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Die Geschichte der Hexen und magischen Frauen

von Hazel Atkinson, Camelia Pham (Illustrator*in)
Rezension von Stefan Cernohuby | 08. Juni 2026
Antolin Quiz

Es gibt verschiedene Versuche, sich Themen anzunähern, die in ihrer Kernsubstanz unbequem sind, aber durch Überlieferungen und Popkultur in vielerlei Hinsicht verklärt wurden. Im DK Verlag hat sich Hazel Atkinson einer derartigen Thematik angenommen. Mit „Die Geschichte der Hexen und magischen Frauen“ ist ein großformatiges und von Camelia Pham illustriertes Werk entstanden, das schon auf den ersten Blick eindrucksvoll wirkt.

Behutsame Heranführung an Begrifflichkeiten

Um zu verstehen, wie der Begriff Hexe und das heutige Bild von selbiger entstanden ist, benötigt es sehr viel Hintergrund, im Laufe des Buchs erklärt wird. Die ersten Seiten bereiten tatsächlich auf die Themen vor, die dann in den Folgekapiteln genauer erklärt werden. Ob alle Hexen Frauen sind, welche Hexen-Stereotypen es gibt und wo es im Laufe der Menschheitsgeschichte Auseinandersetzungen mit Magie und dunklen Mächten gab. Genau diese verschiedenen Abschnitte werden danach detaillierter ausgearbeitet.

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Religion, soziale Strukturen, Magie und Legenden

Ebenfalls wichtig zu verstehen ist, wie Religionen und soziale Gefüge in den unterschiedlichen Zeiten für das Verständnis von Gut und Böse wichtig waren und an welchen Stellen man sich aus diesen Gefügen löste. Denn die Beschäftigung mit verschiedenen Themen, die nicht üblich, nicht standesgemäß oder vielen anderen nicht vertraut waren, führten mitunter zur Einstufung von (häufiger) Frauen und (seltener) Männern als Hexen oder deren Derivaten in anderen Zeiten und Systemen.

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Der großartige Wissensteil

Um ein Thema richtig zu verstehen, muss man über den Tellerrand blicken und das ist etwas, das der DK Verlag besonders gut schafft. Denn selbst wenn man denkt, über Hexen und deren Rolle in der eigenen Religion und im eigenen Kulturkreis Bescheid zu wissen, hat man doch von einer großen Menge anderer nur dann gehört, wenn man sich aktiv mit der Materie auseinandergesetzt hat. Mesopotamien, Ägypten, China, Japan und das antike Griechenland. Überall gab es ein eigenes Verständnis von Magie, Verboten, Außenstehenden in der Gesellschaft und dem Wirken von Kräften im Verborgenen. Diese alle werden durch Legenden, das jeweilige Glaubenssystem, Kulte, verwendete Werkzeuge, Kräuter und Literatur in Verbindung gebracht. Es wird sowohl auf Verfolgung und Prozesse eingegangen als auch eine Modernisierung der Ansichten in späteren Zeiten.

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Zusammengefasst kann man sagen, dass „Die Geschichte der Hexen und magischen Frauen“ keineswegs nur neues Wissen für Kinder enthält, sondern derartig viele Informationen zusammengetragen hat, dass man auch als Erwachsener noch einige Aha-Momente erleben kann, besonders hinsichtlich anderer Kulturkreise, Legenden und geschichtlichen Ereignissen, die weit außerhalb des üblichen Fokus stehen. Was man aber (leider) tatsächlich in Frage stellen muss, ist die Eignung des Werks ab zehn Jahren. Auch wenn es perfekt für die Zielgruppe illustriert und designt ist, enthält es im Vergleich zu Wissenswerken aus anderen Verlagen vermutlich mehr als den doppelten Textanteil. Was grundsätzlich positiv ist, könnte dazu führen, dass nicht so geübte junge Leser*innen mit einigen der Kapitel überfordert sind. Das soll jedoch keineswegs die Qualität des Werks in Frage stellen, denn diese ist abgesehen von einigen kleineren Details in der Übersetzung über alle Zweifel erhaben.

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„Die Geschichte der Hexen und magischen Frauen“, verfasst von Hazel Atkinson und illustriert von Camelia Pham ist weit mehr als nur ein Wissensband über Hexen. Es ist ein Werk, das sich mit der Herleitung und dem Verständnis der Begrifflichkeiten, deren Entwicklung über die Jahrhunderte und der Auseinandersetzung mit Betroffenen auf vielfältigen Ebenen auseinandersetzt. Es ist ein Buch, aus dem auch Erwachsene noch viel Neues mitnehmen können. Fraglich ist tatsächlich nur, ob das wirklich bereits für zehnjährige geeignet ist, für die der Textanteil möglicherweise ein bisschen zu hoch ist.

Details

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