Wenn Gedanken fliegen


Gedichte zum Staunen, Wundern und Träumen.
von Sandra Niebuhr, Jana Mikota (Hrsg.)
Rezension von Stefan Cernohuby | 14. Januar 2026

Wenn Gedanken fliegen

Wir alle machen uns über verschiedene Themen Gedanken. Diese können manchmal sehr rational, manchmal etwas skurril und gelegentlich auch satirisch sein. Oder zusammengefasst gesagt: philosophisch. Das ist ein Begriff, mit dem Kinder nicht unbedingt viel anfangen können, wenn man ihnen das Konzept nicht näherbringt. Die beiden Herausgeberinnen Sandra Niebuhr und Jana Mikota versuchen das mit dem Buch „Wenn Gedanken fliegen – Gedichte zum Staunen, Wundern und Träumen“, das von Sonja Stangl illustriert wurde.

Hört das ich auf, wenn Gedanken fliegen?

Das Buch ist in einzelne Abschnitte unterteilt, die sich mit einzelnen Themen oder Inspirationsquellen auseinandersetzt, zu denen von den verschiedenen Autor*innen dann Gedichte ausgewählt wurden, die sich sowohl in Struktur, Länge, Versmaß (wenn vorhanden) und Interpretation unterscheiden. Je nach Abschnittsthema gibt es gleichermaßen ernste wie humorvolle Passagen. Manchmal steht alles Kopf und an einigen Stellen sind die Illustrationen von Sonja Stangl präsenter als die Worte.

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Wer spinnt Träume aus welchen Fäden?

Die Herausgeberinnen haben eine sehr vielfältige Gruppe an Mitwirkenden zusammengestellt, die sehr unterschiedlich an Gedichte und ihre Aussage herangehen. Unter den Teilnehmenden stechen die Beiträge von Heinz Janisch heraus, Elisabeth Steinkellner spielt mit der grafischen Gestaltung, Nils Mohl lässt gelegentlich Worte weg oder selbige unvollständig. Arne Rautenberg arbeitet gerne mit Wiederholungen, Michael Hammerschmid sieht gerne über Groß- und Kleinschreibung hinweg und bei Heike Nieder hat man mitunter das Gefühl, dass sie auch selbst über ihre Witze lacht während man liest, dass Uwe-Michael Gutzschhahn mit seinen Texten teils eigene Wege geht.

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Lachen, Weinen und alles bleibt anders!

Ob es sich nun um Gedanken über Glück, heitere Gedanken über die verdrehte Realität oder tiefsinniges Grübeln über das unvermeidliche Verstreichen von Zeit und den daraus resultierenden Folgen handelt, es gibt beim Lesen immer etwas zum Nachdenken. Vielleicht werden sogar einige der jungen Lesenden darüber nachdenken, wie sie ähnliche Ideen ihrerseits in Reim- oder Gedichtform zu bannen. Philosophie zum Erleben, mit Reimen, die in diesem Fall eher weniger streng in ein Korsett gepresst sind, sondern ihre Form direkt von ihren Erschaffer*innen bekommen.

„Wenn Gedanken fliegen – Gedichte zum Staunen, Wundern und Träumen“ ist ein Buch, das von Sandra Niebuhr und Jana Mikota herausgegeben wurde und jungen Lesenden Philosophie und Gedichte zu verschiedenen Themen näherbringen möchte. Natürlich ist vieles auch Geschmackssache, weswegen das sicherlich nicht bei allen Texten gelingen wird. Die Idee ist aber sehr gut und wenn man sich darauf einlässt, findet man auch einige lyrische Perlen.

Details

Bewertung

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