Wenn ich groß bin

von Maria Nilsson Thore
Rezension von Janett Cernohuby | 18. März 2026

Wenn ich groß bin

Der Wunsch, endlich groß zu sein und die Dinge so zu machen, wie sie es sich vorstellen, steckt in jedem Kind. Maria Nilsson Thore greift diesen kindlichen Gedanken in ihrem Bilderbuch auf und zeichnet eine fantasievolle Geschichte über das Wachsen und das Schöne, das doch alles seine Zeit braucht.

Kleine Kinder, große Träume

Genervt sitzt ein kleines Mädchen im Café, langweilt sich, während ihre Mama mit einer Freundin gemütlich Kaffee trinkt. Dabei ärgert es sich, klein zu sein und sich immer den Wünschen der Erwachsenen anpassen zu müssen. Das wäre ganz anders, wenn sie doch nur groß wäre. Dann würde sie entscheiden, wohin sie gehen würde, hätte selbst das Sagen und würde alles hinkriegen, was ihr jetzt noch nicht gelingt. Außerdem hätte sie keine Angst mehr, sondern würde stattdessen anderen mutig zur Seite stehen.
Es gibt vieles, was sie besser könnte, wäre sie nur endlich groß genug. Andererseits bedeutet Groß sein aber auch, dass andere Dinge dann ganz klein sind. Ihr Lieblingseis zum Beispiel. Vielleicht ist es ja doch ganz gut, noch klein zu sein.

Maria Nilsson Thore: Wenn ich groß bin

Poetisch und verspielt

Wir alle kennen den kindlichen Ausruf, „Wenn ich groß bin, werde ich…“; von unseren Kindern, von uns selbst. Klug und fantasievoll führt Maria Nilsson Thore diesen weiter und die Leserschaft in die kindliche Gedankenwelt hinein. Die Autorin beschreibt, wie sich das Kleinsein anfühlt und worüber Kinder sich ärgern. Nämlich darüber, nicht ernstgenommen zu werden, Grenzen gesetzt zu bekommen, nicht immer die volle Aufmerksamkeit zu haben und manchmal von der eigenen Angst ausgebremst zu werden. Das wäre natürlich alles anders, wenn man groß wäre. Dieses innerliche und äußerliche Wachsen stellt die Autorin auf sehr poetische Weise dar. Ihre Worte sind wohl überlegt, die Sätze im Buch kurz und prägnant. Gleichzeitig bilden sie feine Reime, die den sensiblen Ton unterstreichen. Mehr haben dann die Bilder zu erzählen. Plakativ und verspielt setzen sie das Kind in den Mittelpunkt. Erst noch klein, wie es jetzt ist, später dann ganz groß, wie es sich selbst in der Zukunft sieht. Dieses zukünftige Ich lässt uns lächeln, da es zwar körperlich größer ist, als alles andere, aber sein kindliches Äußeres behält. Natürlich, denn für Kinder bedeutet Großsein in erster Linie die körperliche Größe. Wie sie innerlich und emotional wachsen, können sie gar nicht im ganzen Umfang verstehen. Aber das ist gut, denn gerade in dieser kindlichen Vorstellung vom Großsein sieht man auch, wie viel schöner doch das Kleinsein ist. Und sei es nur für das Eis, das später einmal viel kleiner sein wird als jetzt in der Kindheit.

Maria Nilsson Thore: Wenn ich groß bin

Feinfühlig, behutsam und mit den Augen eines Kindes gesehen, führt Maria Nilsson Thore uns in die kindliche Gedankenwelt und an den Wunsch, endlich groß zu sein und damit all das zu dürfen, bei dem Erwachsene Kinder einschränken - nur um gleichzeitig zu erkennen, wie schön doch Kleinsein ist.

Details

  • Originaltitel:
    När jag blir stor
  • Übersetzer*in:
    Sarah Nünning und Iris Schubert
  • Erschienen:
    01/2026
  • Umfang:
    40 Seiten
  • Typ:
    Hardcover
  • Altersempfehlung:
    4 Jahre
  • ISBN 13:
    9783751207881
  • Preis (D):
    15,00 €

Bewertung

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