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Temple Twist

Mit dem richtigen Dreh gemeinsam ans Ziel
Rezension von Janett Cernohuby | 06. Juni 2026

Notizbücher haben einen besonderen Reiz. Sie dienen nicht nur dazu, seine Gedanken niederzuschreiben, sondern auch wichtige Informationen darin festzuhalten. So ist es auch ein geheimnisvolles Notizbuch, das eine Gruppe von ein bis vier Spielenden auf eine abenteuerliche Expedition in einen alten Tempel führt.

Dieser liegt tief im Dschungel und laut den Informationen des Notizbuchs soll er voller wertvoller Schätze sein. Das Ziel ist es, den Tempel bis in den hintersten Winkel zu erforschen und seine Schätze zu heben. Was im ersten Moment leicht klingt, ist es jedoch nicht. Denn der Tempel ist ein einziges Labyrinth aus Wänden. Gute Zusammenarbeit und Abstimmung über die nächsten Schritte sind unverzichtbar, wenn man sicher durch das alte Bauwerk kommen möchte.

Temple Twist. Mit dem richtigen Dreh gemeinsam ans Ziel

Das Abenteuer beginnt

Bevor es ans Tempelerkunden geht, müssen erste Vorbereitungen getroffen werden. Dazu gehört nicht nur der Aufbau des Spieles, sondern beim allerersten Mal auch das Zusammenstecken des Tempels selbst. Dieses ist recht einfach und in der Spielanleitung anschaulich beschrieben. Zudem sind die Einzelteile gut markiert, so dass der Tempel und das Schleimmonster rasch zusammengesteckt sind. Dann kann es auch schon mit dem Aufbau des Grundspiels losgehen.
Dafür werden fünf variable Wände in den Tempel geschoben, Raum- und Türkarten gemischt und entsprechend der Anleitung aufgedeckt, Ausrüstungsplättchen, Herausforderungskarten und diverse andere Spielelemente verteilt und im Vorrat bereitgelegt. Zum Schluss wird ein*e Startspieler*in bestimmt und dann geht es auch schon hinein in den Tempel.

Das Grundspiel

„Temple Twist“ ist ein kooperatives Spiel, das heißt, die Spielenden spielen gemeinsam gegen das Spiel. Räume werden gemeinsam erforscht, Aktionen gemeinsam besprochen. Allerdings dürfen die Spielenden nicht über ihre Aktionskarten sprechen. Ausrüstungsplättchen ermöglichen es allerdings, Karten zu tauschen oder anzuzeigen, welche man noch auf der Hand hat. Letzteres ermöglicht es den anderen, ihre nächsten Schritte anzupassen.

Temple Twist. Mit dem richtigen Dreh gemeinsam ans Ziel

Doch wie wird nun gespielt?

Ein Würfel, der zugleich der Ausrüstungsrucksack ist, wird in die Tür, die nach unten zeigt, gelegt. Diesen Würfel gilt es nun durch das Labyrinth zu manövrieren. Dies geschieht, indem der Tempel gedreht wird und Wände ein- oder ausgebaut werden. Der Würfel darf dabei nicht berührt werden.
Auf den zuvor aufgedeckten Raumkarten wird angezeigt, welche Räume es zu erforschen gilt. Landet während eines Zuges der Würfel in einem solchen, gilt der Raum als erforscht. Sind alle Räume erforscht, muss der Würfel zu der zuvor aufgedeckten Tür navigiert werden. Wichtig dabei ist, dass diese Tür nach unten ausgerichtet ist.
Welche Aktion ausgeführt wird - Wände verschieben oder Tempel drehen - zeigen die Aktionskarten an. Von diesen haben die Spielenden zu Beginn eine bestimmte Anzahl erhalten. Diese Aktionskarten sind zugleich die Energie, die Spielende haben. Kann man keine Karte mehr ausspielen, gilt die Runde als nicht geschafft und der Tempel als nicht erkundet.

Aber das ist nicht das Ende, denn man kann gleich in die nächste Runde durchstarten. Dafür darf der Tempel mit seinen Innenwänden und dem Würfel stehen bleiben, wie er ist. Es werden lediglich die Aktions-, Raum- und Türkarten gemischt und neu verteilt bzw. aufgedeckt.
Ab der zweiten Runde hat man außerdem die Möglichkeit, das Spiel kniffliger zu gestalten. Man kann mehrere Raumkarten aufdecken und somit mehr Räume erkunden. Es können zudem Herausforderungskarten ins Spiel gebracht werden. Von nun an kann das Spiel durch abgesperrte Wände, verfluchte Steine, Geheimaufträge, ein Schleimmonster oder andere Hürden erschwert werden. Das bringt weiteren, spannenden Spielreiz.

Temple Twist. Mit dem richtigen Dreh gemeinsam ans Ziel

Die Expedition

Wem das Grundspiel zu einseitig ist, der kann natürlich auch eine Expeditions-Variante starten. Dafür gibt es eigene Expeditionskarten anstelle der Herausforderungskarten. Zudem kommen weitere Ausrüstungsplättchen ins Spiel, darunter Joker.
Auch bei der Expeditions-Variante werden Räume wie im Grundspiel erforscht, allerdings wird die Anzahl der zu erforschenden Räume durch die Expeditionskarten bestimmt. Auch für die Aktionskarten gelten neue Regeln, ebenfalls bekommen der Würfel-Rucksack und ein besonderer Raum eine weitere Funktion. Auch bei der Expeditions-Variante werden mehrere Runden hintereinander gespielt, die aufeinander aufbauen und damit neue Spieldynamiken hervorbringen.

Raffiniertes Spielkonzept

„Temple Twist“ ist ein Spiel, das in seiner Grundvariante zunächst recht simpel erscheint und wenig Herausforderung vermuten lässt. Doch dem ist nicht so. Die Grundvariante dient lediglich dem Aufwärmen, bevor das Abenteuer so richtig losgeht. Denn mit jeder zusätzlich eingebrachten Raumkarte, jeder weiteren Herausforderungskarte wächst auch der Schwierigkeitsgrad. Gleiches gilt bei den Expeditionen, die ja auch aufeinander aufbauen und dadurch ungeplante Möglichkeiten bieten - oder Einschränkungen. Da die Spielenden sich über die nächsten Schritte abstimmen können, werden Risiken anders abgewogen und Taktiken überlegt. Doch eine ungeschickte Würfelbegegnung kann manches verändern; Wände plötzlich das Spielfeld verändern, Herausforderungen oder Expeditionsaufgaben das Handeln einschränken. Genau darin liegt der Reiz von „Temple Twist“, in den kniffligen Zusatzmöglichkeiten, die immer wieder Spaß machen und bei denen man nicht lange überlegen muss, ob man noch eine Runde startet. Das tut man nämlich durchaus; der Nervenkitzel in diesem alten Tempel hat Suchtpotential.

Temple Twist. Mit dem richtigen Dreh gemeinsam ans Ziel

„Temple Twist“ ist ein lebendiges und spannendes kooperatives Spiel für ein bis vier Spielende ab acht Jahren. Je nachdem wie vielen Herausforderungen und Aufgaben man sich stellen möchte, kann eine Spielrunde schnell abgeschlossen sein oder etwas länger dauern. Doch eines ist klar: Hat man dieses Spiel erst einmal aufgebaut und ausprobiert, hat das Konzept einen schnell gefangen und lässt einen erst mal nicht los.

Details

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Spieltiefe: