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Privatdetektiv F. X. Mücke

Rezension von Janett Cernohuby | 27. Januar 2009

Auch unter den Kinderbüchern gibt es wahre Klassiker, die sich heute nicht minder großer Beliebtheit erfreuen, als zu ihrer Veröffentlichungszeit. Noch heute sind Titel wie "Die Schatzinsel", "Pipi Langstrumpf", "Nesthäkchen", "Hanni und Nanni" und viele andere in den Kinderzimmern anzutreffen. Den Autoren jener Werke ist es gelungen, nicht nur gute Kinderliteratur zu schreiben, sondern auch zeitlose. Zu diesen Autoren darf sich Ursel Scheffler mit ihrem "Privatdetektiv F. X. Mücke" zählen. Dieser erstmals 1979 veröffentlichte Zyklus um einen gewieften Ermittler wurde nun im Egmont Schneider Verlag neu aufgelegt und in einem Band veröffentlicht.

F. X. Mücke ist ein Privatdetektiv, der auch "der Mann der 1000 Gesichter" genannt wird. Mit seiner verblüffenden Kombinationsgabe kam er bisher jedem Gauner auf die Spur. Nun steht eine neue Aufgabe vor ihm. Als nämlich der wertvolle Sarkophag mit der Mumie des kleinen Pharao aus dem Museum gestohlen wird, unterbricht F. X. Mücke sofort seinen Urlaub und verfolgt die Spur des Täters. Doch dies ist gar nicht so leicht, finden sich doch im Museum keinerlei Einbruchsspuren. Um herauszufinden, wie der Täter an das wertvolle Ausstellungsstück herankam, muss F. X. Mücke selbst im Museum einbrechen.
Doch kaum hat er diesen Fall gelöst, klingelt auch schon erneut sein Telefon. Frau Ascheimer und ihr Mann werden bedroht. Ständig erhalten sie ominöse Anrufe, in denen ein Unbekannter, der sich als "Der Uhu" ausgibt. Er droht ihnen, das kostbare Sammlerstück in Form einer Eule zu stehlen, wenn Professor Ascheimer ihm nicht seine Erfindung überlässt. Die Ereignisse spitzen sich zu, als eines Tages der Professor gekidnappt wird. Wird es F. X. Mücke gelingen, den Professor zu retten?
Nach der Klärung des dritten Falls, soll es F. X. Mücke endlich vergönnt sein, ein paar Tage Urlaub zu nehmen. Er erhält von einem alten Bekannten eine Einladung nach Schottland. Doch in dem Schloss, in dem F. X. Mücke ein paar Tage Erholung finden will, spukt es. Als die Geister dann auch noch zu Dieben werden, wird es dem Superdetektiv zu bunt und er beschließt, ihnen das Handwerk zu legen. Aber wie fängt man eigentlich einen Geist?
F. X. Mücke ist noch nicht richtig aus Schottland zurückgekehrt, da muss er auch gleich wieder verreisen. Dieses Mal geht es in ein kleines Dorf namens Mühlenteich. Hierhin ist die Reporterin Elli Hahn gereist, um die grünen Maler zu interviewen. Doch für F. X. Mücke gibt es was viel interessanteres: Eine Mühle, um die sich alte Spukgeschichten ranken. Der Privatermittler hat genug von Geistergeschichten, muss jedoch erkennen, dass diese Mühle tatsächlich ein dunkles Geheimnis birgt...

Die Abenteuer des Privatdetektivs F. X. Mücke sind nichts besonders. Weder gibt es in ihnen Handlungsstränge und Ereignisse, die es so noch nicht gegeben haben, noch stechen die Hauptfiguren durch herausragende Fähigkeiten und Eigenschaften hervor. Aber deswegen sind die Geschichten keineswegs langweilig. Spannend und mit einer Prise Humor erzählt die Autorin von den Abenteuern des etwas eigenwilligen Detektivs. Die Sprache des Buches richtet sich dabei ganz an Kinder. Es werden einfach Worte und Sätze verwendet. Auch wird die Handlung nicht in mehrere Stränge zerrissen, die am Ende ein Gesamtbild ergeben. Geradlinig und stets für die jungen Leser nachvollziehbar, arbeitet sich der Protagonist durch die Kriminalfälle. Dabei kommt er ohne jegliche moderne Technologien, wie Handys, Computer oder gar das Internet zurecht. Wie auch, waren diese Dinge zu Zeit der Erstveröffentlichung doch noch Zukunftsvisionen. Umso bemerkenswerter ist es, dass der Leser zu keinem Augenblick eben jene modernen Technologien vermisst.
Der vorliegende Sammelband beinhaltet alle vier über den Privatdetektiv erschienen Geschichten: "Das Geheimnis des kleinen Pharao", "Das Geheimnis der roten Eule", Das Geheimnis des flüsternden Turmes" und "Das Geheimnis der Mühle im Moor". Diese sind in Inhalt und Art der Handlung und aufzuklärenden Verbrechen sehr unterschiedlich. Ebenso laufen sie größtenteils gewaltfrei ab. Zwar gibt es immer ein Verbrechen, sei es in Form eines Einbruchs oder Betrugs, aber nie wird eine Person ernsthaft verletzt oder stirb. Somit können bereits Kinder ab 6 Jahren die Abenteuer des Privatdetektivs F. X. Mücke vorgelesen werden. Zwar wird das Buch ab einem Alter von 9 Jahren empfohlen, aber in einem Zeitalter von Harry Potter haben sich Erwartungen und Interessen zum Inhalt stark verändert, als es noch vor 20 Jahren der Fall war.

Insgesamt ist "Privatdetektiv F. X. Mücke" ein schönes, wenn auch kein herausragendes Kinder- und Jugendbuch. Spannend und liebenswert erzählt, können die Kinder der Vorgehensweise eines Ermittlers aus den 80er Jahren folgen und sehen, dass auch ohne Handy und Internet ein Leben möglich war.

Details

Bewertung

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  • Humor:
  • Gefühl:
    Keine Bewertung

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