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Was Herr René so alles malt

Rezension von Janett Cernohuby | 11. Mai 2018
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Es gibt Gemälde, die unglaublich realistisch aussehen. Sogar so realistisch, dass man ganz genau hinschauen muss, um zu erkennen, dass sie keine Fotografien sind. Auch Herr René kann großartig malen. So großartig, dass seine Bilder tatsächlich echt werden. Davon erzählt Leo Timmers Bilderbuch "Was Herr René so alles malt".

Wenn gemaltes Wirklichkeit wird

Herr René ist ein begnadeter Maler. Ihm wohnt das Talent inne, Dinge so realistisch zu malen, das man glauben könnte, sie wären echt. Da sie es aber nicht sind, versucht Herr René sie auf dem Markt zu verkaufen, um sich von dem Geld etwas zu essen kaufen zu können. Doch leider interessiert sich niemand für seine Bilder. Herr René wünschte, sein gemalter Apfel sei echt, dann könnte er in ihn hineinbeißen und bräuchte nicht hungern. Kurz darauf steht ein Mann neben ihm und schnippt mit dem Finger. Der Apfel wird echt! Das wird von nun an alles, was Herr René malt. Jetzt mangelt es ihm an nichts mehr, denn alles was er braucht, malt er sich einfach. Doch eines Tages muss Herr René erkennen, dass Reichtum zwar satt, aber nicht glücklich macht. Und sein Glück lag einst im Malen von Bildern.

Herr René und seine surrealistische Vorlage

Leo Timmers lehnt seine Bilderbuchfigur an den surrealistischen Maler René Magritte an. Dieser richtete sein künstlerisches Schaffen auf Bilder aus, die die Wirklichkeit verdeutlichen und zeigen, dass sie doch nur Bilder sind. Selbst den schönsten gemalten Apfel kann man nicht essen. Dieses für Magritte vielzitierte Beispiel eröffnet auch Leo Timmers Geschichte. Wir sehen den Maler René, der wunderschöne und realistische Bilder malt, aber dennoch nichts mit ihnen anfangen kann. Er kann seine gemalten Äpfel nicht essen und an seinen gemalten Blumen nicht riechen. An diesem Punkt kommt eine Änderung, die Magrittes Aussagen, ein Bild ist nicht mit Sachen zu verwechseln, die man berühren kann, negiert. Denn in der Geschichte wird Herr René mit einem Zauber belegt, der jedes seiner Gemälde echt werden lässt. Von nun an fehlt es Herrn René an nichts mehr: Er hat immer genug zu essen, besitzt die schönsten Autos, die luxuriösesten Dinge und lebt in einer großen Villa. Nur eines fehlt Herrn René zu seinem Glück: Freude. Früher fand er sie im Malen seiner Bilder. Doch das kann er nun nicht mehr. Denn was er malt, bleibt kein Bild. Herr René erkennt, dass materielle Dinge Glück, Freude, Zufriedenheit nicht ersetzen können.
Diese Botschaft gibt Leo Timmers seinen jungen Lesern mit auf den Weg. In dieser verspielten und von wunderschönen, wie auch witzigen Illustrationen begleiteten Geschichte regt er zum Nachdenken über materielle Dinge und Werte an. Über die Wichtigkeit von Freundschaft und Reichtum. Worin liegt der Reiz des Lebens, wenn man sich alles sofort besorgen kann? Wenn man sich für nichts mehr bemühen muss? Herr René macht diese Erfahrung und teilt sie mit seinen jungen Lesern.

Leo Timmers ist ein weiteres großartiges Kinderbuch gelungen. In diesem referenziert er den Maler René Magritte und führt dessen Aussage "Das ist kein Apfel" in eine ganz andere Richtung. Er erzählt eine Geschichte über materielle Dinge und Werte und regt Kinder auf unterhaltsame Weise zum Nachdenken an. Damit kann das Buch einerseits unterhalten, bereitet Freude, vermittelt andererseits auch eine klare Botschaft.

Details

  • Autor*in:
  • Originaltitel:
    Meneer René
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    03/2018
  • Umfang:
    40 Seiten
  • Typ:
    Hardcover
  • Alter:
    3
  • ISBN 13:
    9783946972211
  • Preis (D):
    15,00

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Illustration:

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