Steinpilz, Trüffel, Pfifferling


Die Welt der Pilze
von Virginie Alajidi, Caroline Pellissier, Emmanuelle Tchoukriel (Illustrator*in)
Rezension von Janett Cernohuby | 29. August 2025

Steinpilz, Trüffel, Pfifferling

Früher oder später stolpert man bei einem Waldspaziergang über einen Pilz. Solange dieser ein rotes Hütchen mit weißen Punkten hat, weiß man sofort, welchen Pilz davor einem steht. Doch wie mag wohl der weißlich, lange heißen, dessen Form an Spargel erinnert? Oder der trichterförmige, leicht gelbliche Pilz? „Steinpilz, Trüffel, Pfifflerling“ lädt ein, die Welt der Pilze näher kennenzulernen.

Die Welt der Pilze

Eines vorweg: Das vorliegende Buch ist kein Bestimmungsbuch und den titelgebenden Steinpilz findet man auf seinen Seiten nicht beschrieben. Dafür andere Pilze, aus allen Ländern der Welt, die durch Formen und Farben besonders auffallen. Auch Kleintiere werden zwischendrin gezeigt und beschriftet, aber nicht weiter beschrieben. Der Fokus bleibt ganz eindeutig auf Pilzen. Kein Wunder, sind diese doch etwas ganz Besonderes in der Flora und Fauna.
Denn Pilze sind keine Pflanzen und keine Tiere, aber dennoch Lebewesen. Sie besitzen weder Samen noch Chlorophyll, bilden dafür ihr eigenes Reich. Dieses liegt überwiegend unsichtbar unter der Erde und der Streuschicht des Waldbodens. Hier ernährt sich das sogenannte Myzel, das sich aus feinen, überwiegend weißen Fäden zusammensetzt.
Tatsächlich findet man Pilze aber nicht nur im Wald, es gibt sie überall: im Wasser, in der Luft und sogar in unserem Körper. Pilze zählen nach den Bakterien zu den ältesten Lebensformen auf der Erde. Was wir gemeinhin als Pilz bezeichnen, ist aber eigentlich nur der Fruchtkörper, bestehend aus Stiel und Hut. In Deutschland gibt es über 14.000 Pilzarten, wovon allerdings nur ein kleiner Teil wirklich essbar ist. Dabei übersteigt die Anzahl der Pilze die der Pflanzen um ein Vielfaches. Im US-Bundesstaat Oregon entdeckten Forschende mit einem Vertreter des Dunkeln Hallimaschs den weltweit größten lebenden Organismus.

Steinpilz, Trüffel, Pfifferling

Zahlreiche Arten

Pilze sind viel mehr als eine Köstlichkeit, die man beim Waldspaziergang sammelt. Im Wald zersetzen sie organisches Material und verwandeln es in fruchtbaren Humus. Andere leben mit Bäumen und Pflanzen in Symbiose und unterstützen sich gegenseitig. Gleichzeitig sind sie Nahrung für Rehe, Eichhörnchen, Vögel und Insekten. Wenn wir Menschen im Wald Pilze sammeln, sollten wir uns gut auskennen. Manche von ihnen sind ungenießbar oder sogar giftig. In unseren heimischen Wäldern finden wir so manchen köstlichen Speisepilz, darunter der junge, noch nicht reife Schopf-Tintling, verschiedene Arten des Täublings, Champignons und Pfifferlinge. Andere sollte man unbedingt meiden, etwa den allseits bekannten Fliegenpilz und den Grünen Knollenblätterpilz. Ist man sich nicht sicher, lässt man einen Pilz lieber stehen, denn viele besitzen ungenießbare oder giftige Doppelgänger.

Diese und viele weitere Vertreter werden im Buch vorgestellt. Neben einer sehr detaillierten und naturgetreuen Aquarellzeichnung von Emmanuelle Tchoukriel wird die jeweilige Art näher beschrieben. Dazu gehören Aussehen, Fruchtkörper, Wachstum, Verbreitung und Besonderheit. Auch ihre Bedeutung in der Vergangenheit und für bestimmte Völker bleibt nicht unerwähnt. Da wie bereits erwähnt Pilz aus aller Welt im Buch zu finden sind, wurden sie in verschieden Kategorien unterteilt: Zersetzer, Parasiten, Mykorrhiza-Pilze und Flechten. Allerdings folgt ihre Aneinanderreihung keinem erkennbaren Muster. Sie sind genauso aufgelistet, wie man sie in der Natur findet: überraschend und bunt durcheinander.

Steinpilz, Trüffel, Pfifferling

Wer erstes Sachwissen über Pilze und vor allem ausgewählte Pilzarten sammeln möchte, der wird in „Steinpilz, Trüffel, Pfifferling“ fündig. Auch wenn erster gar nicht erwähnt wird, enthält dieses Buch 52 Pilzarten, die nicht nur naturgetreu illustriert, sondern auch ausführlich beschrieben werden.

Details

Bewertung

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