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Der 1000-jährige Junge

Rezension von Stefan Cernohuby | 04. März 2019
Antolin Quiz

Jedes Alter hat seine eigenen Herausforderungen. Auch elf Jahre alt zu sein ist schwierig. Besonders aber, wenn man dies für über tausend Jahre lang ist. So wie der Protagonist aus dem neuen Roman von Ross Welford „Der 1000-jährige Junge“, das im Coppenrath Verlag erschienen ist. Das klang nach einem derartig unglaublichen Szenario für einen Jugendroman, dass man das zugehörige Buch beinahe lesen musste.

Aidan ist gerade erst umgezogen, da lernt er seine Nachbarin Roxy kennen. Und schon steckt er in Schwierigkeiten, denn das Mädchen hat ein Hobby: die noch seltsameren Nachbarn in ihrer uralten Hütte im Waldstück nebenan zu beobachten. Sie hält die Frau für eine Hexe, den Jungen für ein Hexenkind. Oder zumindest so etwas in dieser Art. Warum sie das tut, kann sie argumentativ untermauern, denn sie besitzt uralte Fotos, auf denen sich offensichtlich die gleichen beiden Personen befinden, die auch jetzt dort leben. Als kurz darauf das Haus der beiden abbrennt und die Frau getötet wird ist es der Junge namens Alfie, der allein zurückbleibt. Und die Wahrheit ist noch viel unglaubwürdiger als die Hexengeschichte. Alfie lebt seit über tausend Jahren und sieht immer noch so aus, als wäre er ein elfjähriger Junge. Doch nun wird alles sehr kompliziert. Alfie hat keine Erziehungsberechtigten, muss in ein Heim und weiß nicht, wie er allein durchkommen soll. Zu allem Überfluss erfährt der „Nimmertote“, dass eine archäologische Ausgrabung genau dort durchgeführt werden soll, wo er das alchimistische Gegenmittel gegen seine Unsterblichkeit versteckt hat…

Das Szenario ist spannend. Ein Junge, der in Wahrheit über 1.000 Jahre alt ist, kann natürlich nur schwer mit einem normalen Kind verglichen werden. Zu viel Wissen, zu viele Sprachen und zu viele Erfahrungen hat er bereits angesammelt. Erstaunlich ist hierbei, dass sich Alve alias Alfie in diesem Werk trotzdem weitgehend wie ein Kind verhält. Natürlich besitzt er den Körper eines Kindes, aber auch der seelische Zustand ist immer noch ziemlich kindlich. Einige Fehlentscheidungen, die während des Buchs getroffen werden, würde ein Erwachsener in diesem Alter vermutlich nicht treffen. Das macht das Werk etwas seltsam. Natürlich wurde es auch für eine entsprechende Zielgruppe verfasst, was auch beispielsweise bei einem früheren Werk des Autors wie „Zeitreise mit Hamster“ passiert ist. Hier wirkt die Situation ein wenig aufgesetzt, wie auch die Tatsache, dass sich Alfie so leicht mit seinen jungen Nachbarskindern anfreundet. Das passt dann irgendwie auch dazu, dass er gerne ein normales Leben leben möchte – und erwachsen werden. Von Müdigkeit und Erschöpfung durch die tausend Jahre ist hier keine Spur. Das ändert zwar nichts daran, dass das Werk spannend und unterhaltsam ist und junge Leser vermutlich zu begeistern weißt. Aber es verhindert einfach, dass man es zur absoluten Pflichtlektüre erklären müsste. Einen Tipp ist es jedoch allemal.

„Der 1000-jährige Junge“ ist der mittlerweile dritte Roman von Ross Welford, der im Coppenrath Verlag erschienen ist. In diesem Werk werden zwei Kinder mit einem Nachbarn konfrontiert, der sich als 11jähriger herausstellt, der vor über 1.000 Jahren aufgehört hat, älter zu werden. Eine Situation, die durch einen Brand und einen Tod zusätzliche Brisanz gewinnt. Auch wenn der titelgebende Protagonist vielleicht etwas zu kindlich dargestellt wird, kann man das Werk jungen Lesern dennoch empfehlen. Denn spannend ist es von Anfang bis zum Ende.

Details

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gewalt:
  • Gefühl:

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Hardcover

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