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Arena Bibliothek des Wissens

Mendel und die Antwort der Erbsen

Rezension von Janett Cernohuby | 03. Februar 2009

Arenas "Bibliothek des Wissens" ist eine Jugendsachbuchreihe, die sich auf lockere und unterhaltsame Art verschiedenen Sachthemen widmet. Dabei werden sowohl große Persönlichkeiten der Geschichte als auch aktuelle gesellschaftliche und politische Themen behandelt. Die Reihe besticht dadurch, dass sie trockene Themen verständlich und vor allem spannend aufarbeitet. Nun erschien in dieser Reihe der Band "Mendel und die Antwort der Erbsen". Kann es dem Verlag gelingen, auch dieses doch sehr trockene und eintönige Thema ansprechend aufzubereiten? Wir wollten dies genau wissen und beschäftigten uns mit dem Buch eingehend.

Mit seinen Forschungen über die Vererbungslehre hat Johann Gregor Mendel einen wichtigen Beitrag geleistet. Nicht zu Unrecht gilt er daher als Vater der Genetik. Doch sein Leben verlief dabei ganz anders, als man es sich für solche bedeutungsvollen Forscher vorstellen mag. Davon erzählt Mendel auch seinen Leser. Er berichtet, wie er in Schlesien geboren und aufgewachsen ist. Bereits als Kind ging er lieber zur Schule und lernte, anstatt seinem Vater auf dem Gut zu helfen. Dennoch arbeitete er gerne im Garten und veredelte dort die Obstbäume.
Auch später, als junger Mann, konzentrierte er sich sehr auf das Aneignen von Wissen. Dank dem Verzicht seiner jüngeren Schwester auf ihr Erbe konnte Mendel sogar ein Studium beginnen. Nebenbei arbeitet er als Lehrer und verdiente sich so einen kleinen Teil dazu. Trotzdem reichte das Geld nicht aus. Als ihm sein Lehrer empfahl, in Brünn dem Augustinerkloster als beizutreten, nahm Mendel diesen Rat nach reiflicher Überlegung an. Das Kloster war bekannt dafür, dass Forschung und Wissenschaft gefördert wurden. So ermöglichte es auch dem jungen Mendel, sein Studium fortzusetzen.
Während dieser Zeit wurden viele Entdeckungen gemacht. Charles Darwin veröffentlichte seine Evolutionstheorie und erhielt viel Anerkennung. Auch Mendel war nicht untätig und erforschte die Vererbung von Merkmalen. Über Jahre hinweg kreuzte er dafür verschiedene Erbsensorten - untereinander, miteinander und wieder zurück. Er beobachtete und studierte seine Ergebnisse genau und stellte schließlich zwei allgemeine Regeln auf, die heute als die Mendelschen Gesetze bekannt sind. Das gewonnene Wissen lies er in Skripten drucken und sandte diese an namhafte Wissenschaftler. Doch diesen schien entweder Mendel zu unbedeutend oder das Thema zu unspektakulär, jedenfalls verstaubte die Manuskripte in den Regalen. In den folgenden Jahren wurde Mendel zum Abt des Klosters ernannt und konnte nun immer weniger Zeit für seine Forschungen aufbringen. Im Januar 1884 starb er schließlich, ohne für seine Entdeckung jemals geehrt worden zu sein. Tatsächlich dauerte es noch sechzehn Jahre, bis man deren Wert und Bedeutung wiederentdeckte und anerkannte.

Wie arbeitet man solch ein relativ unspektakuläres und trockenes Thema für Kinder und Jugendliche spannend auf? Luca Novelli startet diesen Versuch und lässt Mendel seine Lebensgeschichte auf lockere und humorvolle Art erzählen. Zwar gelingt es dem Autor durchaus, der trockenen Biographie Leben einzuhauchen, das Thema selber wird dadurch aber nicht spannender. Insgesamt bleiben Mendel und seine Vererbungslehre einfach unspektakulärer als etwa Archimedes, Leonardo da Vinci oder Alexander der Große. Trotzdem muss sowohl Autor als auch Verlag Anerkennung ausgesprochen werden. Denn das Buch präsentiert sich als ein weiterer ernstzunehmender Band der Reihe "Arena Bibliothek des Wissens". Es wurden die wichtigen Fakten zusammengetragen und leicht verständlich für Kinder aufbereitet. Diese werden als eine Art historischer Roman präsentiert, der zusätzlich mit einer Portion Humor gewürzt wurde. Humor, der jedoch niemals ins Lächerliche abrutscht. Auch die Schwarz-Weiß-Karikaturen, welche den Text auflockern, sind heitere Auszüge aus dem jeweiligen Themenabschnitt. Dazwischen finden sich aber auch kurze, ernsthafte Zwischenthemen, die über die wissenschaftlichen und technischen Errungenschaften jener Zeit sprechen. Am Ende des Buches wurde ein sehr ausführliches Glossar angefügt, in welchem wichtige Begriffe aus dem Bereich Genetik und Vererbungslehre noch einmal zusammengefasst und in kurzen Sätzen erläutert werden.
Auch wenn dieser Band wohl nur wenige begeisterte Leser finden wird, ist er insgesamt eine Bereicherung. Besonders als Zusatzmaterial für den Einsatz im Unterricht eignet er sich hervorragend. Auf leichte, lockere und einfache Weise bringt er jungen Lesern ein bedeutendes Thema nahe, sensibilisiert sie dafür, wirkt dabei aber nicht so trocken, wie das Biologiebuch.

Zusammengefasst liegt mit "Mendel und die Antwort der Erbsen" ein eher durchschnittlicher Band der Reihe "Arena Bibliothek des Wissens" vor. An der Aufbereitung des Themas für junge Leser gibt nichts zu bemängeln, jedoch wird das Thema selbst wohl nur sehr wenige interessieren oder werden es spannend finden. Als Begleitmaterial für den Schulunterricht ist es jedoch hervorragend geeignet, da es ein trockenes Thema auf heitere Art wiedergibt. Somit muss man dieses Buch aus zweierlei Gesichtspunkten betrachten: Sachlich ist es hervorragend aufbereitet; wenn es um das Interesse der jungen Leser geht, wird es jedoch wenig punkten können.

Details

Bewertung

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