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1000 und ich

Zweifle nicht, zögere nicht, hinterfrage nicht.
Rezension von Stefan Cernohuby | 10. November 2025
Antolin Quiz

In den letzten Jahren gab es beinahe schon zu viele Dystopien, in denen eine Protagonistin inmitten eines totalitären Regimes versucht, einen eigenen Platz im Leben zu finden. Yorick Goldewijk hat in seinem Roman “1000 und ich – Zweifle nicht, zögere nicht, hinterfrage nicht.” einen beklemmenden Alltag skizziert, der dann eine ganz andere Wendung nimmt, als erwartet.

Wie bleibt man ein seelenloses Nichts?

Das ist eine Frage, die sich 8 niemals gestellt hat. Denn so ist es eben. Sie erhält ihre Regenerationszeit, muss Aufgaben lösen, die immer eindeutig sind und niemals auch nur eine Spur Zweifel enthalten. Man sagt ihr, dass durch die Arbeit von ihr und den tausenden anderen Seelenlosen die Beseelten auf der anderen Seite des Meers besser leben können. Dafür muss sie selbst in Kauf nehmen und akzeptieren, ein seelenloses Nichts zu sein.

Veränderungen

Das bleibt auch so, bis sie eines Tages im Zug einem anderen Menschen ins Gesicht sieht und dort ein Lächeln erkennt. Im Gesicht einer Frau. Das verändert ihre Gedankenwelt. Und so geht sie eines Tages nicht sofort zurück in ihr Wohnsilo und ihre kleine Wohnung, sondern macht noch einen kleinen Rundgang. Dabei entdeckt sie ein Bild von zwei Mädchen in einem Kornfeld. Etwas, das sie noch niemals im realen Leben gesehen hat. Und dann trifft sie das andere Mädchen wieder.

8 und 1000

Und plötzlich verändert sich noch viel mehr. Sie wagt, den Wall hinter ihrem Zuhause zu erklimmen. Sie sieht erstmals das mehr, erfährt von 1000 andere Gedanken und stellt fest, dass am Dach ihres Hauses ein Kornfeld ist. So nah und doch so fern. Doch weder Eve, die Computerstimme, die sie immer hört, noch die Seher, die jede Abweichung ausmerzen, können das akzeptieren. Daher ist 8 nun in größter Gefahr. Und doch ist nicht alles so, wie es scheint.

Etwas am Tagesablauf und an der Situation der Protagonistin 8 wirkt eindimensional. Etwas, das im Laufe der Handlung geklärt wird und zu Beginn einen noch nicht klar zu ermessenden Grund hat. Darüber hinaus gibt es einen Witz, der für den Verlauf der Geschichte nicht ganz irrelevant ist. Es gibt genau 10 Arten von Menschen. Jene, die binäre Zahlen lesen können und die anderen, die das nicht können. Obwohl der Autor im Nachwort selbst sagt, dass es ihm um das Hervorheben zweier Individuen aus einer homogenen Masse ging, hat er letztendlich doch noch eine ganz andere Geschichte geschrieben. Es ist eine Geschichte, die sich in erster Linie an Jugendliche wendet, aber definitiv nicht nur. Denn der philosophische Ansatz wirkt bei allen Altersstufen. Ob das Ende der Geschichte aber allen gefallen zu weiß, liegt sehr im Auge des Betrachters.

"1000 und ich – Zweifle nicht, zögere nicht, hinterfrage nicht.” von Yorick Goldewijk beginnt als dystopischer Jugendroman, nimmt aber eine spannende, wenngleich nicht ganz unvorhersehbare, Wendung. Es ist ein kurzes, aber nachdenkliches Werk, das von Individualität inmitten eines Systems, das nach Einheitlichkeit strebt. Man kann das Buch durchaus empfehlen.

Details

  • Autor*in:
  • Originaltitel:
    Duizend en ik
  • Übersetzer*in:
    Sonja Fiedler-Tresp
  • Verlag:
  • Erschienen:
    08/2025
  • Umfang:
    160 Seiten
  • Typ:
    Taschenbuch
  • Alter:
    12 Jahre
  • ISBN 13:
    9783748802785
  • Preis (D):
    15,00

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Gewalt:
  • Gefühl:
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