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Die Geschichte von Bodri

von Hédi Fried, Stina Wirsén (Illustrator*in)
Rezension von Janett Cernohuby | 14. Februar 2022

Vor 77 Jahren, am 27. Januar 1945, wurde das Vernichtungslager Auschwitz befreit. Die Erinnerungen an die Opfer des Nationalsozialismus sind wichtig, damit auch nachfolgende Generationen das Bewusstsein, sich gegen Hass und Antisemitismus einzusetzen, nicht verlieren. Hédi Fried, die bereits zahlreiche Bücher über ihr Leben geschrieben hat, erzählt ihre Geschichte auch für Kinder ab acht Jahren.

Eine Überlebende erzählt

Hédi war ein glückliches Kind. Sie hatte zwei sie liebende Eltern, eine Schwester und einen Hund namens Bodri, der über die Familie wachte. Es hätte eine glückliche Kindheit bleiben können, doch eines Tages kamen die Nazis und mit ihnen veränderte sich alles. Zunächst dachten Hédis Eltern noch, Hitler sei weit weg und würde sich gar nicht für sie interessieren. Doch es dauerte nicht lange und plötzlich kamen die Soldaten auch in ihre Stadt. Ohne Grund verboten sie Hédi draußen zu spielen und sich mit ihrer Freundin zu treffen. Bald darauf musste ihre Familie die Koffer packen und wurden wie Gefangene wegebracht. Mit dem Zug wurden sie an einen Ort gebracht, wo Hédi eingesperrt wurde, schmutzige Gefangenenkleidung tragen mussten und in ständiger Angst lebte. Nur der Gedanke an Bodri gab ihr Kraft um das Grauen zu überleben.

Die Geschichte von Bodri

Gegen das Vergessen

Niemals darf vergessen werden, was während des Nationalsozialismus Millionen von Menschen angetan wurde. Hédi Fried trägt mit diesem Bilderbuch einen wichtigen Beitrag dazu bei, dass das nicht passiert. Sie erzählte ihre Geschichte so, dass man sie bereits mit Kindern ab acht Jahren gemeinsam lesen kann. Behutsam und mit klaren Worten schildert sie ihre Kindheit, beschreibt, wie glücklich sie war, bis die Nazis die Macht übernahmen und sich für sie und ihre Familie alles veränderte. Die Gräuel der folgenden Jahre deutet sie nur vorsichtig an. Sie erzählt von Verboten, schreibt von der Unsicherheit und Angst und umreißt kurz die Zeit im Konzentrationslager. So bekommen Kinder eine vage Vorstellung von dem Hass und der Ausgrenzung, von Verfolgung, Inhaftierung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung. Diesem Buch geht es nicht darum, Kindern einen umfangreichen geschichtlichen Hintergrund zu vermitteln. Vielmehr will es einen ersten Berührungspunkt bieten. Denn bereits in diesem Alter begegnen Kinder dem Thema, sehen Bilder im Fernsehen oder in Zeitungen. Sie haben Fragen, wollen wissen, worüber da berichtet wird. Genau hier bietet das Buch einen altersgerechten Einstieg in ein Thema, das grausam und schmerzlich ist, das niemals vergessen werden darf, doch in seiner ganzen Komplexität noch viel zu grausam für Kinder ist. Dank Hédi Frieds Bilderbuch können Eltern viele Fragen beantworten und mit ihnen behutsam über die Gräuel des Nationalsozialismus sprechen.
Neben dem behutsam geschriebenen Text berühren auch die Illustrationen von Stina Wirsén. Entstanden aus Tusche und Wasserfarben sind diese Bilder ebenso feinfühlig und ausdrucksstark, wie die Geschichte. Die verlaufenden, ineinanderfließenden Farben zeigen eingangs noch eine glückliche Kindheit, beginnen dann aber immer grauer und trauriger zu werden. Sie betonen das Schreckliche jener Zeit, ohne Kinder zu verschrecken. Genau wie das Buch gelingt es ihnen auf behutsame Weise Hédi Frieds Geschichte zu erzählen.

Die Geschichte von Bodri

„Die Geschichte von Bodri“ ist ein bewegendes Bilderbuch, das mit einfachen und behutsamen Worten von der Kindheit der Autorin im Konzentrationslager erzählt. Es ist ein Buch, durch das bereits Kinder an das Thema Holocaust herangeführt werden können. So können sie verstehen, lernen und sich dafür stark machen, dass solche Verbrechen nie wieder geschehen.

Details

  • Originaltitel:
    Historien om Bodri
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    02/2021
  • Umfang:
    40 Seiten
  • Typ:
    Hardcover
  • Alter:
    8 Jahre
  • ISBN 13:
    9783959392037
  • Preis (D):
    15,00

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Stimmung:
  • Illustration:

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