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Brot in aller Welt

von Maria Bakhareva, Anna Desnitskaya (Illustrator*in)
Rezension von Stefan Cernohuby | 02. September 2026
Antolin Quiz

Es gibt Nahrungsmittel, über die man sich in der Regel wenige Gedanken macht. Sie existieren einfach, sind immer da und immer verfügbar. So wie Brot. Maria Bakhareva und Anna Denitskaya haben über das Thema aber länger nachgedacht und das Sachbuch „Brot in aller Welt“ geschrieben, das im Gerstenberg Verlag erschienen ist. Es verspricht eine genussvolle Reise für alle Brotfans.

Brot im Kontext der Menschheitsgeschichte

Nicht alles, was Brot im Namen trägt ist etwas, das jeder als Brot identifizieren würde. Aber was das Nahrungsmittel überall gemeinsam hat, ist, dass mit seiner Entstehung und Verbreitung mehrere wichtige Schritte hinsichtlich der Entwicklung einer Zivilisation einhergegangen sind. Vom ersten Mahlen wilder Samenkörner über die Erfindung des Brots, den Ackerbau und letztendlich den Handel mit Backwaren. Brot ist also ein wichtiger Begleiter und ein wichtiger Bestandteil der Menschheitsgeschichte. Dabei wurden auf den verschiedenen Kontinenten ziemlich unterschiedliche Gräser, Wurzeln und Früchte verarbeitet. Etwas, das man in späteren Kapiteln näher kennenlernen soll.

Maria Bakhareva: Brote aus aller Welt

Grundlagen, Tipps und Tricks und erste Rezepte

Ein erstes Kapitel vermittelt, was man eigentlich an Werkzeug benötigt, um aus Mehl und weiteren Zutaten Brot zu backen. Denn was sind eigentlich Treibmittel? Wofür benötigt man Messer? Und in welche Formen kann man Brot denn überhaupt bringen – in etliche, so viel kann hier schon einmal vorweggenommen werden. Ein hierzulande klassischer Bestandteil von Brotrezepten ist Sauerteig, aus dem man eine ganze Menge verschiedener Brotsorten backen kann. Man erfährt per Rezept, wie man diesen ansetzt, und um das Ergebnis gleich zu verwenden, werden aus den Resten des Sauerteigs Pancakes gebacken.

Maria Bakhareva: Brote aus aller Welt

Eine brotige Reise um die Welt

Die bereits mehrfach angekündigte Reise beginnt im Nahen Osten, wo anhand einer Karte gezeigt wird, wo welches Getreide angebaut wird und welche traditionellen Brotlaibe oder Fladen daraus gebacken werden. Eine typische türkische Bäckerei wird vorgestellt und danach das Rezept für eine türkische Pita illustriert und Schritt für Schritt durchgeführt.
Weiter geht es nach Asian wo man erkennt, dass sich in Vorderasien einige Ähnlichkeiten mit den Backwerken aus dem Nahen Osten ergeben, aber je weiter man sich entfernt umso anderes Brot findet man. Einer Bäckerei in Mumbai folgt dann ein Rezept für japanisches Milchbrot.
Australien und Ozenanien sind insofern interessant, weil hier Kolonialismus (mit Brot) auf einheimische Rezepte trifft. Dabei werden unter anderem Bananen und die Brotfrucht verwendet, um Teig herzustellen, der nachher gebacken wird. Ein Rezept gibt es hier zu einem Maori-Kartoffelbrot, obwohl die Kartoffel erst 1770 eingeführt wurde.
Auch in Südamerika wurde der Weizen erst durch die Europäer eingeführt. Traditionell wurde eher mit Maismehl gearbeitet. Das Rezept im Kapitel stammt aber aus Paraguay. Chipa, ein herzhaftes Gebäck aus Maniokmehl, Maismehl und mit Käse. Auch in Nordamerika und Europa kann man einiges an neuen Informationen sammeln, besonders in Regionen, die einem nicht so bekannt sind. Zum Nachbacken gibt es Focaccia aus Italien.
Afrika hat seine Brotbacktraditionen von Ägypten ausgehend gelernt und dann abgewandelt. Zum Ausprobieren gibt es ein Rezept von Lahoh, Fladenbrot aus Somalia.
Mehr oder weniger als Gag wird dann auch die Antarktis vorgestellt, wo es immerhin eine große Bäckerei gibt. Und als Rezept werden Amundsens Haferkekse vorgestellt. Also jene, die der Entdecker des Südpols dabei hatte.

Maria Bakhareva: Brote aus aller Welt

Ist das Buch nun eine Reise um die Welt im Namen des Brots, die Groß und Klein begeistert? Die Antwort darauf ist ein wenig schwierig. Erwachsene werden auf viel Bekanntes stoßen, aber doch auch Neues entdecken. Kinder können die enthaltenen Rezepte kaum alleine ausprobieren, benötigen also die Hilfe ihrer Eltern oder anderer Erwachsener. Jene Rezepte sind so gestaltet, dass man auch alternative Zutaten verwenden kann, wenn man landestypische Inhaltsstoffe gerade nicht dahat. Das ist in Ordnung. Aber die einzelnen Brote, die erwähnt werden, kommen sehr kurz. Ohne online nachzulesen weiß man nicht, woraus manche der Laibe bestehen oder was daran speziell ist. Hier wäre ein Stichwortverzeichnis mit einer kurzen Erklärung wünschenswert gewesen. Wer sich generell für Brot begeistert (leider kommt keines namens Bernd vor) und sich Appetit auf mehr holen will, ist mit diesem Buch aber an der richtigen Adresse.

„Brot in aller Welt“ nimmt einen tatsächlich auf eine Reise mit, die alle Kontinente besucht und deren Brote und ähnliche Backwaren vorstellt und dabei auch einige Rezepte mitliefert. In die Tiefe wird in dem vom Maria Bakhareva geschriebenen und von Anna Denitskaya illustrierten Werk dabei aber nicht wirklich gegangen, was vor allem Kinder dazu bringen könnte, ihre Eltern zu nötigen, mehr über manche Sorten herauszufinden. Insofern kann das Werk eher nur großen Brotfans empfohlen werden.

Details

  • Originaltitel:
    Хлеб. Вкус мира
  • Übersetzer*in:
    Thomas Weiler
  • Verlag:
  • Genre:
  • Erschienen:
    06/2026
  • Umfang:
    80 Seiten
  • Typ:
    Hardcover
  • Alter:
    10 Jahre
  • ISBN 13:
    9783836963428
  • Preis (D):
    26,00

Bewertung

  • Gesamt:
  • Anspruch:
  • Illustration: