Bibi & Tina

Tohuwabohu total

Antolin Quiz

Das Erslese-Buch zum Film
von Bettina Börgerding, Wenka von Mikulicz
Rezension von Janett Cernohuby | 26. April 2017

Tohuwabohu total

Das Thema Flüchtlinge wird vielleicht nicht mehr ganz so heiß diskutiert, trotzdem ist es noch immer präsent. Nach wie vor findet es Erwähnung in Kinder- und Jugendbüchern, nun auch in der beliebten Reihe "Bibi & Tina". Denn im vierten Kinofilm, bei dem es natürlich auch das Buch zum Film gibt, treffen die beiden Freundinnen auf einige Flüchtlinge und ein sehr großes Problem.

Wenn Hexerei allein nicht hilft

Bibi und Tina machen einen Reitausflug, als sie auf einen seltsamen Jungen treffen, der vorgibt, aus Syrien zu stammen und auf der Flucht vor dem Krieg. Doch schnell merken Bibi und Tina, dass etwas nicht stimmt und der Junge ihnen nicht die Wahrheit sagt. Tatsächlich finden sie später heraus, dass der Junge eigentlich ein Mädchen ist, Adea heißt und auf der Flucht vor ihrer albanischen Familie ist. Denn die will Adea mit einem Mann verheiraten, den sie gar nicht liebt. Eine wilde Verfolgungsjagd beginnt und Bibi muss einsehen, dass sie mit Hexerei in diesem Fall nicht weiterkommt…

Ein schweres Thema für Erstleser

Die Kinderserie "Bibi & Tina" hat auch nach all den Jahren nichts von ihrer Beliebtheit eingebüßt, wie mittlerweile vier Kinofilme beweisen. Jedoch muss man dazusagen, dass dieser vierte Kinofilm nicht bei allen Fans auf Begeisterung gestoßen ist. Das liegt natürlich hauptsächlich an seiner Handlung, die sehr anspruchsvolle und komplexe Themen aufgreift. Themen, die nicht unbedingt jeder Erstleser zwischen sechs bis acht Jahren, für die das Buch ja schließlich gedacht ist, versteht. Dabei geht es hier weniger um den Krieg in Syrien und seine Flüchtlinge, als um etwas ganz anderes. Denn das wäre für Kinder noch etwas Nachvollziehbares. Doch hier geht es um etwas Komplexeres. Das Mädchen, das sich ursprünglich als syrischen Flüchtling ausgab, stammt eigentlich aus Albanien und soll dort gegen ihren Willen verheiratet werden. Und nun beginnt eine Problematik, die zu Lasten der fröhlichen, frechen und unbeschwerten Stimmung der Reihe geht. Auch hat das Thema nichts mehr mit Reiten, Pferden und vor allem Kindergeschichten zu tun.
Lässt man einmal die Handlung außer Acht und betrachtet das Buch als Erstlesebuch, kann man über Layout und Umsetzung nichts Negatives sagen. Eine große Schrift und ein klarer Textfluss erleichtern Erstlesern das erfassen des Textes. Zudem wird dieser durch zahlreihe Fotos aus dem Film aufgelockert. Das bietet natürlich einen hohen Wiedererkennungswert, wenn man den Film gesehen hat.

Es ist schwer, das Buch zu beurteilen. Rein technisch betrachtet, ist es in seiner Gestaltung als Erstlesebuch gut gelungen. Fibelschrift, kurze Kapitel und natürlich zahlreiche Fotos aus dem Film motivieren Erstleser zum Selberlesen. Allerdings gelingt es der Handlung nicht zu überzeugen. Sie ist zu weit weg von dem eigentlichen Charme der Reihe "Bibi & Tina" und enthält zu wenig Bezug zu Pferden und zum Reiten. Natürlich ist das hier behandelte Thema brisant und nach wie vor aktuell, doch ist es nichts, womit Kinder zwischen sechs und acht Jahren schon umgehen können. Daher können wir das Buch nur als durchschnittlich bewerten.

Details

Bewertung

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