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In einer Mondnacht

Rezension von Janett Cernohuby | 10. Juni 2026
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Neuanfänge wühlen uns auf und gehen nicht ohne ein gewisses Maß an Nervosität einher. Je einschneidender der Neuanfang, etwa der Umzug in ein neues Zuhause, desto größer ist diese und wandelt sich sogar in Angst. Jetzt braucht es etwas Bestärkendes, das Mut und Zuversicht schenkt. Nina Hultsch gibt diese in Form eines Bilderbuchs an ihre junge Leserschaft.

Eine großartige Nachtwanderung

Die Angst vor dem Neuanfang in einem neuen Zuhause hat auch Lola. Sie ist gerade in die Stadt gezogen und noch ein wenig schüchtern. Als die erste Nacht in ihrem neuen Zuhause anbricht, ist das zugleich der Beginn eines großartigen Abenteuers. Lolas Bär wird auf einmal riesengroß und lädt das Mädchen zu einem Spaziergang im Wald ein, der hinter ihrem Garten beginnt. Die beiden schlüpfen durch ein Loch im Zaun und schon steht Lola in einer magischen Welt. Etwas mulmig setzt sie einen Fuß vor den anderen, überquert den Fluss und klettert an Bäumen empor. Sie betritt eine geheimnisvolle Höhle und läuft mit Wildschweinen um die Wette. Je länger die Nacht andauert, je mehr Tiere Lola auf ihrem Streifzug kennenlernt, desto mehr wächst die Zuversicht und der Mut, am nächsten Tag ihr neues Zuhause im Tageslicht zu erkunden.

Nina Hutlsch: In einer Mondnacht

Mut durch die Macht der Fantasie finden

Es ist nur allzu verständlich, wenn Kinder nach einem Umzug in eine neue Stadt Angst verspüren. Sie wurden aus ihrer vertrauten Umgebung herausgerissen, mussten ihre Freunde zurücklassen und stehen nun vor zahlreichen neuen Herausforderungen. Ein anderer Kindergarten oder eine andere Schule mit vielen fremden Gesichtern, eine neue Umgebung, die sie nicht kennen - alles das kann Angst machen und lässt ein Gefühl von Unsicherheit aufkommen. Klar, dass sich Kinder nun eingeschüchtert fühlen und in sich zurückziehen - so wie Lola in dieser Geschichte. Das ist ganz natürlich und oft hilft es, ihnen etwas Zeit zu lassen, um im neuen Zuhause anzukommen. Zeit, aber auch Zuversicht, dass alles gut werden wird. Bei Lola ist es ihr kleiner Spielzeugbär, an dem sie sehr hängt, und eine ordentliche Portion Fantasie. In der Nacht erwacht dieser Bär nämlich zum Leben und nimmt Lola mit auf einen Waldspaziergang. Es ist ein abenteuerlicher und fantasievoller Ausflug, durch eine ganz besondere Naturlandschaft. Hier wachsen Pilze und Gräser, die größer als das Mädchen sind, hier können Tiere sprechen und laden zum fröhlichen Spiel ein. Plötzlich ist das neue Umfeld gar nicht mehr so schrecklich fremd, sondern wirkt wunderbar vertraut. Gestärkt und motiviert durch diesen Traum ist Lola nun bereit, neue Freundschaften einzugehen und aufregende Abenteuer zu planen.

Nina Hutlsch: In einer Mondnacht

Fantasie ist eine starke Kraft, die Mut macht und anspornt, Neues zu wagen. Sie hilft dabei, verschiedene Möglichkeiten und Situationen durchzuspielen, sich auf Eventualitäten vorzubereiten, nur um dann festzustellen, dass alles viel einfacher ist, als man zunächst geglaubt hat. Nina Hultsch gibt diese zuversichtliche Botschaft in diesem Bilderbuch an Kinder weiter. Die Autorin und Illustratorin erzählt diese mit wenigen Worten und in sehr fantasievollen Bildern. Vierfarbig gestaltet, lässt sie darin eine Welt voller kleiner Wunder und magischer Begegnungen entstehen. Es ist ein unaufgeregt erzähltes Buch, in dem dennoch große Abenteuer stattfinden. Es regt die Fantasie an und lädt zum Träumen ein. Allein, man fragt sich, warum Lola in der Nacht einen Specht trifft, der zu den tagaktiven Tieren gehört.

Nina Hutlsch: In einer Mondnacht

„In einer Mondnacht“ kann so viel passieren. Aus einem unbekannten Umfeld wird plötzlich eine neue Heimat, die es zu erkunden gilt. Nina Hultsch erzählt das in einer unaufgeregten und fantasievollen Geschichte, die von feinen Bildern getragen wird.

Details

Bewertung

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