Der Postbär, der nicht lesen konnte
Wenn der Herbst kommt und damit für viele Kinder auch der Start ins Schulleben, stellt sich bald schon die Frage, warum man eigentlich lesen lernen muss? Susana Peix und Sara Sánchez beantworten diese Frage mit einem warmherzigen und sehr charmant erzählten Bilderbuch.
Ein geheimnisvoller Brief
Seit jeher ist Emil der Postbär, der gleich nach dem Frühstück sein Fahrrad besteigt und mit seiner Tasche voller Briefe losradelt. Jeden Tag bringt er den Tieren des Waldes ihre Post - und das, obwohl er gar nicht lesen kann! Emil erkennt die Briefe an ihrem Geruch und er weiß, zu welcher Jahreszeit und an welchen Tagen jedes Tier seinen Brief erhält. Dank dieser Routine kommt die Post regelmäßig und zuverlässig an.
Bis zu einem besonderen Herbstmorgen. Emil ist wie immer auf seinem Fahrrad unterwegs und hat schon fast alle Briefe ausgetragen. Nur einer ist noch übrig und der stellt Emil vor ein Rätsel. Wem gehört dieser Brief? Alle Tiere haben ihre Post schon bekommen, was nun? Vorsichtig riecht Emil an dem Umschlag und ganz eindeutig, er duftet nach Keksen. Also kann er nur von Oma Maus für Mila Maus sein.
Doch plötzlich liegt der Brief wieder bei Emil. Was nun? Emil ist ratlos, doch fest entschlossen, dem Geheimnis des Briefs auf den Grund zu gehen.

Ein warmherziges Bilderbuch
Was für ein wunderbar charmantes Bilderbuch, das Susana Peix und Sara Sánchez uns hier präsentieren. In warmen Herbstfarben und vor einer dezent ausgestatteten Kulisse nimmt es uns mit in den Eichenwald, wo der fleißige Postbote Emil unterwegs ist. Bereits beim Betrachten dieser zauberhaften Bilder lässt man sich von der Stimmung mitreißen und taucht in das Wohlfühlsetting ein. Die Geschichte selbst bringt nicht nur Wärme mit, sie erzählt vom Miteinander und der Gemeinschaft der Waldtiere; wie sie sich gegenseitig mit Post beglücken, wie sie füreinander da sind und auch Herzenswünsche anderer erkennen. Dass der Postbär nicht lesen kann, scheint kein Geheimnis zu sein. Dass er es gerne würde, ist aber offenbar ein Herzenswunsch, den er selbst noch nicht ausgesprochen hat. Dennoch erkennt eine kleine Maus diesen und beschließt, ihm das Lesen beizubringen. Der Weg zur Übermittlung dieser Botschaft bildet die Handlung des Buchs. Sie zeigt Kindern, warum Lesen lernen wichtig ist, dass man sich zwar mit kleinen Tricks und Hilfsmitteln durchmogeln kann, aber es immer irgendwann einen Moment gibt, an dem man nicht weiterkommt.

Beim Bär ist es der unerwartete Brief, dessen Absender und Empfänger er nicht „erschnüffeln“ kann. Es ist Zeit, um Hilfe zu fragen und diese anzunehmen. Etwas, das dem großen Bären offenbar nicht leichtfällt. Es braucht ein paar Umwege, bis es so weit ist. Die Freude darüber - sowohl beim Bären als auch bei der Unterricht gebenden Maus - ist groß und gibt Kindern eine starke Botschaft mit. Sie brauchen keine Angst vor dem Lesenlernen haben, im Gegenteil. Wer es kann, dem eröffnen sich neue Welten. Nicht nur, weil man dann die Absender von Briefen lesen kann und weiß, wer diese bekommen soll, sondern auch, weil mit dem Lesen sich Türen zu neuen Gelegenheiten und Chancen öffnen. Das ist doch eine wunderbare Aussicht, oder?

„Der Postbär, der nicht lesen konnte“ ist eine zauberhafte und warmherzige Geschichte über das Miteinander und die gegenseitige Unterstützung. Obendrein zeigt sie Kindern, dass man beim Lernen auf Hilfe angewiesen ist und die auch annehmen darf. Ein charmantes Vorlesebuch, besonders zur Einschulung.
Details
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Originaltitel:El cartero que no sabía leer
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Übersetzer*in:Karin Will
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Erschienen:08/2026
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Umfang:40 Seiten
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Typ:Hardcover
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Alter:4 Jahre
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ISBN 13:9783833750748
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Preis (D):16,99