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...und mir bleibt der hässliche Hund

Rezension von Janett Cernohuby | 05. Januar 2026
Antolin Quiz

Von einem Augenblick zum anderen ist nichts mehr wie früher. Ein Klingeln an der Tür, statt der erwarteten Eltern die Polizei. Ein Satz und mit einem Mal bricht alles zusammen.

Zurück ins Leben

Genau diese Situation hat der fast 17-jährige Felix erlebt. Bei einem Autounfall sind seine Eltern und seine kleine Schwester ums Leben gekommen. Nur der Hund seiner Schwester hat überlebt. Einen Hund, den Felix nicht nur furchtbar hässlich findet, sondern zu dem er auch überhaupt keine Beziehung hat. Und doch hat ihn der Verlust der Familie mit Bolt zusammengeschweißt. Seit ihn Felix mit seiner Tante und seinem Onkel, die nun bei ihm leben, von der Polizei abgeholt hat, sind die beiden unzertrennlich. Zuerst in ihrer Apathie, später auch bei der Therapeutin, die Felix besucht. Bei einem dieser Besuche trifft er im Wartezimmer auf den gleichaltrigen Mo, der nicht nur einen seltsamen Humor hat, sondern ebenfalls sein Päckchen mit sich herumträgt. Später kommt noch Marie dazu, ein Mädchen, zu dem sich Felix sofort hingezogen fühlt. Die beiden werden zu wichtigen Menschen für Felix. Sie sind es, die ihn aus seiner Starre herausholen, die ihm zeigen, dass das Leben weitergeht. Sie schauen Felix nicht mit diesem mitleidigen Blick an, sondern nehmen ihn einfach an, wie er ist. Nach und nach öffnet er sich ihnen, erzählt von Ängsten, die auch Mo kennt. Gemeinsam mit Marie stellen sie sich diesen Ängsten. Das geht nicht immer gut aus, doch Felix fasst neuen Lebensmut und beginnt langsam, wieder vorwärts zu schauen.

Bewegende Geschichte, die unter die Haut geht

Es gibt viele Romane, die mit Verlusten beginnen, in denen Menschen lernen damit umzugehen und am Ende gestärkt hervortreten. Und dennoch ist Franziska Hörners Jugendroman etwas ganz anderes und geht viel mehr unter die Haut. Denn hier geht es nicht nur um Verlust, es geht vor allem um einen Teenager, dessen Familie mit einem Schlag nicht mehr da ist. Der in Erwartung ihrer Rückkehr plötzlich vor dem Nichts steht. Das erschüttert und lässt auch den Lesenden sprachlos zurück. Genauso wie Felix tastet man sich voran, liest ein Wort nach dem nächsten und versucht zu verstehen, was gerade passiert ist. Dann ist da der Hund, Bolt, ein unglaublich hässlicher Hund. Plattgedrückte Nase, schwer hechelnd, kaum dass er wenige Schritte gemacht hat. Zwischen Felix und Bolt hat es nie eine enge Beziehung gegeben, sie haben sich gegenseitig akzeptiert. Schließlich gehörte Bolt zu Isa, Felix´ kleiner Schwester. Aber Isa ist nicht mehr da und die beiden haben nur noch sich. Zunächst trauern sie in stiller Koexistenz nebeneinander her, doch als Bolt immer mehr abmagert, rührt sich etwas in Felix. Ihm wird klar, dass dieser Hund, egal wie hässlich er ist, das einzige ist, was ihm von seiner Familie und besonders seiner kleinen Schwester geblieben ist. In diesem Moment beginnt er, sich um Bolt zu kümmern - und damit auch um sich selbst. Beide sind nun unzertrennbar und wo der eine ist, geht auch der andere mit hin. Sie werden zum Anker füreinander. Doch nicht nur Bolt hilft Felix wieder zurück ins Leben, auch die Freundschaften zu Mo und Marie geben ihm Kraft. Mit Marie erlebt er zum ersten Mal, was es heißt, verliebt zu sein. So folgt auf die Monate der Trauer und Teilnahmslosigkeit allmählich ein Neuanfang.

„…und mir bleibt der hässliche Hund“ ist ein Jugendroman, der unter die Haut geht. Franziska Hörner erzählt eine bewegende Geschichte über Verlust und Trauer, aber auch über Neuanfang und Hoffnung. Bei all dem Schmerz und der Tragik wohnt dem Roman auch eine Leichtigkeit inne, die die Lesenden mit einem guten Gefühl zurücklässt.

Details

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Gefühl:
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