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Ich kenn dich nicht, ich geh nicht mit!

von Susa Apenrade, Barbara Korthues (Illustrator*in)
Rezension von Janett Cernohuby | 29. August 2018
Antolin Quiz

Uns Eltern läuft es kalt über den Rücken, wenn wir aus den Nachrichten erfahren, dass ein Unbekannter versucht hat, Kinder vor Kindergarten oder Schule anzusprechen. Spätestens jetzt nehmen wir uns die Zeit, mit unseren Kindern über dieses Thema zu sprechen. Sie davor zu warnen, mit Fremden mitzugehen. Doch egal wann wir das Gespräch suchen, Kinderbücher können helfen, Situationen und richtiges Verhalten leichter zu vermitteln. Dazu gehört auch das Bilderbuch "Ich kenn dich nicht, ich geh nicht mit!".

Ich gehe nicht mit Fremden mit!

Leon und Hannah spielen im Garten, da werden sie plötzlich von einem fremden Mann angesprochen. Er erzählt ihnen, dass er einen kleinen Hund hat, der dringend ein neues Zuhause sucht und, dass er ihn den beiden gerne zeigen würde. Sie bräuchten nur kurz mit ihm mitzukommen. Hannah will sofort mitgehen, doch Leon traut sich nicht. Er bleibt lieber im Garten. Und so folgt Hanna alleine dem Fremden. Doch schnell merkt sie, dass etwas nicht stimmt. Der Griff des Mannes wird fester und die Gegend, in die er Hannah führt, unheimlich. Zum Glück hat eine Nachbarin die Szene beobachtet und ist Hannah gefolgt. Sie kann im letzten Moment eingreifen und das Mädchen in Sicherheit bringen. Doch eines hat Hannahgelernt: Sie geht nie wieder mit einem Fremden mit!

Ernste Geschichte zu einem wichtigen Thema

In ihrem Bilderbuch greift Susa Apenrade ein sehr wichtiges Thema auf und unterstützt Eltern dabei, mit ihren Kindern darüber zu sprechen. Wie verhält man sich, wenn man von einem unbekannten Erwachsenen angesprochen wird?
Nun hätte die Autorin eine Sachgeschichte schreiben können, in der erklärt wird, dass man nicht mit Fremden spricht, dass man fremden Erwachsenen nicht helfen braucht, dass man nicht mit ihnen mitgeht oder gar zu ihnen ins Auto steigt. Das hat sie aber nicht. Susa Apenrade erzählt eine fiktive, aber dennoch realistische Geschichte von zwei Kindern, die im Garten spielen und plötzlich von einem Fremden angesprochen werden. Eines der Kinder verhält sich falsch und geht mit dem fremden Mann mit. Zum Glück wendet sich alles zum Guten, da eine Nachbarin die Situation beobachtet hat und eingreift. Die Autorin lässt das Kind ganz bewusst Fehler machen, um zu zeigen, welche schlimmen Folgen diese haben können. Damit betont sie auch noch einmal die Aussage des Buchtitels selbst. "Ich kenn dich nicht, ich geh nicht mit!".
Im wirklichen Leben gibt Schutzengel wie die Nachbarin nicht. Hier müssen Kinder wissen, wie sie sich richtig verhalten. Die Geschichte bietet sich sehr gut als Einleitung in ein solches, aufklärendes Gespräch an. Man kann zeigen, in welchen Situationen sich das eine Kind falsch und das andere richtig verhalten hat. Dabei kann man auch weitere Regeln einfließen lassen. Etwa, dass man keinem fremden Erwachsenen den Weg erklären braucht, dass man sich Hilfe bei ErzieherInnen, Lehrkräften, anderen Passanten oder in Geschäften holen kann. Auch das Vereinbaren eines Passworts bietet sich nun an.
Die Geschichte ist mit klaren Worten erzählt. Sehr geradlinig und nur auf ein Beispiel eingehend, aber dennoch als Einladung für weitere Gespräche. Natürlich ist die Handlung stellenweise sehr bedrückend, für jüngere Kinder vielleicht auch bedrohlich. Doch damit verdeutlicht die Autorin, wie gefährlich es ist, mit Fremden mitzugehen. Wichtig ist es, mit seinem Kind über das Buch zu sprechen und klar zu machen, dass es keine Angst haben braucht, wenn es sich an die vereinbarten Regeln hält. Das erschwert auch die Einschätzung, ab welchem Alter dieses Buch geeignet ist. Verlagsseitig wird es ab drei Jahren empfohlen, doch letztendlich müssen Eltern selbst erkennen und entscheiden, wann ihr Kind bereit für dieses Thema ist.

Wer mit seinem Kind über das Thema Umgang mit Fremden, insbesondere Mitgehen mit Fremden sprechen möchte, findet dank Susa Apenrades Bilderbuch "Ich kenn dich nicht, ich geh nicht mit!" eine gute Gelegenheit für den Einstieg in ein solches Gespräch. Mit einer realistischen Geschichte wird Kindern gezeigt, welche Folgen es haben kann, Unbekannten zu vertrauen. Das Buch will aber keine Angst machen, sondern richtiges Verhalten erklären.

Details

Bewertung

  • Gesamt:
  • Anspruch:
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