Der Weihnachtosaurus und die böse Liste

von Tom Fletcher, Simon Jäger (Sprecher/-in)
Rezension von Janett Cernohuby | 19. Oktober 2022

Der Weihnachtosaurus und die böse Liste

Weihnachten ist nicht nur die Zeit der Plätzchen, Kerzen und Heimlichkeiten, es ist auch die Zeit des Jahres, in der Eltern ihre Kinder daran erinnern, dass nur die Artigen vom Weihnachtsmann beschenkt werden. Denn er führt Listen mit Namen der braven und bösen Kinder. Und um letztere muss sich der Weihnachtosaurus in diesem Jahr kümmern…

Das Gleichgewicht zwischen Gut und Böse

Wir alle wissen, wie es läuft: Der Weihnachtsmann reist in der Weihnachtsnacht mit seinem Schlitten um die Welt und beschenkt all jene Kinder, die artig waren. Die Unartigen gehen leer aus. Was vielleicht nicht alle wissen: Beide Listen müssen stets im Gleichgewicht sein. Doch in diesem Jahr droht die Liste der bösen Kinder größer zu sein, mit fatalen Konsequenzen für das bevorstehende Weihnachtsfest. Als wäre das nicht schon schlimm genug, entdecken Weihnachtsmann und Weihnachtosaurus einen Namen auf der bösen Liste, der dort so gar nicht hingehört: William Trudel. Wie kann das sein? Was hat der Junge, der mehr als einmal das Weihnachtsfest rettete, getan, um auf diese Liste zu kommen? Schnell schnappt sich der Weihnachtosaurus die Liste und macht sich auf den Weg zu seinem Freund. Er will herausfinden, was bei William vorgefallen ist. Doch unterwegs wird er immer wieder aufgehalten. Stets führt ihn das Buch der bösen Kinder zu einer anderen Adresse, an der seine Hilfe gebraucht wird. Denn wenn ein Kind seinen Fehler erkennt, sich entschuldigt und es wiedergutmacht, dann wird sein Name aus dem Buch der bösen Kinder gestrichen. Doch diese Aufgabe ist mitunter sehr verzwickt, wie der Weihnachtosaurus bald feststellen muss.

Der Weihnachtosaurus und die böse Liste

Es geht um mehr, als nur Geschenke

Magisch und stimmungsvoll präsentiert sich das dritte Abenteuer des Weihnachtosaurus, das dieses Mal etwas anders gestaltet ist. Sonst in der Hauptrolle, bekommen William Trudel und seine weihnachtsbegeisterte Familie nur eine Nebenrolle und treten erst am Ende auf die Bildfläche. Stattdessen ist es nur der Weihnachtosaurus, der hier das Zepter führt. Doch er lernt viele Kinder kennen, die er auf den richtigen Weg führt und aus verzwickten Situationen hilft. Das dritte Abenteuer besteht aus mehreren einzelnen Geschichten, die ineinander übergehen und so ein rundes Gesamtbild erschaffen. Wie erwähnt, trifft der Weihnachtosaurus auf seinem Weg zu William viele Kinder, die auf der bösen Liste stehen und denen der Dino hilft, wieder auf den rechten Pfad zurückzukehren. Doch ganz schnell stellt sich heraus, dass es hier nicht um Gut oder Böse, richtig oder falsch alleine geht. Die Kinder, die wir kennenlernen, sind nicht von Grund auf böse. Sie fühlen sich nicht gut, weil sie zu anderen gemein sind. Sie genießen es nicht, schlimme Dinge zu tun. Vielmehr haben äußere Umstände, falsche Signale und nicht zu Ende gedachte Überlegungen sie zu ihren Handlungen geführt. So erpresst Ronnie Pranke das Taschengeld anderer Schulkinder nicht etwa, um sich selbst zu bereichern, sondern um seiner Oma einen Schaukelstuhl zu kaufen. Nadine schleicht sich nur nachts aus dem Haus, weil sie nicht weiß, wie sie ihrer Mutter sagen soll, dass deren Kochkünste furchtbar sind. Selbst die sich ständig streitenden Zwillinge haben nie gelernt, auf andere und deren Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen. Keines der Kinder auf der bösen Liste, ist wirklich böse (wenngleich man bei Ronnie Pranke vielleicht streiten kann). Sie alle haben nur eine falsche Entscheidung getroffen und dann in ihrer kindlichen Verzweiflung einfach nicht gewusst, wie sie die Sache zum Guten wenden können. Doch zum Glück gibt es den Weihnachtosaurus, der diese Kinder bei der Hand nimmt, sie zum richtigen Weg zurückführt und so hilft, von der bösen auf die gute Liste zu kommen. Und was hat William Trudel getan? Das hört man sich am besten selbst an.
Gelesen wird das dritte Abenteuer des Weihnachtosaurus wieder von Simon Jäger. Grandios nimmt er seine Hörerschaft mit auf eine weihnachtliche Reise. Er versteht es, jede Situation in Szene zu setzen, ist mal dramatisch, mal belustigt und spricht zwischendurch die Hörerschaft immer wieder direkt an. Genau das verleiht dem Hörbuch Charme und Charakter. Zu gern lässt man sich von dem Sprecher durch das Abenteuer führen, taucht ein in die Handlung und lässt sich von den Ereignissen davontragen. Ein großartiger Hörgenuss dieses magischen Abenteuers.

Der Weihnachtosaurus und die böse Liste

Der Weihnachtosaurus ist wieder unterwegs um das Weihnachtsfest zu retten. Doch dieses Mal muss er das ohne die Hilfe seines besten Freundes William Trudel tun, der sogar selbst in der Patsche steckt. Wie der urzeitliche Gehilfe des Weihnachtsmannes es schafft, unartige Kinder in artige zu verwandeln, das liest uns Simon Jäger großartig vor. Ein magisches und atmosphärisch erzähltes Weihnachtsabenteuer wartet auf alle Weihnachtosaurus-Fans und die, die es noch werden wollen.

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