Milla und die sehr gefräßige Schule

von Ralph Caspers
Rezension von Janett Cernohuby | 23. Februar 2022

Milla und die sehr gefräßige Schule

Die Schule. Ein neuer Lebensabschnitt, dem mit gemischten Gefühlen begegnet wird. Einerseits ist Schule toll, denn hier lernt man Lesen und Schreiben. Andererseits hört man auch recht häufig, dass mit dem Beginn der Schule der Spaß vorbei wäre und der Ernst des Lebens beginnt. Auch Milla sieht dem Schulbesuch mit gemischten Gefühlen entgegen, denn sie hat selbst gesehen, was für ein gefräßiges Haus diese Schule ist.

Das Geheimnis der Kinder fressenden Schule

Eigentlich hatte sich Milla darauf gefreut, in die Schule zu kommen. Doch mittlerweile sieht sie die Sache anders. Denn sie weiß, dass das Schulgebäude ein gemeingefährlicher Ort ist. Schließlich hat sie es damals im Kindergarten beim Schnuppertag selbst miterlebt. Damals hat die Schule sie bei der Ankunft mit gefährlichen Raubtieraugen angesehen, die von glänzenden Drachenschuppen, getarnt als grüne Schindeln, umrahmt wurden. Während des Schnuppertags passierten dann viele unglaubliche Dinge. Ben, ein Junge aus ihrer Kindergartengruppe, wurde von der Schule sogar verschluckt! Gerade als er auf der Toilette saß, kam eine große Wasserfontäne und spülte ihn runter. Zum Glück spuckte die Schule ihn wieder aus und er saß kurz darauf triefend nass im Büro des Hausmeisters. Doch die 4a hat die Schule nicht mehr ausgespuckt. Im Gegenteil, die hat sie verschluckt und stattdessen andere Kinder an deren Platz gesetzt.
Nun also muss Milla selbst die gefräßige Monsterschule besuchen. Doch zusammen mit Ben will sie hinter deren Geheimnis kommen!

Witzige Schulgeschichte

Mit „Milla und die sehr gefräßige Schule“ kommt eine besonders lustige Schulgeschichte zu seinen jungen Hörerinnen und Hörern. Es ist eine Geschichte für all jene, die bald vom Kindergarten in die Schule wechseln, aber auch für alle, die gerade gewechselt sind. Der Autor greift die Vorfreude und Angst vor der Schulzeit fantasievoll auf. Dabei baut seine Geschichte auf einem Kindergartenerlebnis auf, das viele Kinder ähnlich erfahren haben: Ein Ausflug in die Grundschule. Dabei dürfen die zukünftigen Schulkinder das Schulgebäude sehr genau erkunden und natürlich Fragen stellen. Ralph Caspers schreibt und erzählt ganz bewusst überzogen. Er nimmt Redewendungen und geflügelte Begriffe wörtlich, baut viele Witze und komische Situationen ein. Damit begibt er sich auf Augenhöhe seiner Hörerschaft. Auch lässt er häppchenweise mysteriöse Dinge einfließen. Etwa die Fenster, die Milla wie Drachenaugen vorkommen. Oder den Vorfall mit Ben, der von der Toilette in das Hausmeisterbüro „gespült“ wurde. Was hat es damit auf sich? Wie viel davon ist einfach nur der blühenden Fantasie der Kinder geschuldet, was ist wahr? Im weiteren Verlauf klärt sich so manches auf, das auch auf noch fehlendes Wissen über Zusammenhänge und Abläufe beruht. Trotzdem bleibt am Ende ein kleiner Rest, bei dem man sich die dich Hörerschaft fragt, ob es nicht doch der Wahrheit entsprechen könnte.
Gelesen wird das Hörbuch vom Autor selbst. Ereignisse werden so betont, wie es sich der Autor beim Schreiben vorstellte. Er packt Witz und Feingefühl genau an die Stellen, an die sie gehören, und macht das Schulabenteuer damit zu einem besonderen Hörerlebnis.

Milla und die sehr gefräßige Schule

„Milla und die sehr gefräßige Schule“ ist eine lustige und fantasievolle Schulgeschichte für alle Kinder, die bald in die Schule kommen oder gerade eingeschult worden. Hierin werden Ängste und Sorgen angesprochen, die sich einmal abseits von Schultüten, Schultaschen und der richtigen Sitznachbarin bewegen. Dafür sind sie fantastisch, unterhaltsam und sorgen garantiert für so manchen Schmunzler.

Details

Bewertung

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