Die Wächter des Nebelwaldes
Wälder strahlen eine geheimnisvolle Aura aus. Je dichter das Unterholz ist, je enger die Bäume beieinanderstehen, desto unheimlicher wirken sie. Manchmal ranken sich Sagen und Legenden um sie, manchmal spürt man einfach nur, dass man besser nicht vom Weg abkommen sollte. Warum dem so ist, weiß aber keiner.
Geheimnisse des Waldes
Auch die Geschwister Michael und Lisa haben von ihren Eltern beigebracht bekommen, niemals den Waldweg zu verlassen; ihren Hund Luna, mit dem sie abends gerne noch eine Runde spazieren gehen, dürfen sie im Wald niemals von der Leine lassen. Dabei ist Luna eigentlich eine ganz Brave, die immer aufs Wort hört. Dennoch halten sich die Geschwister an diese zwei Regeln. Bis zu jenem Abend, an dem diese Geschichte ihren Anfang nimmt. Denn da hat sich Luna beim Spielen in ihrer Leine verheddert und um sie freizubekommen, muss Michael die Leine ganz kurz loslassen. Dieser Moment reicht schon und Luna saust davon. Sofort laufen die Kinder ihr hinterher und in einen merkwürdigen, aufsteigenden Nebel hinein. In diesem Teil des Waldes waren sie noch nie und bald schon entdecken sie einen verborgenen Ort mit einer alten Hütte. Hier wohnt der Waldschrat, der gerade drei andere magische Wesen zu Besuch hat: einen Kobold, einen Waldgeist und ein drachenähnliches Tier. Zunächst bleiben Michael und Lisa unerkannt, doch die feine Nase des drachenähnlichen Tiers nimmt bald ihre Witterung auf. Als dann noch ein Blutmond über dem Wald aufgeht, beginnt für die Geschwister das Abenteuer ihres Lebens.

Geheimnisvoll und mystisch
Lange haben wir auf einen neuen Band der dunklen Bücher warten müssen, in diesem Herbst ist er endlich da. Hannes Hörndler entführt seine junge Leserschaft in ein geheimnisvolles Setting, bei dem man sich fragt, ob man überhaupt noch in unserer Welt ist oder bereits das Tor zu einer anderen überschritten hat. Denn hinter einer Wand aus Nebel liegen uralte Geheimnisse über Waldgeister, Dämonen und andere Waldwesen. Eigentlich sollte der Nebel diese vor den Menschenaugen schützen, doch auch bei den magischen Wesen lässt mit dem Alter die Kraft nach. So kommt es, dass der Zauber des einen schwächelt und der Kopf des anderen vergessen hat, die Sprüche zu erneuern, weswegen die Geschwister und damit die Leserschaft hinter die uralten Waldgeheimnisse gelangen. Damit schlittern Michael und Lisa aber auch in ein Abenteuer hinein, in dem sie mehr als einmal in Gefahr sind. Zunächst nur sie selbst, doch mit dem aufgehenden Blutmond und der Bedrohung durch einen Blutjäger geraten auch die vier Waldwesen in Not. An dieser Stelle wendet sich das Blatt. Aus anfänglichen Gegnern werden Freunde. Lisa und Michael beschließen, den Waldwesen zu helfen und schmieden einen sehr riskanten Rettungsplan.
Spannend und atmosphärisch erzählt Hannes Hörndler sein Abenteuer, das Kinder ab neun Jahren abholt und sie fesselt. Die Handlung geht rasch voran, ein Ereignis folgt auf das nächste. Während der Autor temporeich erzählt, verzichtet er dabei auf einen ausladenden Weltenbau und auch auf übermäßige Charakterbeschreibungen. Damit eignet sich das Buch besonders für Gelegenheitsleserinnen und -leser, die zwar gerne in phantastische Abenteuer eintauchen, aber deren Aufmerksamkeitsspanne nicht für große Fantasyepen ausreicht. Hier können sie trotzdem ein Abenteuer zwischen Waldwesen, Magie und großen Geheimnissen erleben, das direkt hinter ihrem Haus, im naheliegenden Wald spielt.

Timo Grubing steuerte wie schon oft die Illustrationen zur Geschichte bei. Schwarzweißzeichnungen fangen einzelne Szenen ein und setzen diese stimmungsvoll um. So bekommt auch das Auge etwas geboten und der Textfluss wird obendrein aufgelockert.

Mit „Die Wächter des Nebelwaldes“ kehren die dunklen Bücher zurück und bringen eine abenteuerlich sowie kurzweilig erzählte Geschichte über zwei ganz normale Kinder und einen geheimnisvollen Wald mit magischen Bewohnern mit.
Details
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Erschienen:07/2026
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Umfang:96 Seiten
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Typ:Hardcover
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Alter:9 Jahre
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ISBN 13:9783707427240
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Preis (D):12,00