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Theo und das Geheimnis des schwarzen Raben

Rezension von Stefan Cernohuby | 01. Oktober 2018
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Manchmal wünscht man sich, nachts einfach aus dem Haus zu gehen, in ein fliegendes Schiff zu steigen und davonzufliegen. Zugegeben, das ist ein eher seltener und ausgefallener Wunsch, doch inmitten einer schwierigen Familiensituation ist das trotzdem denkbar. So auch für Theo in Ute Krauses neuem Buch „Theo und das Geheimnis des schwarzen Raben“. Doch die ganze Geschichte ist noch ein wenig komplizierter.

Theo lebt mit seiner Mutter und ihrem neuen Freund zusammen. Dieser ist ein Drei-Sterne-Koch, aktuell jedoch ohne fixe Anstellung. Und weil ein Koch immer üben muss, probiert er jeden Tag neue, exotische und experimentelle Gerichte aus. Etwas, das Theo gar nicht zusagt, da er gewöhnliche Küche bevorzugt. Zwischen seiner Mutter und seinem Stiefvater kommt es jedoch deshalb immer wieder zu Streit, da Martin ihr vorwirft, Theo zu sehr zu verwöhnen und ihm alles durchgehen zu lassen. Als eines Nachts plötzlich ein fliegendes Schiff auftaucht und ein Mann sich in sein Haus schleicht, ist Theo sicher, um wen es sich handelt: seinen verschwundenen Vater. Und tatsächlich wird er aus einem Ferienlager, in das er strafhalber geschickt wird, von einem Raben, einem vergesslichen Smutje und einer Katze abgeholt. Denn er soll dabei helfen, seinen Vater aus den Fängen eines bösartigen Mannes befreien. Viele Abenteuer liegen vor ihnen, unter anderem ein Besuch auf der Insel der vergessenen Kinder.

Auch wenn die Handlung relativ einfach klingt, ist sie tatsächlich vielschichtiger. Denn die Gründe für das Auftauchen und Verschwinden des Vaters sind nicht ganz so, wie man es Theo zu Beginn darlegt. Es gibt eine darunter liegende Geschichte, die erst spät offenbart wird und dem bis dahin relativ unbeschwert und unterhaltsam scheinenden Kinderbuch eine weitere Ebene verleiht. Dann werden sich auch die jungen Leser Gedanken darüber machen, wie sie selbst in der Situation handeln würden. Es ist also nicht nur ein Buch mit spannenden Abenteuern, sondern auch eines, das zum Nachdenken anregt. Etwas, das zum Glück auch die Charaktere im Buch machen. Sie reflektieren über ihr Verhalten, und als es sich als falsch herausstellt, ändern sie sich. So gut wie jeder im Buch macht diesen Prozess durch, was Kindern zeigt, dass niemand – egal ob Kind oder Erwachsener – immer mit allem richtig liegt. Und Fehler in dieser Hinsicht kann man korrigieren, wenn man sich bemüht.
Ute Krause hat das Buch allerdings nicht nur geschrieben, auch die Cover- und Innenillustrationen stammen von ihr. Das hat den Vorteil, dass die Charaktere genau so aussehen wie es die Schöpferin im Sinn hatte. So wirkt das Werk wie aus einem Guss.

„Theo und das Geheimnis des schwarzen Raben“ von Ute Krause ist ein spannendes und unterhaltsames Abenteuer für junge Leser. Doch neben phantastischen Begegnungen und fliegenden Schiffen hält es mit einer zusätzlichen Handlungsebene, die erst am Ende offenbart wird, noch eine weitere Überraschung bereit. Dank der ebenfalls von der Autorin stammenden Illustrationen ist das Buch eine gelungene und runde Angelegenheit, weswegen wir das Buch uneingeschränkt empfehlen können.

Details

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gefühl:
  • Illustration:

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