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Noa im Nachtgebirge

Rezension von Janett Cernohuby | 10. Juni 2026
Antolin Quiz

Gesehen und anerkannt zu werden, ist der Wunsch vieler Kinder. Noa tut sich schwer damit. Zwar wird sie von ihren Eltern geliebt, doch in der Schule wird sie von den Mädchen ignoriert, ja regelrecht gemieden. Das wird auch nach den Sommerferien nicht anders sein, doch Noa wird in diesen lernen, mehr Selbstwertgefühl zu entwickeln, um zukünftig auch ohne die coolen Mädchen auszukommen.

Ein Sommer auf der Alm

Um vom Ärger in der Schule Erholung und Ablenkung zu finden, verbringt Noa die Sommerferien bei ihrer Tante in den Bergen. Die lebt dort seit einem Jahr als Sennerin auf einer Alm. Schon die Fahrt ins Nachtgebirge ist für Noa ein Abenteuer, auf deren letzten Abschnitt sie Sepp kennenlernt, einen Jungen, der den gleichen Weg hat un ddessen Familie die Alm an ihre Tante verpachtet hat. .
Der Aufstieg zur Alm wird nicht nur anstrengend, er weckt in Noa das Gefühl, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Im Wald hört sie Kinderstimmen singen, im Wasser taucht ein Mädchengesicht auf, dabei sagt ihre Tante, dass es außer Sepp und Noa keine Kinder in der Gegend gebe. Die seltsamen Ereignisse nehmen immer mehr zu: Beim Herstellen des Käses gehen ihr die Griffe von der Hand, als hätte sie immer schon Käse gemacht. In der Kapelle im Dorf hört sie Mädchenstimmen und aus dem Haus ihrer Tante verschwinden auf geheimnisvolle Weise immer mehr Gegenstände. Als Noa in der verbotenen Hütte oberhalb der Alm einen verwahrlosten Jungen trifft, fügen sich die Puzzleteile langsam zusammen und ein uraltes Geheimnis tritt zu Tage…

Zwischen historischen Ereignissen und mythologischen Überlieferungen

Zunächst beginnt Sophie Hardachs Buch wie eine Geschichte über ein Mädchen, das in ihrer Klasse nur schwer Anschluss findet, das von den angesagten Mädchen ausgegrenzt und ausgelacht wird. In ihrem Bestreben, mit ihnen mithalten zu können, passiert ihr ein Missgeschick, was sie erst recht zum Gespött macht. Doch dann nimmt die Handlung eine Wendung. Ihr Außenseiterdasein rückt in den Hintergrund, denn oben auf der Alm gibt es nur wenige Menschen, mit denen Noa in Kontakt kommt. Hinzukommt, dass sie alle etwas eigen sind: die Tante, die mit ihrer Art in der Familie als komisch gilt, der Müller, dessen Sohn geheimnisvolle Andeutungen macht aber nie konkret wird und der eigenbrötlerische Waldmichl mit seinen Geistergeschichten. Kaum ist Noa also bei ihrer Tante angekommen, rücken ihre Probleme in den Hintergrund und werden sogar über weite Teile des Buchs ganz vergessen. In den Mittelpunkt rückt ein geisterhaftes Geheimnis, das über der Alm und dem Tal liegt. Immer wieder bekommt Noa seltsame Gesprächsfetzen mit; hört von einem Schälchen beim alten Stollen, das die Tante jeden Tag mit Milch befüllen soll. Als sie nachfragt, bekommt sie nur eine ausweichende Antwort über alte Bräuche und einen Berggeist, mit dem man sich gut stellen will. Dann sind da diese seltsamen Stimmen im Wald, der Gesang eines Kindes und die verbotene Hütte auf dem Hang. Das alles weckt Neugier und Misstrauen in dem Mädchen und Noa beginnt mit Nachforschungen. Das hat natürlich ganz wesentlichen Einfluss auf die Atmosphäre des Buches, das geheimnisvoll und ein wenig mystisch erscheint. Die Hanldung zieht die Leserschaft in den Bann und schnell erkennt diese, dass hier mehr im Spiel ist, als nur eine alte Überlieferung von einem Berggeist. Vielmehr sind es die Geister der Vergangenheit, die ihr Unwesen treiben und vom Dorf Wiedergutmachung verlangen.

„Noah im Nachtgebirge“ ist eine atmosphärisch und dicht erzählte Feriengeschichte, in der sich Bergsagen mit historischen Fakten vermischen. Vielschichtig und spannend erzählt Sophie Hardach ein Sommerabenteuer zwischen der atemberaubenden Natur der Bergalmen und den unheimlichen Geheimnissen alter Bauerngeschichten.

Details

Bewertung

  • Gesamt:
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