicht erklären können, das bereitet uns Angst. Dann versuchen wir es uns zu erklären, wodurch wir falsche Schlüsse ziehen, sich Vorurteile entwickeln und uns dadurch gefährliche Dinge einreden, die Angst machen. Vielleicht haben wir manchmal damit recht, doch im Fall von Wilda und Pünktchen ist dem nicht so. Denn - wir ahnen es bereits - hinter dem unheimlichen Hu-huuu der Nacht steckt ein kleiner Uhu mit großen Kulleraugen und einem liebenswerten Charakter. Natürlich ist auch er ein Wildtier wie Wilda und Pünktchen und die drei schließen ganz schnell Freundschaft.
Verpackt als wunderschöne Tiergeschichte bricht Lissa Lehmenkühler die Themen Vorurteile und Angst vor dem Unbekannten für Kinder herunter. Mit einer herzigen Geschichte und zauberhaften kleinen Charakteren zeigt sie, was passiert, wenn wir, statt zu hinterfragen, uns Dinge zusammenreimen und dazu dichten. Denn nichts anderes macht Hilda und jede Nacht scheint sie ihre Geschichte über den wilden Huuu noch etwas mehr auszuschmücken.
Neben dieser kindgerecht verpackten Botschaft bringt das Buch auch interaktive Mitmachanregungen mit, auf die sich Kinder sofort einlassen und die die Geschichte gleich etwas wilder machen. Im Verlauf der Handlung werden Kinder eingeladen, ebenfalls zu grunzen, zu pusten, zu schreien, sich wild zu bewegen oder Wilda beruhigend übers Fell zu streichen. Liebevolle Ideen, um Kinder näher an die Geschichte heranzubringen, aber auch mit dem Risiko behaftet, dass sie so wild werden, dass das Vorlesen etwas in den Hintergrund rückt. Dann hilft vermutlich nur, rasch umblättern, auf die entzückenden Illustrationen von Laura Bednarski deuten und erinnern, dass die Geschichte ja noch weiterzählt werden möchte.

„Wild, wilder, Wilda!“ ist nicht nur das Motto eines kleinen, herzigen Wildschweins aus dem Wald, sondern auch des gesamten Bilderbuchs. Dieses unterhält mit einer entzückenden Geschichte, wunderbar verspielten Illustrationen, interaktiven Mitmachelementen und einer Botschaft über Vorurteile, Angst vor dem Unbekannten und wie leicht sich diese manchmal austricksen lässt.
Details
-
Erschienen:02/2026
-
Umfang:32 Seiten
-
Typ:Hardcover
-
Alter:3 Jahre
-
ISBN 13:9783551522764
-
Preis (D):14,00