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Rolf und Rose

Der Dieb der Farben

von Martin Baltscheit, Max Fiedler (Illustrator*in)
Rezension von Janett Cernohuby | 15. April 2025

Das Unbekannte macht uns Angst. Es verunsichert uns, lässt uns Spekulationen anstellen und bietet damit Nährboden für Vorurteile. Schnell verselbständigen sich diese und nehmen gefährliche Ausmaße an. Auch im Reich der Schmetterlinge und Asseln haben sich einige Vorurteile aufgebaut und lösen fatale Geschehnisse aus.

Zwei Welten, viele Vorurteile

Rolf ist eine Rollassel und lebt in Unterbach, einem Ort unter der Blumenwiese. Hier sind sie geschützt vor den gefährlichen Farben der Schmetterlinge. Die sind mit ihrem grässlichen Gestank und den grellen Farben eine Lebensgefahr für alle Käfer. Zumindest ist es das, was Rolf in der Schule lernt. Doch ist Rolf mutig und fasst er einen gefährlichen Plan. Er will hinauf auf die Oberwiese, um den fiesen Schmetterlingen die Farben zu stehlen.
Währenddessen macht sich auf der Schmetterlingswiese Prinzessin Rose bereit, eine wichtige Prüfung zu bestehen. Eine Nacht lang muss sie auf die Phiole der Farben bewachen, das wertvollste Gut der Schmetterlinge. Während Rose also Nachtwache auf der Wiese hält, kommt mit einem lauten Knall Rolf nach oben geschossen. Er trifft auf Rose und stellt fest, dass das Schmetterlingsmädchen ganz nett ist. Völlig anders, als seine Lehrerin sagte. Trotzdem, er muss an seinem Plan festhalten und die Phiole der Farben stehlen…

Rolf und Rose: Der Dieb der Farben

Stilmix aus Comic, Text und Bild

Martin Baltscheit und Max Fiedler präsentieren mit „Rolf und Rose: Der Dieb der Farben“ einen spannenden und vielversprechenden Start in eine neue Abenteuerreihe aus der Welt der Krabbeltiere. Bunt illustriert und in einem Stilmix von Comicelementen, Text und Bildern lernen wir zwei Gruppen kennen. Jene der Käfer und Asseln, die unter der Erde in einer Welt leben, in die kein Sonnenlicht dringt, und jene der Schmetterlinge, die leicht und beschwingt über die bunte Blumenwiese fliegen. Beide Welten können gegensätzlicher kaum sein und so ist klar, dass auch ihre Bewohner unterschiedlich in Wesen und Charakter sein müssen. Schlimmer sogar, aufgrund ihrer unterschiedlichen Lebensweisen kommen diese beiden Gruppen nicht in Kontakt miteinander und so haben sich im Laufe der Zeit einige Vorurteile gebildet. Den Schmetterlingen wird nachgesagt, dass sie mit ihren grellen Farben totbringend für die Asseln sind und umgekehrt heißt es, dass in der unterirdischen Welt der Asseln kein Platz für Liebe sei.

Rolf und Rose: Der Dieb der Farben

Doch ist das wirklich so? Sind die anderen so schrecklich und furchtbar, wie es erzählt wird? Schmetterling Rose und Rollassel Rolf machen zufällig Bekanntschaft und erleben, dass die Vorurteile nicht zutreffen. Tatsächlich verstehen sich die beiden zunächst sehr gut, tauschen sich über ihre Welten aus und ihnen dämmert, dass nicht alles stimmt, was so behauptet wird. Aber wie so oft bleiben Restzweifel, infolge derer Rolf einen fatalen Fehler begeht. An dieser Stelle endet der erste Band, doch es ist klar, dass es nun erst richtig losgeht. Nicht nur, weil die Schmetterlinge versuchen werden, ihre Phiole zurückzuholen, sondern auch, weil es da noch ein anderes Geheimnis gibt, das zwischen den Zeilen angedeutet wird. Man darf also gespannt bleiben, was zwischen Ober- und Unterwiese noch passieren wird.

Rolf und Rose: Der Dieb der Farben

„Rolf und Rose: Der Dieb der Farben“ ist ein gelungener Auftakt in eine vielversprechende Kinderbuchreihe, die neben Unterhaltung, einem genialen Stilmix vor allem auch eine Geschichte erzählt, hinter der mehr steckt. Mit Martin Baltscheit und Max Fiedler haben sich zwei Künstler gefunden, die zu unterhalten verstehen und Kinder an ihr Abenteuer fesseln.

Details

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Illustration:

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