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Hör mal, wer da bellt!

Rezension von Janett Cernohuby | 14. Januar 2014

Bei Spaziergängen mit Kleinkindern sind Tiere stets ein Highlights und der Grund, warum man bei jedem Garten mit Hühnerstall einen kurzen Halt einlegen muss. Und genauso gerne wie sie Tiere beobachten, imitieren Kinder auch deren Geräusche. Jeder Hund, egal ob in natura oder auf einem Bild, wird mit einem lauten "wau-wau" kommentiert. "Hör mal, wer da bellt!" von Hartmut Bieber ist der Titel eines Kleinkinderbilderbuchs, in welchem es nicht nur um beliebte Haustiere geht, sondern auch um ihre Tierstimmen.

Denn in "Hör mal, wer da bellt!" geben sechs süße und beliebte Haustiere den Ton an. Hund und Katze laden mit ihrem Gebell und Mauzen zum Spielen ein, der Hahn weckt am Morgen mit seinem Kikeriki und der Esel begrüßt mit einem Lauten I-ah seine Freunde. Auf dem Teich und auf der Weide ist viel los, wie das Quaken der Enten und das Mähen der Lämmer beweist.
Damit das jeweilige Tier seinen Ton erklingen lässt, drückt man im Buch auf die Schnauze oder den Schnabel des jeweiligen Tieres. Angezeigt wird dies durch drei rote Schallwellen und einen leicht optisch hervorgehobenen Kreis. Letzteren sieht man jedoch am besten, wenn man das Buch leicht schräg und gegen das Licht hält.
Zu den Lauten der Tiere gibt es auf den jeweiligen Doppelseiten natürlich auch einen kurzen Zweiteiler, der ein wenig zum Bild erzählt.

Grundsätzlich ist "Hör mal, wer da bellt!" eine liebe und witzige Bilderbuchidee, die es in anderer Form und für eine andere Altersgruppe bereits beim Coppenrath Verlag gab. Daher könnte man eigentlich davon ausgehen, dass es an der Verarbeitung und Umsetzung dieses Geräuschebuchs nichts auszusetzen gibt. Leider ist dem nicht so. Denn ganz so leicht auslösbar wie auf dem Einband beworben sind die Tierstimmen leider nicht. Gedacht ist das Buch für Kleinkinder ab zwölf Monaten. Doch für sie ist die Stelle, an der gedrückt werden muss, viel zu undeutlich zu erkennen - trotz der drei roten Schallwellen. Da war die Umsetzung in "Wer kräht denn da?" eindeutig besser. Doch selbst wenn man den Kleinen die Stelle zeigt, die sie sich sehr schnell merken, ist der Ton dennoch schwer auszulösen. Unser 16 Monate junger Tester schaffte es leider nicht, anders als sein fast vierjähriger Bruder. Doch auch er hatte anfangs so seine Mühe, den Punkt zu finden.
Und noch etwas fällt negativ auf: die Verarbeitung der Seitenränder. Diese wirken zum einen unsauber geschnitten, zum anderen ist die Bildebene unsauber und schief auf den Karton aufgeklebt. Dadurch sind erste Abnutzungen schon bald sichtbar und durch häufiges Umblättern wird es nicht lange bis zu größeren Rissen dauern. Sehr schade. Denn inhaltlich kann man dem Werk nichts vorwerfen. Die Texte sind sehr kurz und für die Altersgruppe perfekt. Kinder im Alter von zwölf Monaten haben noch nicht die Geduld, langen Texten zuzuhören. Sie möchten lieber schauen, entdecken und vor allem hin- und herblättern. Sie wollen nichts vorgelesen bekommen, sondern spielerisch mit ihren Eltern die Bilder entdecken.
Auch die Illustrationen sind sehr schön gelungen. Liebevolle Zeichnungen, bei denen eindeutig das jeweilige Tier oder die Tiere im Vordergrund stehen, fesseln den Blick der Kinder. Sie werden nicht durch zu viele Details abgelenkt, sondern können sich ganz auf das jeweilige Tier konzentrieren.

Doch wie sieht es nun im Gesamteindruck aus? Nun, "Hör mal, wer da bellt!" basiert definitiv auf einem guten Konzept, bietet ansprechende und altersgerechte Illustrationen, jedoch enttäuscht es im Bereich Qualität des Materials. Da bleibt wohl nur ein Blick auf den Preis und die Überlegung, ob einem das Buch diesen (übrigens für ein Kinderbuch mit Ton fairen Preis) wert ist.

Details

  • Autor*in:
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    01/2014
  • Umfang:
    12 Seiten
  • Typ:
    Hardcover
  • Alter:
    1 Jahre
  • ISBN 13:
    9783649616344
  • Preis (D):
    9,95

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
    Keine Bewertung
  • Atmosphäre:
    Keine Bewertung

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