Gespensterjäger auf eisiger Spur
Kann man vor etwas Angst haben, das mutmaßlich gar nicht existiert? Natürlich. Sonst gäbe es die Gänsehaut nicht, die einen beim Besuch einsamer, dunkler oder grusliger Orte überkommt. Oder gibt es sie vielleicht doch? Gespenster? Cornelia Funke hat mit der Unterstützung von Simona Ceccarelli den ersten Band ihrer Reihe „Gespensterjäger“ als Graphic Novel veröffentlicht. Ihr Titel lautet „Gespensterjäger – auf eisiger Spur“.
Ein introvertierter Pechvogel
Tom ist ein ganz normaler Junge, der sich für verschiedenste Themen interessiert. Dazu gehören unter anderem Zombies, Aliens und Geister. Wobei das Interesse jetzt nicht unbedingt so gelagert ist, dass er diese gerne treffen würde. Doch er ist auch ein Pechvogel und nachdem er in einer Reihe Missgeschicke auch den Orangensaft über den Frühstückstisch verschüttet, wird er in den Keller geschickt, um eine neue Flasche zu holen. Einen Keller, der ihm sowieso schon immer unheimlich war, so düster, muffig und stickig wie er ist. Doch diesmal ist etwas anders. Denn er wird mit Schleim verklebt, mit unheimlicher Stimme angeheult und von eiskalten Fingern berührt. Als er flieht, ist ihm klar, das muss ein Gespenst gewesen sein.

Zu viel Fantasie oder spinnt er?
Seine Familie sieht die neu entflammte Angst vor dem Keller unterschiedlich. Während seine Eltern abwinken und seine Schwester sich über Tom lustig macht („Tompatsch“), nimmt seine Großmutter die Sache ernster. Sie schickt ihren Enkel zu einer Freundin, die sich mit Geistern beschäftigt. Hedwig Kümmelsaft hat eine Wohnung ganz in Rot, eine große Bibliothek, zahlreiche seltsame Artefakte und eine Anleitung für Tom, wie er das MUG (Mittelmäßig Unheimliches Gespenst) selbst verscheuchen kann. Doch leider läuft auch nicht alles so wie geplant.

Eine größere Mission
Denn das harmlose Gespenst namens Hugo wartet mit einer traurigen Geschichte auf. Es wurde von einem viel größeren und mächtigeren Gespenst aus seiner eigentlichen Heimstatt vertrieben und muss nun sein Dasein im Hauskeller fristen. Da dies tatsächlich gefährlich für Menschen werden könnte, schließen sich Tom, Hedwig Kümmelsaft und Gespenst Hugo zusammen, um gegen das UEG (Unglaublich Ekelhafte Gespenst) vorzugehen. Aber das ist alles andere als einfach.

Das Medium Graphic Novel ermöglicht es, vieles zu zeigen, ohne es direkt anzusprechen. So ist man schon zu Beginn der Geschichte begeistert über verschiedene Bücher, Plakate und Gegenstände in Toms Zimmer. Während die Geschichte selbst zu Beginn eher von einem typischen Mobbing-Opfer zu handeln scheint, nimmt sie mit der missglückten Bekämpfung des eigentlich freundlichen Geists Hugo eine rasante Wendung. Denn dann legt das Team der Gespensterjäger richtig los. Er geht an gruselige Orte und gibt kuriose Begegnungen sowie verrückte Pläne. Das Buch ist also nicht nur spannend, es ist auch humorvoll und wartet mit Überraschungen auf. Auch wenn der Zeichenstil nicht immer dazu geeignet ist, einem Schauer über den Rücken zu jagen, sondern eher ein Lächeln ins Gesicht zaubert, funktionieren Geschichte und Bilder zusammen sehr gut. Junge Leser*innen, die ohnehin Graphic Novels mögen, liegen hier auf keinen Fall falsch. Für andere, die sich erstmals auf das Experiment einlassen wollen, ist hier die Einstiegsschwelle niedrig und unterhaltsam. Ob das Werk auch all jene, welche die konventionellen Bücher schon kennen, nochmals überzeugen kann, ist allerdings fraglich
Mit „Gespensterjäger – auf eisiger Spur“ erscheint nun erstmals eine Grapic Novel zur erfolgreichen Reihe von Cornelia Funke. Illustriert von Simona Ceccarelli ist das Werk zwar eher witzig als gruselig gelungen, aber das tut dem Lesegenuss keinen Abbruch. Geister, Spuk, Improvisation und kleine Pannen sorgen für Unterhaltung und die Illustrationen stecken voller Details, die es zu erforschen gilt. Eine gelungene Adaption.
Details
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Band:1
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Erschienen:06/2026
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Umfang:160 Seiten
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Typ:Hardcover
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Alter:8 Jahre
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ISBN 13:9783743218130
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Preis (D):15,00