Außerirdisch gut!
Wenn etwas außerirdisch gut sein soll, muss man daran mit großen Erwartungen herangehen. Wurde für ein entsprechendes Werk auch noch exakt dieser Titel gewählt, sorgt das vielleicht für etwas Unglaube. Wenn dann aber bekannt wird, dass es sich um eines der letzten Werke von Christine Nöstlinger handelt, ist man zumindest als Österreicher*in interessiert – gehörten ihre Bücher doch zum Aufwachsen dazu. Genau deshalb haben wir uns die Geschichte angesehen.
Von kontrollierten Bruchlandungen
Marcel ist zwölf, kein Tagebuchschreiber, aber in einer besonderen Situation, weswegen er eben doch Tagebuch schreibt. Denn bei ihm ist etwas Außergewöhnliches passiert: Ein Winzling mit einer Antenne am Kopf und einem silbernen Mantel ist in einer genauso silbernen Kugel seinem Zimmer gelandet. Ein Außerirdischer! Als er am Morgen wieder weg ist, hätte alles nur ein Traum sein können, aber er hat seinen Mantel vergessen. Der ist so groß wie der einer Barbiepuppe. Erst einige Zeit später findet Marcel auch das Fluggerät des kleinen Fremden, der sich darin wieder auflädt. Kurzerhand bringt er ihn in sein Zimmer … und dann erfährt er mehr.

Forschende, aber mit großen Problemen
Der Außerirdische heißt PX-012 und ist mit einem Freund und Kollegen mit der Bezeichnung PX-013 gemeinsam mit ihm angekommen, um die Menschheit näher zu untersuchen. Mit Miniatur-Computern und schneller Auffassungsgabe ausgestattet, unterstützt der kleine Mann Marcel bei seinen schulischen Problemen. Aber er ist auch auf der Suche nach seinem Kollegen, von dem fehlt nämlich zuerst jede Spur. Marcel beschließt ihm zu helfen, obwohl das heißen könnte, seinen neuen Freund bald wieder zu verlieren. Und mit dem Freundschaftschließen tut er sich generell nicht so leicht. Als sie erste Hinweise auf einen Absturz der Raumkapsel finden, scheint es sich um ein verlassenes Haus zu handeln.
Von neuen Freundschaften und großen Herausforderungen
PX-012 schickt nun Marcel als Menschen vor, um die Gegend auszukundschaften. Kein schlechter Plan für einen Außerirdischen, der angesichts seiner Größe durchaus von einer Katze verschleppt werden könnte. Aber für Marcel ist das eine große Herausforderung. Zum Glück trifft er dabei auf das Mädchen Eva, mit dem er sich überraschend gut versteht. Wird so alles ein gutes Ende nehmen?

Das Bemerkenswerteste an diesem Buch, dessen Geschichte erstmals 2014 veröffentlicht wurde, ist, dass sie in der (damaligen) Gegenwart angesiedelt war. Christine Nöstlinger hat Zeit ihres Lebens auf die Darstellung moderner Technik wie Mobiltelefonen und Computer größtenteils verzichtet. In dieser Geschichte ist sie noch einen Schritt weitergegangen und hat sogar Außerirdische mit eigener Technologie eingebaut. Etwas, was der damals beinahe 80-jährigen sicher nicht ganz leichtgefallen ist. Sie tastet sich dabei (genau wie ihr Protagonist Marcel) Eintrag für Eintrag in seinem Tagebuch weiter voran. Wobei die meiste Zeit über nicht so richtig viel passiert – wenngleich die gelungenen Illustrationen von Horst Hellmeier darüber hinweghelfen wollen. In der Kombination aus Bild und Text und bei sehr überschaubaren Kapitellängen steuert man auf das Finale zu und fragt sich dann doch, ob das alles war. War es vermutlich nicht, aber hier hört die Geschichte dann eben auf. Diese Abweichungen von der Nöstlinger-Norm machen das Werk zwar interessant und vielleicht sogar zu einem Kuriosum. Aber von ihren eigenen Klassikern ist das Buch kilometerweit entfernt. Und ob es ein modernes junges Publikum wirklich überzeugen könnte, darf bezweifelt werden. Mit einem nostalgischen Blick kann man das Werk jedoch mit einem Nicken schließen, mit dem man nochmals von einer der präsentesten Autorinnen der eigenen Kindheit Abschied nehmen kann.
„Außerirdisch gut!“ ist der Name des nochmals als eigenständigen Werk veröffentlichten Kinderbuchs von Christine Nöstlinger, das 2014 als einer ihrer letzten Texte erschien. Der Inhalt wird dem Titel nicht ganz gerecht, obwohl das Buch sowohl mit modernen Inhalten und Technologien aufwartet, als auch mit gelungenen Illustrationen von Horst Hellmeier. Doch die inhaltliche Tiefe, die man sonst von ihr kannte, ist hier nicht präsent, so dass das leider nur durchschnittliche Werk als letzter Abschiedsgruß einer großen österreichischen Kinderbuchautorin gesehen werden kann – und nicht mehr.
Details
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Erschienen:08/2026
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Umfang:96 Seiten
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Typ:Hardcover
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Alter:9 Jahre
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ISBN 13:9783707427738
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Preis (D):14,00