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Ein Garten für alle

Rezension von Janett Cernohuby | 18. Mai 2018
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Der Frühling lockt uns mit warmen Sonnenstrahlen und blauem Himmel heraus. Gleichzeitig weckt er in uns auch den Wunsch, im eigenen Garten Obst und Gemüse anzubauen. Nicht nur in uns Menschen, sondern auch in einem großen, braunen Bären. Davon erzählt Laura Bednarski in ihrem Bilderbuch "Ein Garten für alle".

Gärtnern im Wald

Es ist ein herrlich sonniger Morgen, als der Bär mit Gießkanne, Rechen und Spaten loszieht, um mitten im Wald einen kleinen Garten anzulegen. Hier sollen duftende Blumen, frisches Gemüse und süßes Obst wachsen. Doch so recht will es ihm nicht gelingen. Die Vögel freuen sich über die vielen Samenkörner, die Schnecken knabbern an den jungen Blättern und auch die anderen Tiere stibitzen Salat, Tomaten und all die anderen Köstlichkeiten aus Bärs Garten. Traurig sitzt Bär am nächsten Morgen vor seinem verwüsteten Garten. Mit einem Mal erkennen die Tiere, dass ihr Verhalten nicht in Ordnung war.

Geschichte über Rücksicht, Eigentum und Teilen

Mit ihrem Bilderbuch "Ein Garten für alle" schuf Laura Bednarski eine wunderschöne Geschichte für kleine Tierliebhaber und Gartenfreunde. Es geht in ihr aber nicht allein um das Anlegen eines Gartens, um Säen und Ernten, sondern es geht darin auch um Respekt vor dem Eigentum anderer, ums Teilen und um das Miteinander.
Der Bär hat sich einen lang gehegten Traum erfüllt und seinen eigenen kleinen Garten angelegt. Natürlich im Wald, wo es einerseits still und friedlich ist, wo andererseits auch viele Tiere leben, die neugierig zuschauen, was der Bär dort treibt. Doch anstatt es beim Zusehen zu belassen, bedienen sich die Tiere fleißig im Garten des Bären. Dieser versucht zwar alles, um seinen Garten zu schützen, aber erfolglos. Erst als er sich traurig und niedergeschlagen zurückzieht, beginnen die anderen Tiere, über ihr Verhalten nachzudenken. Ihnen wird klar, dass sie nicht richtig gehandelt haben. Dass sie jemandem sehr wehgetan haben. Sie wollen sie sich entschuldigen und beginnen, den Garten wieder aufzubauen.
Die Autorin zeigt ihren jungen Lesern, dass man sich nicht einfach Dinge nehmen kann, die einem gefallen. Ein solches Verhalten ist rücksichtslos und verletzt andere. Doch wenn man gemeinsam an etwas arbeitet, kann man auch gemeinsam von den Früchten seiner Arbeit naschen. Diese Botschaft lernen die Tiere in dieser Geschichte, ebenso die jungen Leser. Doch diese Botschaft kommt nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern auf unterhaltsame und verspielte Weise zu ihnen. Und vor allem mit wunderschönen, aussagekräftigen Illustrationen. Laura Bednarski verzichtet in ihrem Bilderbuch auf überflüssige Worte, beschränkt sich auf das Wesentliche und packt alles nicht Geschriebene in die Bilder. Mit einfachen Strichen zeichnet sie große Emotionen in die Tiergesichter, bringt die Botschaften ihrer Bilder durch plakative Darstellungen klar und deutlich herüber. So können Kinder auch ohne vorgelesenen Text die Geschichte sehr gut erfassen und mit ihren eigenen Worten wiedergeben. Die Botschaft - Rücksicht, Gemeinschaft, Miteinander - werden sie ebenso verstehen.

"Ein Garten für alle" ist ein wunderschönes Bilderbuch von Laura Bednarski. Die Geschichte lebt von ihren zauberhaften und ausdrucksstarken Illustrationen. Gleichzeitig vermittelt sie Kindern spielerisch und ohne erhobenen Zeigefinger eine wichtige Botschaft, auf die sich diese gerne einlassen.

Details

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Gefühl:
  • Illustration:

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