Schascha und der Buchspazierer
Bücher sind etwas ganz Wunderbares. Sie enthalten nicht nur Wissen, sie geben uns auch die Möglichkeit, in andere Welten einzutauchen, außergewöhnliche Charaktere kennenzulernen und gemeinsam mit ihnen Abenteuer zu erleben. Abenteuer, die uns helfen, vom Alltag abzuschalten, aber auch unser eigenes Tun und Handeln zu reflektieren. Carsten Henns „Buchspazierer“ hat viele große Lesende begeistert, nun hat der Erfolgsautor die Geschichte für Kinder noch einmal neu erzählt.
Bücherliebe verbindet
Jeden Tag beobachtet die neunjährige Schascha von ihrem Fenster aus einen älteren Herren, der mit einem prall gefüllten Rucksack an ihrem Haus vorbeigeht. Montags bis freitags, immer zur gleichen Uhrzeit. Zu gerne möchte Schascha wissen, wer der Mann ist und spricht ihn eines Tages einfach an. Sein Name ist Carl Kollhoff, er ist Buchhändler und trägt jeden Tag Bücher an seine Kunden aus. Schaschas Neugier ist geweckt und sie möchte Carl von nun an begleiten. Zögerlich stimmt dieser zu, doch der aufgeweckten und fröhlichen Art des Mädchens kann keiner lange widerstehen. Auch Carls spezielle Kund*innen nicht, die er nach bekannten Protagonist*innen aus Büchern benannt hat. So wird Schascha bald zu einer festen Begleiterin von Carl. Bis eines Tages Schaschas Vater hinter das Geheimnis seiner Tochter kommt und ihr verbietet, mit Carl mitzugehen. Mehr noch, er stellt Carl zur Rede und es kommt zum Eklat. Nun ist es an Schascha zu zeigen, wie viel Mut und Herz in ihr stecken - und welche ungewöhnlichen Freundschaften über die Bücher hinaus sie geschlossen hat.

Bestseller für Kinder neu erzählt
Mit dem „Buchspazierer“ hat Carsten Henn international Erfolg gefeiert. Nun hat er sein Buch, das bereits verfilmt wurde, für eine junge Leserschaft neu erzählt. Die Handlung ist im Wesentlichen gleich geblieben, lediglich der Erzählfokus hat sich verschoben. Weg vom Buchspazierer und hin zu Schascha. Damit wird die Geschichte auch jungen Lesenden zugänglich. Sie erleben die Spaziergänge des alten Buchhändlers aus kindlicher Perspektive. Carls Hintergrund, warum er die Bücher auf diese Art zu den Kund*innen bringt, wird nur am Rande umrissen. Dennoch wird deutlich, dass Carl sein Päckchen zu tragen hat. Genau wie auch alle anderen Figuren im Buch: Schascha, deren Mutter viel zu früh gestorben ist und die nun allein mit ihrem Vater lebt; ein Vater, der schwer unter dem Verlust der Frau zu leidet. Carls Kunden, die zwar reich, aber einsam, liebenswert aber mit einem gewalttätigen Ehemann, eine letzte Nonne in einem aufgelassenen Kloster, ein Buchliebhaber ohne Lesen zu können und eine pensionierte Lehrerin, die ihren Beruf vermisst. Jeder bringt seine ganz eigene Geschichte mit, die über die ausgelieferten Bücher ans Licht tritt. Und die durch den Buchspazierer und seine junge Helferin ein neues Kapitel beginnen. Eines, in dem sie alle zusammenfinden, über sich hinauswachsen und Neues wagen.

Die Geschichte ist unglaublich herzerwärmend, leichtfüßig und voller starker Themen. Berechtigt könnte man fragen, ob es für Kinder nicht zu viel der Themen sind. Vielleicht; vielleicht sollten wir unseren Kindern aber einfach auch mehr zutrauen. Denn sie meistern in ihrem Alltag so viel und sind oft viel reifer, als wir denken. Dennoch dürfen zwei Punkte nicht ungenannt bleiben. So berührend und bewegend das Buch ist, ist es dennoch eine Geschichte für geübte Leserinnen und Leser; für Viellesende, die mit Leidenschaft in die Abenteuer zwischen zwei Buchdeckeln eintauchen und die in diesen Buchwelten versinken können. Genussleserinnen und Genussleser eben. Wenngleich die stimmungsvollen Bilder den Text wunderbar ergänzen und bereichern.

Der zweite Punkt ist Schaschas Vater, besser gesagt dessen Verhalten. Es ist verständlich, dass es ihm nicht gefällt, wenn seine Tochter mit einem fremden Mann mitgeht. Doch wie er damit umgeht, ist stark fragwürdig. Warum sucht er nicht das Gespräch mit seiner Tochter? Warum greift er Carl an? Nicht nur verbal sondern auch körperlich - mit Folgen. Ja, es tut ihm am Ende leid, doch der Schaden ist angerichtet. Karl ist verletzt, liegt mit einem gebrochenen Arm im Krankenhaus, in das ihn aber nicht Schaschas Vater gebracht hat, sondern eine Anwohnerin, die Carl zufällig gefunden hat. Eine angemessene Aufarbeitung des Vorfalls gibt es nicht. Der Vater kommt ungestraft davon. Hier wird Kindern ein Verhalten gezeigt, werden Werte vermittelt, die kritisch betrachtet werden müssen.

„Der Buchspazierer“ hat viele Menschen berührt, viele Herzen bewegt. Nun können auch Kinder diese wunderbaren Menschen und das aufgeweckte Mädchen Schascha kennenlernen, die durch die Liebe zu Büchern und Geschichten eine besondere Freundschaft schließen und lernen, wie viel Mut und Liebe in ihrem Herzen steckt.
Details
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Erschienen:08/2026
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Umfang:176 Seiten
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Typ:Hardcover
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Alter:9 Jahre
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ISBN 13:9783751208864
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Preis (D):18,00