Der lächelnde Odd und die Reise nach Asgard

von Neil Gaiman, Johannes Steck (Sprecher*in)
Rezension von Stefan Cernohuby | 24. Mai 2018

Der lächelnde Odd und die Reise nach Asgard

Die deutsche und die englische Sprache haben viele Gemeinsamkeiten aber genauso viele Details, Regeln und Bedeutungen, die sie voneinander trennen. So ist so manche doppelte Wortbedeutung nur in einer der Sprachen wirklich verständlich. Das bedeutet aber nicht, dass eine Geschichte, die auf einer solchen Doppeldeutigkeit basiert, in einer anderen Sprache keinen Reiz hätte. Dementsprechend ist Neil Gaimans nordische Saga „Der lächelnde Odd und die Reise nach Asgard“ natürlich auch in deutscher Sprache erschienen. Wir haben uns dem Werk in Hörbuchform gewidmet.

Selbst unter Wikingern gibt es Außenseiter. So wie Odd, dessen Vater bei einem Beutezug verstorben ist, der nur ein gesundes Bein hat und der von seinem Stiefvater nur als Belastung gesehen wird. In einem wirklich strengen, außergewöhnlich langen Winter, beschließt Odd seine Familie zu verlassen und in den Wald zu gehen. Dort, wo er eine Hütte besitzt, trifft er auf einen Bär, einen Fuchs und einen Adler, die sich seltsam gebärden. Kein Wunder, denn Odd stellt kurz darauf fest, dass es sich um verwandelte Götter handelt. Odin ist der Adler, Thor der Bär und der schlaue Fuchs ist – Überraschung – Loki. Tatsächlich sind die Götter allesamt auf eine List hereingefallen und wurden in Tiergestalt aus Asgard verbannt. Doch Odd hat einen Plan. Einen seltsamen, um genau zu sein. Doch warum sollte in einer Welt, in der Götter in Midgard wandeln, ein Wagnis nicht gelingen?

Odd bedeutet in englischer Sprache so etwas wie eigenartig, merkwürdig und sonderbar. Es hat noch viel mehr Bedeutungen, weswegen der Name des Protagonisten auch Programm ist. Er begegnet sprechenden Tieren und denkt sich seinen Teil. Er stellt fest, dass sie Götter sind und arrangiert sich auch damit. Und letztendlich liegt es an ihm, Asgard und die Asen zu retten. Das stellt ihn dann zumindest vor eine kleine Herausforderung.Odd bedeutet in englischer Sprache so etwas wie eigenartig, merkwürdig und sonderbar. Es hat noch viel mehr Bedeutungen, weswegen der Name des Protagonisten auch Programm ist. Er begegnet sprechenden Tieren und denkt sich seinen Teil. Er stellt fest, dass sie Götter sind und arrangiert sich auch damit. Und letztendlich liegt es an ihm, Asgard und die Asen zu retten. Das stellt ihn dann zumindest vor eine kleine Herausforderung.Neil Gaiman hat mit der Geschichte, die im Original „Odd and the Frost Giants“ – also einfach „Odd und die Frostriesen“ heißt, ein Werk verfasst, das als Kinderbuch angelegt ist, aber trotzdem nicht kindlich ist. Zahlreiche Inhalte sind sogar eigentlich nicht wirklich kindgerecht, doch der Autor verpackt blutige, brutale und teils schauderhafte Inhalte in einem Nebensatz. Er gibt einem gar nicht die Zeit, näher darüber nachzudenken, weil das einfach zur Geschichte gehört – zu Midgard, das unter einem ewigen Winter zu leiden scheint und zu Asgard, wo sich die Frostriesen breitgemacht haben. Johannes Steck liest die Geschichte, die auf zwei CDs Platz findet und Kinder zu fesseln vermag. So sehr, dass sie unbedingt wissen wollen, wie das Hörbuch ausgeht und sich nicht auf den nächsten Tag vertrösten lassen wollen. Es ist eine zeitlose Geschichte, so wie man sie heute oft sucht, aber selten findet. Und ja, sie ist von Neil Gaiman. Was soll man sonst noch darüber schreiben?

„Der lächelnde Odd und die Reise nach Asgard“ ist ein etwas zu komplizierter und langer Titel für ein Kinderbuch von Neil Gaiman. Das in seiner Hörbuchform von Johannes Steck vorgetragene Werk bietet eine fesselnde Geschichte, die Kinder bis zu ihrem Ende nicht mehr loslässt. Einige vielleicht nicht ganz kindgerechten Inhalte werden so geschickt in die Handlung integriert, dass man sie einfach nicht kritisieren kann. Das macht das Werk zu einem weiteren modernen Klassiker von Neil Gaiman, den man unbedingt sein Eigen nennen sollte. Und nicht nur für die eigenen Kinder.

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Bewertung

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