Der Kinderbuchmarkt steckt voller kleiner Buchschätze mit besonderen Geschichten und vor allem beeindruckenden Illustrationen. Schon lange wird nicht mehr nur zu Farbstiften gegriffen, eine breite Produktpalette an Collagentechniken, Materialmixes und Arrangements haben einzigartige Bilderbücher hervorgebracht. In diese Gruppe reiht sich auch Stephan Wolfs und Jolanda Richters „Die Maus und der Falke“ ein, deren Bilder aus Ölgemälden bestehen.
Ein besonderes Bilderbuch
Das ist eine, zumindest in Europa, bisher noch nicht dagewesene Illustrationsform, wie Autor Stephan Wolf bei der Buchpräsentation in den Räumen der Österreichischen Kulturvereinigung (ÖKV) in Wien berichtete. Im Verlauf des Abends nahm er sein Publikum mit auf eine spektakuläre Reise durch Naturlandschaften und erzählte über die Entstehungsgeschichte des Bilderbuchs. Eines Buchs, mit dem sich Autor und Illustratorin, die an diesem Abend leider erkrankt war, deutlich vom restlichen Buchmarkt abheben wollen. Das ist ihnen auch gelungen, vor allem durch Jolanda Richters Bilder, die auf eindrucksvolle Weise das Reiseabenteuer einer kleinen Maus in Szene setzen.
Von wunderschönen Landschaften und einer einzigartigen Freundschaft
Jobi heißt die kleine Maus dieser Geschichte, die gerne bis spät in die Nacht in ihrem Lieblingsbuch „Phantastische Landschaften“ liest. Darin sind Bilder besonderer Landschaften, von denen Jobi sich wünscht, sie auch einmal bereisen zu können. Doch sie ist nur eine kleine Maus, wie sollte sie die Welt bereisen? Eines Nachts erfüllt sich dieser Traum, als ein junger Falke in Jobis Garten abstürzt. Während die kleine Maus den verletzten Flügel verbindet, freunden die beiden sich an und irgendwann wagen sie das Abenteuer. Mit einer Tasse um den Bauch gebunden, trägt Peppi, wie der Falke heißt, die kleine Maus über Täler, Schluchten, vorbei an Bergen und imposanten Wasserfällen bis hin zum Meer.
Ölgemälde als Kinderbuchillustration
Die Geschichte über die große Reise war von Stephan Wolf rasch zu Papier gebracht. Nun folgte Jolanda Richters Arbeit; sie musste die Bilder dafür schaffen. Gleichzeitig wollte sie Kindern aber auch Kunst näherbringen und so konzentrierte sie sich auf Landschaftsmaler des 19. Jahrhunderts. Sie recherchierte zwei Monate, um Gemälde zu finden, die genau zu der Geschichte passten, wie Stephan Wolf erzählte. Bilder, auf denen die atemberaubenden und einzigartigen Landschaften Europas gezeigt werden. Caspar David Friedrich, Joseph Rebell, Friedrich Gauermann und weitere inspirierten Jolanda Richter. Mit Albert Bierstadt machte man eine Ausnahme, zeigt sein „Light in the Forest“ zwar keine europäische Landschaft, kommt mit seiner Ähnlichkeit dieser, ebenso der Handlung sehr nahe.
Neun Landschaftsgemälde dienten also als Vorlage - und das wortwörtlich. Jolanda Richter begann sich in Maltechniken und Besonderheiten der Künstler hineinzulesen und -arbeiten und interpretierte deren Werke mit eigener Pinselführung neu. Darin platzierte sie schließlich Maus Jobi und Falke Peppi auf ihrer abenteuerlichen Reise.
Beeindruckend war, diese ursprünglichen Werke im direkten Vergleich mit den Ölbildern von Jolanda Richter sehen zu können. Es gibt viele Ähnlichkeiten, natürlich, aber man erkennt auch klar Jolanda Richters Handschrift - nicht nur anhand der beiden Hauptfiguren, sondern auch in kleinen Farbnuancen, Perspektiven und Ergänzungen. Denn aus einem hochformatigen Bild musste die Illustratorin eine querformatige Szene machen, ebenso andere Bilder dem Bilderbuchformat anpassen. Hinzu kamen Anforderungen an Platz für den gedruckten Text, der sich ausführlich auf die gemalten Landschaften bezieht. Atmosphärisch beschreibt er die aufsteigende Gischt eines Wasserfalls, saftiges Grün von Wiesen und salzige Meeresluft. Für dieses Buch hat nicht einfach nur eine Illustratorin eine Kindergeschichte mit Bildern ergänzt, hier haben Autor und Illustratorin ganz eng zusammengearbeitet, sich abgestimmt und eine gemeinsame Geschichte geschaffen, die auf besondere Weise beeindruckt und die Reiselust einer kleinen Maus ganz deutlich spüren lässt.
„Die Maus und der Falke“ ist viel mehr als eine Geschichte über eine ungleiche Freundschaft, über das Begraben alter Feindschaften und über die Erfüllung eines Traums. Es ist eine eindrucksvoll illustrierte Reise durch eine Auswahl Landschaftsbilder des 19. Jahrhunderts, die diese Kindern auf erzählerische Weise näherbringt.
Weitere Bilder: https://galleries.seirer-photography.com/Events/2026/buchpraesentation-janetts-meinung
Details
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Erschienen:09/2026
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Umfang:40 Seiten
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Typ:Hardcover
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Alter:4 Jahre
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ISBN 13:9783707453324
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Preis (D):20,00