Weltbeste kleine Schwester

Antolin Quiz
von Katja Reider, Hildegard Müller (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 15. Juni 2022

Weltbeste kleine Schwester

Es ist nicht leicht, das jüngste Geschwisterkind zu sein. Denn entweder wird man ausgeschlossen, weil man noch viel zu klein ist und gar nicht mitreden kann, oder man wird schief angesehen, weil man von den Eltern ständig verwöhnt und immer bevorzugt wird. Bei Katja Reider bekommt eine kleine Schwester nun ihre große Chance zu zeigen, was in ihr steckt. Und seien wir uns ehrlich: Ohne Rosa wäre das Wochenende wohl ein reines Desaster geworden.

Wenn die kleine Schwester das Ruder übernimmt

Rosa ist genervt. Ständig behaupten ihre ältere Schwester Johanna und ihr großer Bruder Matti, dass sie bevorzugt und verwöhnt wird. Dabei hat es Rosa alles andere als einfach. Keiner nimmt sie ernst, immer wird sie als Kleine zur Seite geschoben. Doch an dem bevorstehenden Wochenende soll ihre große Chance kommen. Die Eltern fahren zu einem langweiligen Familientreffen und die drei Geschwister dürfen zum ersten Mal alleine zuhause bleiben. Rosa plant, bei ihrer Freundin zu übernachten. Doch die Freundin wird krank und die Übernachtungsparty fällt ins Wasser. Die große Schwester Johanna ist davon nicht begeistert, wollte sie doch ihre erste Party ohne Eltern feiern. Doch da entpuppt sich Rosa als Stylingberaterin und Organisationstalent. Und auch Bruder Matti erkennt im Laufe dieses Wochenendes, welche Talente in seiner gar nicht so babyhaften kleinen Schwester stecken.

Weltbeste kleine Schwester

Eine Hommage an alle Nesthäkchen

Katja Reider hat hier eine liebenswerte Hommage an alle kleinen Schwestern geschrieben. Die Autorin holt uns heraus aus unserer Nische, stellt uns auf ein Podest und gibt uns endlich die Gelegenheit zu zeigen, was in uns steckt. Denn genau diese Chance bekommen wir kleinen Schwestern oftmals gar nicht. Wir werden belächelt, wir werden beneidet, wir werden in eine Schublade mit der Aufschrift „die Kleine“ gesteckt. Da herauszukommen ist gar nicht so einfach.
All diesen Klischees und Vorurteilen begegnet natürlich auch Rosa, wie sie uns im ersten Kapitel erzählt. Sofort schließt man das Mädchen ins Herz, versteht man ihre Gefühle doch nur zu gut. Nach ein paar anfänglichen Hoppalas ist dann Rosas großer Moment gekommen. Sie zeigt, was in ihr steckt. Rosa ist ein Naturtalent in vielerlei Hinsicht. Sie gibt ihrer großen Schwester nicht nur die richtigen Tipps, sie rettet sie auch vor falschen Freunden. Rosa bewegt sich mit Souveränität und Selbstsicherheit zwischen den Großen, für die sie nicht nur von den Geschwistern Anerkennung erntet, sondern auch von der Leserschaft. Es ist ihr Wochenende, ihre Chance und Rosa weiß sie zu nutzen. Ihre Geschwister verdanken es ihr mit Respekt. Ihr Blick auf Rosa ändert sich an diesem Wochenende grundlegend. Sie bleibt die kleine Schwester, aber sie wird von nun an ernster genommen.
Lustig und unterhaltsam erzählt Katja Reider diese Geschwistergeschichte, in die sie auch eigene Erfahrungen hat einfließen lassen. Die Handlung fesselt die Leserschaft vom ersten Moment an, nimmt rasch Fahrt auf, so dass man gebannt weiterliest um zu erfahren, welchen Verlauf dieses Wochenende nimmt. Dabei kann sich das junge Lesepublikum mit so mancher Szenen gut identifizieren, findet sich selbst darin wieder und erkennt Ähnlichkeiten. Das verleiht dem Buch einen authentischen Charakter, was es darüber hinaus umso lesenswerter macht.

Weltbeste kleine Schwester

Endlich ist Schluss damit, dass wir kleinen Geschwister unterschätzt werden. Denn Katja Reider zeigt in „Weltbeste kleine Schwester“ welch großes Potential in uns Nesthäkchen steckt. Wenn es drauf ankommt, sind wir diejenigen, die das richtige Outfit, die richtigen Worte und die frischen Sonntagsbrötchen auftreiben.
Ein Lesespaß für alle - egal ob große oder kleine Schwester!

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