Ich bin Mari

Antolin Quiz
von Shari Dietz, André Dietz, Saskia Gaymann (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 01. Dezember 2022

Ich bin Mari

Ein ganz normales Kind - das wünscht sich jede Familie und das bekommt jede Familie. Doch „ganz normal“ kann sehr unterschiedlich sein, denn für Normal gibt es keine feste Definition. Mari ist so ein ganz normales Kind und gleichzeitig ist sie etwas Besonderes. Davon erzählen ihre Eltern im vorliegenden Bilderbuch „Ich bin Mari“.

Maris Geschichte

Mari ist ein ganz normales Kind. Sie lacht, sie spielt, sie isst, trinkt, schläft. Sie liebt Bücher und Fernsehen, geht in die Schule und will lieber Süßigkeiten statt Gemüse essen. Und doch gibt es einige Dinge, die bei Mari besonders sind. Mari hat einen seltenen Gendefekt, wodurch sie besonders normal ist. Was das bedeutet, das erzählt sie uns selbst. Dabei kann sie gar nicht sprechen, sondern bedient sich einer Lautsprache. Es sind also ihre Eltern, die sprechen, bzw. von Maris Alltag erzählen. Doch sie tun es mit den Worten und durch die Augen ihrer Tochter. Sie lassen uns die Welt so sehen, wie Mari sie erlebt. Herausgekommen ist eine wundervolle Geschichte über ein Mädchen, das seinen Weg geht und dabei seinen Charme und Frohsinn nicht verliert. Es ist nicht immer leicht für Mari, manche reagieren verletzend und beleidigend. Doch sie hat eine starke Familie hinter sich, die immer für sie da ist und ihr zur Seite steht, wenn es nötig ist.

 Ich bin Mari

Berührendes Bilderbuch über Inklusion

Shari und André Dietz erzählen in diesem Bilderbuch nicht von irgendeinem Kind, sondern von ihrem eigenen. Das macht dieses Bilderbuch umso berührender und bewegender. Mit viel Einfühlungsvermögen und behutsam wird einer kindlichen Leserschaft das Thema Benachteiligung vor Augen geführt. Es zeigt, dass Kinder mit Einschränkungen anders reagieren, als wir es gewohnt sind, aber deswegen nicht anders sind. Sondern besonders. Sie haben eine besondere Art, ihre Gefühle und Gedanken auszudrücken. Sie sehen die Welt auf eine besondere Weise, erleben Alltägliches anders als wir. Inklusion ist das Schlagwort der Stunde und wird in diesem Buch großgeschrieben. Damit hilft das Buch, Brücken zu bauen und Verständnis zu wecken. Mit seiner offenen und direkten Erzählweise lädt es zu Gesprächen ein. Es ermutigt, Fragen zu stellen und mit besonderen Menschen ins Gespräch zu kommen, als über sie zu sprechen. Das ist auch die Bitte, die Mari und ihre Familie an die Leserschaft richtet.
Illustriert wurde das Bilderbuch von Saskia Gaymann. Als Freundin der Familie weiß sie, worauf es ankommt, was wichtig ist und wie dieses besondere Thema warmherzig und witzig in Bildern dargestellt werden kann. Spielerisch, freundlich und fröhlich bringt sie Maris Leben in den Bildern herüber. Sie zeigen ein Mädchen im Kreis seiner Familie, das mit seiner fröhlichen Art den Alltag zu etwas besonderem macht. Großflächig, manchmal plakativ, bekommen wir einen Einblick in den Alltag von Mari und ihrer Familie.

Ich bin Mari

„Ich bin Mari“ ist viel mehr als ein Bilderbuch. Es ist eine Einladung zur Auseinandersetzung mit dem Thema Inklusion. Mit viel Einfühlungsvermögen stellt es uns ein besonderes Mädchen vor und lädt uns ein, es für eine kurze Zeit durch seinen Alltag zu begleiten. Dieser Einladung sollte man unbedingt nachkommen, denn sie lässt uns wertvolle Erfahrungen sammeln.

Details

Bewertung

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