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Theo, Tim, Kurkuma und ich

von Margarita Kinstner, Michaela Weiss (Illustrator*in)
Rezension von Janett Cernohuby | 18. August 2025
Antolin Quiz

Der Tod eines geliebten Menschen hinterlässt große Lücken. Besonders dann, wenn er viel zu früh und unerwartet aus dem Leben gerissen wurde. Amelies Stiefvater ist vor eineinhalb Jahren durch einen Verkehrsunfall gestorben und der Verlust lastet noch immer schwer auf der Familie.

Aus den Fugen geraten

Natürlich ändert ein solcher Schicksalsschlag alles. Das Leben geht nicht einfach weiter, wie man gerne mal sagt. Nein, das Leben muss völlig neu ausgerichtet werden, wenngleich das Umfeld, also Schule und Arbeit, die gleichen Rahmenbedingungen behält. Amelie versucht sich damit zu arrangieren. Mehr oder weniger gelingt es ihr auch. Ihrer Mutter aber nicht. Der plötzliche Tod ihres Partners hat sie völlig aus der Bahn geworfen und in ein tiefes Loch stürzen lassen. Es folgte ein zweimonatiger Krankenhausaufenthalt, der zwar Verbesserungen gebracht hat, aber keine großen. Manchmal gibt es Lichtblicke; Tage, an denen die Mutter das Bett verlässt, sich schminkt und mit Amelie auf den Flohmarkt geht. Aber dem folgen dann wieder Tage, an denen sämtliche Jalousien herabgelassen sind und den die Mutter kraftlos im Bett verbringt.

Theo, Tim, Kurkuma und ich

Kraftvoll und höchst literarisch

Kraftvoll und einfühlsam erzählt Margarita Kinstner hier von einer familiären Ausnahmesituation. Von einem Schicksalsschlag, der alles auf den Kopf gestellt hat. Dafür übergibt sie Amelie direkt das Wort und lässt das Mädchen in die erzählende Rolle schlüpfen. So können wir an ihrer Gefühlswelt und an ihrem neuen Alltag teilhaben, die beide stark von der Trauer über den Tod des Stiefvaters geprägt sind. Er war zwar nicht der leibliche Vater, aber für Amelie bedeutete er alles. Er begleitete sie durch die Kindheit hin zur beginnenden Pubertät. Er war da, wenn sie und ihre beste und älteste Freundin nach der Schule nachhause kamen. Er zeigte ihr das Kochen, spielte ihr die Musik der Red Hot Chilli Peppers vor. Immer wieder erzählt sie uns von ihm, wie er ihre Mutter kennenlernte, was sie erlebten, was sie miteinander teilten. Noch immer spricht sie mit ihm, stellt sich vor, wie er an ihrer Seite geht, Fragen zu ihrem Leben stellt, über die Begegnungen, die sie hat. Diese Beschreibungen geben uns Lesenden das Gefühl, der Unfall läge noch nicht lange zurück. Tatsächlich sind es aber doch fast zwei Jahre, die seither vergangen sind. Zwei Jahre der Trauer und des Abschiednehmens. Wir lesen von bittersüßen Momenten des Erinnerns, bevor der neue Alltag schlagartig zurückkommt, mit all seiner Trauer, seinem Schmerz und dem Leben, das weitergeht. Mit Veränderungen, neuen Bekanntschaften und Erfahrungen. Dank Freunden, der Kunst und Amelies Begeisterung für die Fotografie schenkt dieser neue Alltag aber auch Trost und Kraft zum Weitermachen.

Theo, Tim, Kurkuma und ich

„Theo, Tim, Kurkuma und ich“ ist ein kraftvoller und berührender Jugendroman über Trauer, Trost und die Lücken, die ein geliebter Mensch hinterlässt.

Details

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Gefühl:
  • Illustration:
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