Fehler machen ist doch ganz normal
Jeder macht einmal Fehler; kleine wie große. Manchmal gibt es Tage, da scheint man von einem Fehler zum nächsten zu stolpern, da wird man vom Pech regelrecht verfolgt. Diese Tage sind frustrierend und geben uns kein gutes Gefühl. Doch sie gehen vorbei und bedeuten keineswegs, dass man immer alles falsch macht. Eine Botschaft, die für Kinder ganz wichtig ist und die Andrea Schütze und Sanra Reckers in ihrem Vorlesebuch mit auf den Weg geben wollen.
Wenn nichts gelingen will
Eigentlich hatte sich Lotta auf ihren ersten Tag in der Ferienbetreuung gefreut, doch dann passiert ihr ein Fehler nach dem anderen. Direkt beim Frühstück geht es los, als sie mit zu viel Schwung die Milch in ihr Müsli schüttet. Auf dem Weg zur Ferienbetreuung reißt nicht nur ihr gelber Regenmantel, Lotta strauchelt und fällt mitten in eine Pfütze. Patschnass kommt sie endlich an, doch das Pech ist sie dabei noch lange nicht los: Das Origami-Papier lässt sich nicht wie gewünscht falten, beim Backen hat der Mixer seinen eigenen Kopf und den Ball wirft sie mit zu viel Schwung, so dass er über den Zaun und in den Wald fliegt. Der Nachmittag geht genauso mies weiter und als am Abend auch noch das Sofakissen platzt und seinen Inhalt im Wohnzimmer verstreut, reicht es Lotta endgültig. Sie fühlt sich absolut verunsichert und glaubt, nichts richtig machen zu können. Da erzählt ihr Papa, was ihm alles an diesem Tag missglückt ist und Fehler einfach dazugehören. Denn nur so könne man lernen und über sich hinauswachsen.

Bestärkende Geschichte
Eine ganz wichtige Message, die hier an die junge Leserschaft weitergegeben wird. Fehler gehören dazu, passieren manchmal, aber man kann aus ihnen lernen und es beim nächsten Mal besser machen. Das bestärkt, macht Mut und hilft über Tage hinweg, an denen uns nichts zu gelingen scheint. Solche Tage sind wirklich frustrierend und ziehen die betreffende Person herunter. Jetzt den Mut und das Vertrauen in sich selbst nicht zu verlieren, ist gar nicht so einfach. Lotta erlebt solch einen Tag und mit jedem weiteren Missgeschick wird ihre Stimmung trüber.

Das ist auch ein wenig der Knackpunkt an diesem Buch. Es sind einfach zu viele Fehler, die passieren und zu wenig Lichtblicke dazwischen. Lotta scheint nichts richtig machen zu können - und das macht sie nicht unbedingt sympathisch. Klar, Pechtage gibt es, aber hier wird einfach zu viel des Guten beschrieben. Ein paar mehr Lichtblicke zwischendurch und nicht erst am Abend, hätten der Geschichte gutgetan; Ankerpunkte zum Aufatmen und an denen Kinder sich festhalten können. Das kommt zwar am Abend, aber dann ist es selbst für die Lesenden schwer, sich motivieren zu lassen. Dabei greift die Handlung durchaus viele Punkte aus dem kindlichen Alltag auf: Ferien, Ferienbetreuung, die Vorfreude darauf, die verschiedenen Aktivitäten, die man dort unternimmt. Andrea Schütze ist mit ihren Darstellungen ganz nah an der Erlebniswelt von Kindern und kann sie inhaltlich abholen. Das wird gut unterstützt von Sandra Reckers Illustrationen. In farbenfrohen Bildern lässt sie Lottas ersten Ferientag Gestalt annehmen. Klare Formen und kräftige Farben bieten dem Auge etwas zu sehen. Ganzseitige Bilder wechseln sich mit kleineren Motiven ab und verliehen dem Buch einen lebendigen Eindruck. So kann das junge Lesepublikum in Lottas Alltag und besonders diesen ersten Ferientag eintauchen.

„Fehler machen ist doch ganz normal“ ist eine wichtige Botschaft, die Kindern zeigt, dass einem durchaus etwas misslingen kann, vor allem, wenn man selbst noch ungeübt ist. Denn lernen kann man erst, wenn man erkennt, wo die eigenen Schwächen liegen. Das bestärkt, hilft beim Wachsen und vor allem selbstbewusster werden.
Details
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Erschienen:06/2026
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Umfang:48 Seiten
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Typ:Hardcover
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Alter:4 Jahre
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ISBN 13:9783743224285
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Preis (D):10,95