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Ich zeig dir, wie es Früher war

Wie Kinder zu anderen Zeiten lebten
von Nicola Edwards, Alejandra Ruiz (Illustrator*in)
Rezension von Janett Cernohuby | 05. März 2025
Antolin Quiz

Wie sah das Leben in früheren Zeiten aus? Eine Frage, die nicht nur uns Erwachsene umtreibt, sondern die auch für Kinder sehr spannend ist. Für sie zählt ja bereits die Kindheit der eigenen Eltern zur grauen Vorzeit. Geht man noch weiter in der Menschheitsgeschichte zurück, wird ihr Staunen über einstige Lebensweisen noch größer. Vor allem eines wird ganz klar: Die Geschichtsschreibung hat Kindern keine große Beachtung geschenkt und so ist über das Leben von Erwachsenen viel mehr bekannt. Was aber klar ist, dass im Lauf der Geschichte Kinder nicht immer die gleichen Möglichkeiten hatten. Was das genau bedeutet, will dieses Buch beleuchten.

Wie lebten Kinder früher?

Dafür richtet es seinen Blick auf bestimmte Aspekte und fasst sie in fünf großen Themenblöcken zusammen: zuhause, in der Schule, bei Spiel und Sport, bei der Arbeit, in aller Welt. Unter diesen Schlagwörtern wird nun das Leben von Kindern über verschiedene Epochen und Kulturen hinweg betrachtet. Dabei folgt das Buch keiner chronologischen Reihenfolge und lässt auch nicht erkennen, nach welchen Gesichtspunkten Kinder ausgewählt wurden. Vielmehr werden exemplarisch immer wieder andere Länder und Bevölkerungsgruppen in den Blickpunkt gerückt und das Leben in kurzen Texten beschreiben. So hat man einen weitgefächerten Einblick in die unterschiedlichsten Epochen, Dynastien, erfährt von Völkergruppen, die bisher in Büchern kaum Beachtung fanden. Die Angaben über Jahreszahlen sind nur sporadisch und vage angegeben. Das erfordert von Kindern nicht nur eine gute Auffassungsgabe, sondern setzt auch eine gewisse Vorbildung voraus. Oder aber es wird erwartet, dass Kinder nun selbst zu recherchieren beginnen. Auf jeden Fall werden Kinder immer wieder Fragen haben und auf die Begleitung von Erwachsenen angewiesen sein.

Ich zeig dir, wie es Früher war

Beeindruckend ist, dass Kinder nicht nur im Zusammenhang mit Alltäglichem gezeigt werden, sondern dass auch Errungenschaften benannt werden, die durch sie erst möglich wurden. So haben gehörlose Kinder in Nicaragua eine Zeichensprache entwickelt, die heute weltweit anerkannt ist. In den USA des ausklingenden 19. Jahrhunderts traten Kinder, die als Zeitungsjungen arbeiteten, in den Streik und erkämpften sich bessere Arbeitsbedingungen. Überhaupt Kinderarbeit, etwas das heute für uns unvorstellbar ist, war in früheren Zeiten selbstverständlich. Auch das wird im Buch gezeigt.

Moderne Gestaltung

Das Buch versucht also die Vielfalt und Vielstimmigkeit der Kinder aus vergangenen Zeiten zu zeigen. Das gelingt über weite Teile sehr gut. Die indigene Bevölkerung Nordamerikas wird vorgestellt, ebenso die Lebensweise von Roma. Doch dann lesen wir plötzlich von Eskimo-Familien, die mit ihren Booten auf dem Meer fahren konnten. Das hätte man besser machen können.
Die Gestaltung des Buchs ist sehr gut und modern. Zahlreiche Bilder dominieren die Seiten und die erklärenden Texte dazu sind kurz und kompakt gehalten. Der optische Faktor liegt stark im Vordergrund, was auf Kosten der Tiefe des Informationsgehalts geht. Einerseits für Kinder ansprechend, andererseits hätte man sich an manchen Stellen einfach mehr Erläuterungen und Sachwissen gewünscht.

Ich zeig dir, wie es Früher war

Mit kurzen Texten und modernen Illustrationen nimmt „Ich zeig dir, wie es früher war“ Kinder ab sechs Jahre mit auf eine Reise durch die Zeit und Menschheitsgeschichte. Über alle Kontinente hinweg, durch alle Bevölkerungsgruppen wird gezeigt, wie der Alltag von Kindern aussah, wie sie lebten, spielten und auch arbeiteten.

Details

Bewertung

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