Der Turbospecht
Eine Hängematte, zwischen zwei schattenspenden Bäumen gespannt. Ein Glas selbstgemachter Limonade in der Hand. Sechs endlos lange Ferienwochen voller Freiheit und ohne Verpflichtungen. Ein herrlicher Gedanke - würde er nicht von einem unsäglichen BUMM! BUMM! BUMM! durchbrochen werden.
Ein schräger Vogel und ein Sommer voller Neuanfänge
Winnie ist erst vor ein paar Wochen mit ihrer Familie aus der Großstadt aufs Land gezogen. In der Schule hat sie ihren Platz noch nicht gefunden, dafür aber einen Freund. John, ein ruhiger Schüler, von dem Winnie befürchtet, dass er ein Langweiler ist. Aber was soll man tun, wenn man gerade neu in einer Klasse ist?
Zum Glück ist nun aber der letzte Schultag des Schuljahrs vorbei und sechs lange Sommerferienwochen stehen bevor. Eigentlich hätte Winnie diese mit ihrer Familie im Ferienhaus in Mecklenburg verbringen wollen, doch in diesem Jahr fällt der Urlaub aus. Papa will in Ruhe an seinem neuen Buch schreiben und so bleiben für Winnie nur Sommerferien in der Hängematte im Garten. Das wäre vielleicht erträglich, wenn nicht gerade jetzt der Nachbar, Herr Radetzky, damit beginnen würde, eine Holzterrasse zu bauen. Und so geht es schon früh um 6 Uhr mit dem BUMM! BUMM! BUMM! los, das gelegentlich von einem AUA! unterbrochen wird.

Neue Freundschaften und eine Holzterrasse
Zum Glück hat Winnie aber John, mit dem sie an den Teich radelt. John, der mögliche Langweiler, der sich dann aber gar nicht als langweilig herausstellt. Im Gegenteil. John ist ruhig, überlegt, liest sehr gerne und übt auf Winnie eine beruhigende Art aus. Er macht ihr die ersten Ferientage erträglicher und hilft ihr über die Enttäuschung über den geplatzten Urlaub hinweg. Tja, und dann beobachten die beiden am Badesee einen Specht, der wie wild in einen Baum hämmert. Genau wie Nachbar Radetzky auf seiner Terrasse herumhämmert. Nur ohne das Aua. Dafür lässt der Specht eine Feder fallen. Winnie hebt diese auf, nimmt sie mit nachhause und hütet sie als ihren geheimen Schatz. Hat es der Specht vielleicht wegen dieser gestohlenen Feder auf die Wohnsiedlung abgesehen? Denn fleißig und scheinbar unaufhaltsam hämmert er sich durch fast fertige Holzterrassen, Haustüren und Fensterläden. Das ist seltsam und skurril, doch es ist dieser Specht, der den beginnenden Streit über den Baulärm zwischen Winnies Eltern und dem Nachbarn ausbremst. Denn die Holzterrasse ist viel mehr als nur ein Freizeitprojekt zur Hausverschönerung. Sie hat für den alten Herrn Radetzky eine tiefere Bedeutung, die am Ende zu neuen Freundschaften und interessanten Entdeckungen über Spechte führt.

Leichtfüßig und tiefgründig zugleich
Wunderbar leichtfüßig und zugleich auch tiefgründig erzählt Matthias Kröner diese Feriengeschichte. Eine Geschichte, die so unbeschwert wie der Sommer ist, zugleich aber auch zum Nachdenken anregt. Über Nachbarn, über neue Freunde, über das Miteinander und das Wahrnehmen der eigenen Umgebung. Matthias Kröner zeichnet hier eine kleine Gemeinschaft voller verschiedener und besonderer Figuren. So besonders, dass sie eigentlich auch wieder ganz alltäglich sind. Die Lehrerin, die mit Stimme wie sich ziehender Käse, doch tatsächlich noch fünf Minuten vor Schulschluss einen Vortrag über Spechte hält. Der alte Nachbar, der unbedingt in den Sommerferien eine Terrasse bauen muss. John, der so furchtbar langsam und warmherzig ist und außerdem bei seiner Tante lebt. Der Vater, der den Sommerurlaub absagt, um an seinem Roman zu arbeiten (aber durch das BUMM! BUMM! BUMM! keinen Satz zu Papier bringt). - Alle diese Charaktere sind wunderbar und vielschichtig und formen die Geschichte zu dem, was sie letztendlich ist: Humorvoll, schräg, warmherzig und mit poetischem Tiefgang.
„Der Turbospecht“ ist eine unerwartete Sommerferiengeschichte vor ländlichem Setting mit Badesee, Hängemattensommer, Schokoladeneis am Stil und jede Menge hämmernder, klopfender und ziemlich schräger Vögel.
Details
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Erschienen:05/2026
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Umfang:144 Seiten
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Typ:Hardcover
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Alter:8 Jahre
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ISBN 13:9783757102494
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Preis (D):13,90